Bibliotheksprojekt gewinnt Sonderpreis im Rahmen des Innovationspreises Berlin Brandenburg

04. Dezember 2017

„filmfriend“, das erste Video-on-Demand-Filmportal speziell für Öffentliche Bibliotheken in Deutschland, ist am 01. Dezember 2017 mit dem „Sonderpreis für Soziale Innovationen“ der Länder Berlin-Brandenburg ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am Freitagabend auf der Gala des Innovationspreises Berlin-Brandenburg vor 400 Teilnehmer*innen aus Politik und Wirtschaft in Potsdam verliehen.

„filmfriend“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der filmwerte GmbH, dem Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) und dessen bei der Zentral- und Landesbibliothek Berlin angesiedelten Servicezentrum. Mit diesem neu entwickelten Onlinestreaming-Angebot nehmen die Öffentlichen Bibliotheken Berlins eine Pionierrolle in der digitalen Modernisierung in der deutschen und internationalen Bibliothekslandschaft ein.

„Die Digitale Teilhabe für alle Bürger*innen, insbesondere auch denen mit geringem oder keinem Einkommen zu ermöglichen, ist eine der wesentlichen Kernaufgaben der Öffentlichen Bibliotheken“, sagt Volker Heller, Vorstand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. „filmfriend“ ermögliche nun allen Menschen mit einem Bibliotheksausweis den Zugang zu einem inhaltlich hochwertigem und technisch modernen Filmstreaming-Angebot.

„filmfriend“ bietet ein attraktives Filmangebot, eine einfache Handhabung und ein modernes, werbefreies Design. Das Angebot vereint die rechtliche (Daten-) Sicherheit einer anonymen Registrierung über die VÖBB-Ausweisnummer mit dem Komfort kommerzieller Streaming-Anbieter. Damit reagieren die Öffentlichen Bibliotheken auf die sich verändernden Konsumgewohnheiten im Filmbereich.

Der Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer, gratuliert „filmfriend“: „Die öffentlichen Bibliotheken haben in den vergangenen Jahren einen unglaublichen Transformationsprozess durchlaufen, sind heute innovative und kreative Orte kultureller Bildung. Statt 'nur'  Buchausleihstationen sind sie moderne Zentren von Austausch und Miteinander. Dies zeigt auch die Hinwendung zu modernen Medienformaten im Dienst von Besucherinnen und Besuchern. Und dafür steht ‚filmfriend‘ – ich gratuliere sehr herzlich.“

Das Portal „filmfriend“ wurde gemeinsam vom Projekt „Digitale Welten“ des VÖBB und der filmwerte GmbH (Babelsberg) mit Sondermitteln der Stadt Berlin entwickelt. Über 1.000 Spielfilme, Dokumentationen, Serien und Kinderfilme stehen Couchcineasten zur Verfügung. Anders als bei kommerziellen Anbietern ist die Anmeldung anonymisiert und das Portal sammelt keine nutzerbezogenen Daten.

„Mit ‚filmfriend‘ sind wir einen neuen Weg gegangen“, erklärt Moritz Mutter, Projektleiter des vom Land Berlin geförderten Projekts „Digitale Welten“ beim VÖBB. „Wir lizensieren hier nicht, wie es im Bereich der digitalen Bibliotheksangebote bisher üblich ist, ein bestehendes Angebot. Stattdessen haben wir mit dem Partner Filmwerte ein eigenes Projekt von der Konzeption bis zur Live-Schaltung umgesetzt. Dadurch konnten wir unsere eigenen Akzente setzen, hatten allerdings auch nicht die Sicherheit, wie sie der einfache Kauf von Lizenzen bietet. Der bisherige Erfolg der Plattform zeigt, dass sich ein solches risikofreudigeres Vorgehen für Öffentliche Bibliotheken lohnt.“

Die Juryvorsitzende des Innovationspreises Berlin Brandenburg Prof. Jutta Allmendinger betonte, mit dem Angebot „filmfriend“ würde gesellschaftliche Grenzen überwunden: digitale Teilhabe an hochwertigen Arthouse Filmen könne so nun allen Menschen ermöglicht werden. Der von der Berliner Sparkasse gestiftete Preis in Höhe von 10.000 € geht in gleicher Höhe an die beiden Kooperationspartner: den Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlins und der filmwerte GmbH und wird für die Weiterentwicklung der Plattform verwendet.

Sie finden das Angebot bei www.voebb.de/digitale-angebote unter SCHAUEN. Oder einfach hier.