Bücherverbrennung 1933

Regalmarkierungen im Spezialbereich Berlin-Studien setzten Zeichen im Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“. Sie wiesen auf Schriftstellerinnen und Schriftsteller hin, die in Berlin gewirkt haben und deren Werke aus deutschen Bibliotheken entfernt werden sollten.
Die sogenannte „Schwarze Liste“ des Bibliothekars Dr. Wolfgang Herrmann bildete die Grundlage für die Buchaussonderungen im Rahmen der Aktion „Wider den undeutschen Geist“ der nationalsozialistischen deutschen Studentenschaft.

Die Regalmarkierungen waren zwischen den Einzel- und Familienbiographien (unter B 252) im Lesesaal 1.OG des Spezialbereichs Berlin-Studien der ZLB zu finden.

Auswahlbibliographie zum Themenjahr 2013

Zerstörte Vielfalt – Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus

Im Rahmen des Themenjahrs 2013 "Zerstörte Vielfalt" hat der Spezialbereich Berlin-Studien eine Auswahlbibliographie zum Thema "Zerstörte Vielfalt – Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus" zusammengestellt, die rund 800 Titel aus seinem Bestand nachweist. Eine Auswahl davon wurde als "Handapparat" im Lesesaal Berlin-Studien präsentiert.

Auch die Berliner Stadtbibliothek hat in jenen Jahren keine rühmliche Rolle gespielt. In den Beständen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin befinden sich Bücher, die ihren rechtmäßigen Eigentümern während der NS-Herrschaft zwischen 1933 und 1945 entzogen wurden. Dieses Raubgut, genauer "NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut", umfasst nicht nur Objekte, die gewaltsam durch die Exekutivorgane des Dritten Reiches entwendet oder durch diskriminierende Gesetze enteignet wurden, sondern auch jene, die von den Verfolgten verkauft werden mussten, um ihre Flucht oder das Überleben zu ermöglichen.

Die Aufgabe des Projektes Raubgutforschung ist die Überprüfung der verdächtigen Bestände, die Identifikation der geraubten Bücher und die Ermittlung ihrer Herkunft, um diese an die Eigentümer oder deren Erben zurückzugeben. Die gefundenen Bücher stellen meist die einzige Verbindung zwischen der Zeit vor der Verfolgung und den heutigen Überlebenden oder deren Angehörigen dar und sind als Träger der Erinnerung an die Verfolgten und deren Schicksal von unschätzbarem ideellem Wert.

Zerstörte Vielfalt - Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus