Veranstaltungen und Programmarbeit

Einblick in die Landesbibliothek: Berlin-Sammlungen

Wollen Sie einmal einen originalen Druckstock sehen oder wissen, was sich hinter einer Tarnschrift verbirgt? Möchten Sie eine prächtige Fürstenbibliothek bewundern oder erfahren, worüber Berliner Zeitungen vor 300 Jahren berichteten? Entdecken Sie Ihre Straße auf einem historischen Stadtplan oder auf einer 100 Jahre alten Postkarte? Diese spannenden Einblicke in unsere historischen und aktuellen Berlin-Bestände und Gelehrtensammlungen eröffnet Ihnen unsere Führung. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Thematische Führungen zu Berlin

Für Berlin-Interessierte, die ihr Wissen über die Stadt und zur Nutzung von Bibliotheken vertiefen möchten, bieten wir Führungen durch die Berolinensien an.
Es werden verschiedene Recherchemöglichkeiten vorgestellt und der Umgang mit besonderen Beständen und Sammlungen vermittelt. Das Heranführen an die selbständige Nutzung der Bibliotheksangebote und die Stärkung der Informationskompetenz der Teilnehmer sind Ziel der Führungen.
Auf Wunsch kann die Führung auch auf einen Themenschwerpunkt ausgerichtet werden, beispielsweise das Vorstellen der Medienbestände zur Geschichte einzelner Berliner Bezirke oder Architektur. Die einstündigen Rundgänge finden vor Öffnung der Bibliothek statt.

Projekttage, Führungen und Berlin-Workshops

Berlin für SchülerInnen, Studierende, Auszubildende

Für Schülergruppen, Studierende und Auszubildende, die ihr Wissen zu Berlin und zur Nutzung von Bibliotheken vertiefen möchten, bieten wir Führungen, Projekttage und Workshops in unserem Spezialbereich Berlin-Studien an.

Berlin-Workshops

Zielgruppen:
SchülerInnen ab 11. Klasse (Leistungskurs und Grundkurs Geschichte) und Studierende

Dauer: 4 Stunden
Ort: Berliner Stadtbibliothek, Gruppenarbeitsraum (EG)

Anmeldung: erforderlich
Fon: +49 (0)30 / 90226-632
Mail: BerlinSammlungen@zlb.de

Ob Sozial-, Kolonial-, Sexual oder Protestgeschichte: In den Beständen des Spezialbereichs Berlin-Studien | Historische Sammlungen finden sich zahlreiche Publikationen, welche diese Themengebiete umfassend behandeln und ein tieferes Verständnis für Geschichte und deren wechselseitigen Bezügen zur Großstadt Berlin herstellen.

In Workshops beschäftigen sich die TeilnehmerInnen mit diesen Themen und haben die Gelegenheit, mit seltenen und unbekannten Büchern zu arbeiten. Dabei lernen die TeilnehmerInnen das wissenschaftliche und selbständige Erarbeiten von Themen in einer Bibliothek kennen.

Kolonialgeschichte

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit gewinnt zunehmend an Bedeutung: Auf berlinpolitischer Ebene werden bspw. Kontroversen um die Umbenennung mancher Berliner Straßennamen ausgetragen. Auf gesellschaftspolitischer Ebene werden heutzutage Diskussionen um Kontinuitäten kolonialer Bilder, Begriffe und rassistischer Strukturen geführt. Und schließlich werden selbst auf nationaler Ebene Fragen der Anerkennung und Entschädigung kolonialer Gewalt und des Raubes von Kunstgegenständen und Skeletten verhandelt. Der Workshop widmet sich den Rückwirkungen des deutschen Kolonialismus auf die Metropole Berlin.

Eingebettet in eine umfassende Quellenkritik thematisiert er die Berührungspunkte der BerlinerInnen mit dem vermeintlich „Exotischen", untersucht Fremd- und Selbstbilder sowie die wirtschaftlichen Interessen und widmet sich dem Alltag der KolonialmigrantInnen. Die TeilnehmerInnen sollen anhand der Kolonialgeschichte Berlins in die im Schulunterricht zumeist nur wenig thematisierte koloniale Geschichte Deutschlands eingeführt werden.

Darüber hinaus sollen sie dazu ermächtigt werden, durch einen Einblick in die kolonialgeschichtlichen Hintergründe aktuelle lokalpolitische, gesamtgesellschaftliche und nationale Debatten besser verstehen zu können.

Protestgeschichte

Westberlin steht lange Zeit unter Besatzungsstatut, in Ostberlin herrscht eine kommunistische Diktatur. Gerade deshalb kommt es seit den 1950er Jahren in beiden Stadthälften immer wieder zu Protesten gegen die bestehende Gesellschaftsordnung oder für eine alternative Gestaltung des Alltags.

Der Workshop versucht, eine Auswahl aus dieser großen Bandbreite zu thematisieren und dabei Einblick in die Vielfalt der Protestziele und Protestformen zu geben. Damit thematisiert der Workshop auch den größeren Kontext, die Frage nach gesellschaftlicher Partizipation und Handlungsspielräumen des Einzelnen in seiner Gesellschaft. Misserfolge, Rückschläge, Gewalt und sogar Tod werden in dieser Auseinandersetzung nicht verschwiegen, sondern sind ebenfalls Teil der Auseinandersetzung mit der Berliner Protestgeschichte.

Sexualgeschichte

Die Weimarer Republik war ein sexualpolitisch hoch umstrittenes Feld, dem gesellschaftlichen Aufbruch nach 1918 (Frauenwahlrecht, Strafrechtsreformen, Gesetz zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten 1927) standen die tradierten Gesetze entgegen, insbesondere die fortdauernde Geltung der Paragrafen 175 und 218.

Der Workshop wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der vermeintlich Goldenen Jahre und erkundet die Lebenswelten und Herausforderungen von Homosexuellen, Transsexuellen, Prostituierten und ungewollt schwangeren Frauen während der "Krisenjahre der klassischen Moderne" (Detlev Peukert).

Sozialgeschichte

Im Geschichtsunterricht wird das Thema der Sozialen Frage vor allem am Beispiel der Industrialisierung und der Bismarckschen Sozialgesetzgebung besprochen. Der Workshop zu Sozialen Fragen in Berlin knüpft ausdrücklich an dieses Vorwissen der TeilnehmerInnen an und verbindet es mit bisher weniger thematisierten Dimensionen dieser Geschichte. Dabei spielt der lokalgeschichtliche Fokus des Workshops auf berlinspezifische Entwicklungen eine entscheidende Rolle, da er es ermöglicht, einzelne Institutionen und Akteure in den Blick zu nehmen. In Kleingruppen widmen sich die TeilnehmerInnen verschiedenen Berliner Institutionen und Akteuren (sowohl auf Seiten der von Armut Betroffenen, als auch den um diese Armen Bemühten).

Die TeilnehmerInnen lernen konkrete Ausformungen von Armut kennen und bekommen Einblick in die durchaus sehr verschiedenen Ausprägungen dieser Armut – von schlecht bezahlter Arbeit über Arbeitslosigkeit bis hin zur Obdachlosigkeit. Auch genderspezifische Fragen, inwiefern Frauen und Männer in unterschiedlichem Maße von Armut betroffen waren, werden aufgegriffen.

Damit stehen in diesem Workshop gesellschaftliche Randgruppen im Fokus der Forschung. Die oft spärliche und schwierige Quellenlage zu diesen Menschen wird ebenfalls im Workshop diskutiert und führt die TeilnehmerInnen an auch heute aktuelle Probleme und Herausforderungen der Geschichtswissenschaft heran.

Projekttage zu Berlin

In Absprache mit den Klassenbetreuern werden in der Bibliothek Projekttage zu unterschiedlichen Themen gestaltet. Dabei können die Teilnehmer einzeln oder in Gruppen ihre Berlin-Themen bearbeiten. Den Einstieg in diese Veranstaltung bildet eine Führung durch den Spezialbereich Berlin-Studien.
Ein wesentlicher Aspekt dieses Vormittags ist die direkte Auseinandersetzung mit der Berlin-Literatur vor Ort. Sei es in Form von Büchern, Tageszeitungen auf Mikrofilm und Stadtplänen oder elektronischen Publikationen, Digitalisaten und Online-Projekten. Anschließend besteht die Möglichkeit in unseren Räumlichkeiten die Arbeitsergebnisse zu präsentieren.
Im Mittelpunkt der Projekttage steht neben der Beschäftigung mit der Geschichte und Gegenwart Berlins die Stärkung der Informationskompetenz der TeilnehmerInnen.