Alain Claude Sulzer (Hg.) Haydn!: eine literarische Sinfonie
Wer kennt ihn nicht, den betulichen „Papa Haydn“, der als „Wegbereiter der Wiener Klassik“ gilt und über 40 Jahre lang eine Sinfonie nach der anderen schrieb? Spätestens zu seinem bevorstehenden 300. Geburtstag will die Initiative Haydn2032 den Komponisten von diesem Image befreien. Deshalb hat Alain Claude Sulzer 20 Schriftsteller:innen gebeten, sich Joseph Haydn literarisch zu nähern. So freut sich Alfred Brendel über Haydns musikalischen Humor. Daniel Kehlmann spinnt einen Dialog im Kopf des Fürsten Esterhazy, wie er Haydn einen England-Urlaub umständlich genehmigt. Elke Heidenreich beschäftigt sich mit Haydns angeblich so zänkischer Gattin und findet Indizien für ein abweichendes Bild. Albrecht Selge wiederum fantasiert darüber, wie Haydns Papagei nach dessen Tod seinen neuen Besitzer mit Geplauder enttäuscht, anstatt Haydns Aura weiterzugeben. Ergänzt werden die brillanten Essays mit Antworten aller Autor:innen auf drei Fragen. Aus den genannten Lieblingswerken entsteht dabei eine anregende Playlist. (Diese Empfehlung der ZLB erschien ebenfalls im Newsletter "Berliner Resonanzen" des LMR Berlin)
©Aufbau Verlage