Nikolas' Neuigkeiten

Seit September verbringt Nikolas sein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur hier bei uns in der Kinder- und Jugendbibliothek der ZLB. Auf diesen Seiten gibt er jeden Monat aufs Neue einen Einblick in seine Erlebnisse und Erfahrungen oder gibt euch Tipps zum Lesen, Schauen und Hören.

Nikolas stellt sich vor

Energiegeladen in den Sommer!

Wenn ich zurückblicke, war der letzte Monat einer der anstrengendsten, aber auch aufregendsten während meines FSJK. In keinem Monat habe ich so viele Veranstaltungen mit betreut, wie im Mai! Angefangen hat alles mit diversen Autorenlesungen im Rahmen des Berliner Autorenlesefonds (Alf).

Für diese Veranstaltungsreihe kommen Kinder- und Jugendbuchautor*innen in die Bibliothek und lesen aus einem ihrer Werke. Vorher erarbeitet meine Kollegin mit den Kindern die Entstehung eines Buches von der Idee bis zum ausleihfertigen Buch in der Bibliothek. Hier konnte sogar ich noch etwas lernen! Nach der Lesung dürfen die Kinder den Autoren Fragen stellen. Sowohl die Kreativität der Kinder als auch die Antworten der Autoren überraschen uns immer wieder.

So habe ich erfahren, dass Sabine Ludwig (Autorin von „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, „Die schrecklichsten Mütter der Welt“ und den Romanen über Miss Braitwhistle) eigentlich Lokführerin werden wollte und erst als Elektrozüge zum Einsatz kamen, auf den Beruf Lehrerin umgeschwenkt ist, und nur ein Jahr unterrichtete. Auch wenn sie als Autorin vom Schreiben lebt, muss sie sich sehr disziplinieren, jeden Tag zwei Seiten zu schreiben.

Anders als Sabine Ludwig wollte Wieland Freund (Autor von „Krakonos“, „Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün““ u.a.) von Anfang an Autor werden. Schon als sehr kleiner Junge diktierte er seinem Vater Geschichten, die er noch nicht selber aufschreiben konnte.
Wieland Freund war allerdings im Rahmen der 10. Berliner Bücherinseln zu Gast. Bei den Bücherinseln handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, bei der Autor*innen und Illustrator*innen Schulklassen in Bibliotheken und Buchhandlungen ihre Werke präsentieren. Anders als bei klassischen Autorenlesungen bieten Illustratoren nach der Lesung noch einen Workshop, bei dem sie zusammen mit den Kindern kreativ werden. So hat zum Beispiel die bekannte Illustratorin Jutta Bauer („Die Königin der Farben“) mit einer Schulklasse ein großes farbenfrohes Bild gestaltet, und Benita Roth („Sibylla und der Tulpenraub“) hat mit Kindern fantasievolle Insekten nach dem Vorbild der Forscherin Maria Sybilla Merian gestaltet. Das Ziel solcher Veranstaltungen ist es unter anderem den Kindern die Arbeit eines Autors bzw. Illustrators und die Entstehung eines Buches auf kreative Art und Weise nahezubringen. Insgesamt hatten wir in diesem Monat acht Autor*innen und Illustrator*innen zu Gast, was schon eine Menge Veranstaltungen sind.

Am 22.5. fand der Landesentscheid des Berliner Vorlesewettbewerbes im Berlin-Saal der ZLB statt, den es seit 1959, also seit 60 Jahren gibt. Hierfür hatte ich sowohl vor als auch während der Veranstaltung eine Menge zu tun. Ich habe u.a. Teilnehmer- und Bücherlisten erstellt, Platzkarten beschriftet und ein Publikumsrätsel vorbereitet.
Zum Glück gab es Helfer aus verschiedenen Berliner Bibliotheken an dem Tag, der ansonsten in den Händen der ZLB und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels lag. Ende Juni findet dann, ebenfalls in Berlin, das Bundesfinale des Vorlesewettbewerbs statt - davon werde ich dann natürlich berichten, denn ich sitze mit im Publikum!

Insgesamt war dieser Monat also sehr veranstaltungsreich und dadurch auch sehr vielseitig. So verdient man sich den Titel Bibliothek des Jahres 2019! Das war eine tolle Überraschung im Mai, als verkündet wurde, dass diese Auszeichnung in diesem Jahr an die ZLB geht. Hier in der Kinder- und Jugendbibliothek sind alle sehr stolz, jeden Tag ein bisschen dazu beigetragen zu haben.