Vortrag Utopisches Erinnern - Die Gruppe Eva Mamlok
Vortrag zu Eva Mamloks Leben und Projektvorstellung für einen Ort der Demokratiebildung in Berlin-Kreuzberg.
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Amerika-Gedenkbibliothek | PopUp Saal
Allgemeine Infos
Anlässlich des Jahrestags der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 sowie der geplanten Umbenennung des Blücherplatzes in Eva-Mamlok-Platz erinnern das Recherche-Netzwerk Gruppe Eva Mamlok und die Initiative UpStadt e. V. an den Mut junger Frauen im Kampf gegen den Faschismus.
In einem Vortag werden die historischen Begebenheiten vorgestellt und eine neue Initiative für einen Ort der Demokratiebildung auf dem Dragonerareal in Kreuzberg präsentiert.
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Bereits in den frühen 1930er Jahren gab es mutige jugendliche Frauen, die in Berlin-Kreuzberg Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben. Eva Mamlok, eine junge Frau aus einer jüdischen Familie, stellte sich gemeinsam mit anderen Frauen in alltäglichen Aktionen dem Nationalsozialismus entgegen. Sie bildeten Netzwerke, verteilten Flugblätter, schrieben Parolen an Hauswände und organisierten eine geheime Bibliothek.
Sie wurden als Antifaschistinnen und Jüdinnen verfolgt und mussten Zwangsarbeit leisten. Für ihre Aktionen wurden sie verhaftet und deportiert. Doch auch unter den schlimmsten Bedingungen haben sie ihren Widerstand nie aufgegeben. Bis auf eine Überlebende sind alle Mitglieder der Gruppe durch den nationalsozialistischen Gewaltapparat ermordet worden.
Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Alexandra Weltz-Rombach hat, gemeinsam mit einem Netzwerk von Forschenden, die Geschichte von Eva Mamlok recherchiert, historische Dokumente, Bilder, Videomaterial und Zeitzeugnisse versammelt und 2024 im Museum FHXB eine Ausstellung dazu kuratiert. Am 10. Mai wird sie ihre Arbeit in der ZLB mit einem Vortrag vorstellen.
Bertram Dudschus, Stadtaktivist und Co-Vorstand von Upstadt e.V., erinnert an den Moment der Entscheidung, den Blücherplatz in Eva-Mamlok-Platz umzubenennen. Und er stellt das Konzept eines bundesweit zentralen Ortes der Demokratiebildung, gleich nebenan auf dem Dragonerareal am Mehringdamm, vor.
Laut der Mitte-Studien der letzten Jahre "haben sich Teile der Mitte rechtsextremen Positionen zugewandt, andere sind in eine Grauzone der rechtsextremen, menschenfeindlichen und antidemokratischen Einstellungen abgedriftet, indem sie solche Einstellungen »teils/teils« befürworteten und ihnen damit nicht widersprechen.“ [Mitte-Studie 2024/25 der Friedrich-Ebert-Stiftung]
In Zeiten, in denen zivilgesellschaftliches Engagement misstrauisch beobachtet wird und Förderkulissen zusammenbrechen, soll der Ort der Demokratiebildung ein gemeinsamer Ort vieler Initiativen, Institutionen und Organisationen werden, die sich nicht nur gegenseitig unterstützen, sondern einen starken Verbund mit einer Stimme schaffen.
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Ohne Anmeldung.
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