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Event 34. Open Mike | Debütlesungen

Mit Finalistin Miedya Mahmod (2023) und Finalist Patrick Holzapfel (2022). Moderation: Lara Sielmann.

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Datum, Uhrzeit
Fr, 13.11.2026, 19.00 – 21.00 Uhr
Ereignisort

Amerika-Gedenkbibliothek | PopUp Saal

Allgemeine Infos

Jedes Jahr lesen am Vorabend des Wettbewerbs ehemalige Finalistinnen und Finalisten aus ihren Debütbänden und erzählen von ihrem Weg von der Open Mike-Bühne hin zum ersten eigenen Buch.

In diesem Jahr: Patrick Holzapfel und Miedya Mahmod.

Weitere Infos

Patrick Holzapfel (geboren 1989 in Augsburg) gewann 2022 beim 30. Open Mike für seinen Text Gurgelgeräusche sowohl den Prosa-Preis als auch den taz-Publikumspreis. 
In der Jurybegründung von Nadja Küchenmeister heißt es: „Das Wort selbst wird zur Handlung. Es klingt nicht nur wie das, was es bezeichnet, es ermöglicht das, was es bezeichnet.” Vor zwei Jahren erschien sein viel beachtetes Prosadebüt Hermelin auf Bänken (Rohstoff, Matthes & Seitz 2024). Es handelt sich um einen Wien-Text in bester Kaffeehaus-Tradition, nur dass das Kaffeehaus hier gegen zahlreiche in den Bezirken der Stadt verteilte Bänke ausgetauscht wird. Im Zentrum befindet sich ein sitzender Flaneur, der sich nur von der Stelle bewegt, um die Bänke zu wechseln. Er bezeichnet sich selbst als einen „bankierenden Bankier”, der mit etlichen Gesprächspartnern, Freunden und Passanten, mal über Franz von Assisi, mal über Rafael Nadal palavert. Hermelin auf Bänken ist ein lustvoll dem Schauen hingegebenes Buch, in dem ein „Müßigsitzer” über das Wesen der Bank und ihre der „schlichten Form nach ungeahnten Bedeutung” sinniert.

Miedya Mahmod (geboren 1996 in Dortmund) wurde beim 31. Open Mike für den Text Hinter vorgehaltener Zunge schweigen wir oder Die Destinationale ausgezeichnet, der nun Eingang gefunden hat in Mahmods Lyrikdebüt Aus hingehaltener Zunge, erschienen im unabhängigen Gelsenkirchener Verlag sirren.
In der Jurybegründung beschrieb Senthuran Varatharajah 2023 den Text als einen, der von der „ersten Trauer“ erzählt: dem Heimweh. Ein Gedicht wie ein Klagelied, „episch in seiner Anrufung von somnambulen Bildern des Schmerzes, und rücksichtslos gegen sich selbst“, das uns daran erinnert: „Was wir nicht sagen können – werden wir aufschreiben. Was wir nicht sagen können – wird geweint.“ 
In Mahmods Debütband schreibt sich das schlaflose Klagelied in fragmentarischen, mehrsprachigen Geweben weiter, legt lautstark Widerspruch ein gegen das Verschweigen, die Ohnmacht der „Angepasstheitsmasquerade“, die Redundanz der Geschichte: „ich bin so müde immer wieder / vom nie wieder zu erzählen“. 

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