Themenraum Mai 1945 erinnern | 30.06. - 23.08.20

Vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, endete mit Deutschlands bedingungsloser Kapitulation der Zweite Weltkrieg in Europa und die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland. Der Themenraum der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) beschäftigt sich mit den historischen Ereignissen im Mai 1945 in Berlin und den 75 Jahren, die seitdem vergangen sind: Wie wurde erinnert und an was? Welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen haben um die Erinnerung stattgefunden und finden immer noch statt? Ein Schwerpunkt liegt auf der Provenienzforschung, das heißt der Suche nach NS-Raubgut in den Beständen der ZLB und dessen Rückgabe an Überlebende oder deren Nachkommen. Der Blick richtet sich aber auch auf die Gegenwart: Was haben wir aus der Geschichte gelernt und was bedeutet Haltung zeigen heute?
Der Themenraum „Mai 1945 erinnern“ bietet eine große Auswahl an Medien und ein begleitendes Veranstaltungsprogramm, das gemeinsam mit Partner*innen aus der Stadtgesellschaft gestaltet wird.

Kooperationspartner*innen sind das Deutsche Historische Museum, die Hausgemeinschaft „Schulenburgring 2“, der Verein „Aktives Museum.Faschismus und Widerstand in Berlin“
und „Die Vielen“.

Veranstaltungen

Musica Reanimata. Zur Wiederentdeckung NS-verfolgter Komponist*innen und ihrer Musik

Mit: Dr. Albrecht Dümling und Susanne Hein

Ab 20. Juli als Video unter www.zlb.de/themenraum

Der Nationalsozialismus hat zahllose Musiker*innen vertrieben und ermordet und  durch diese Verbrechen die Musikkultur des Landes nachhaltig beschädigt. Der Verein „Musica Reanimata“ arbeitet seit fast 30 Jahren daran, an Vergessenes und Verdrängtes zu erinnern. Im Gespräch mit Susanne Hein (Musikbibliothek, ZLB) berichtet Mitbegründer Dr. Albrecht Dümling von dem Versuch, die vom Hitler-Regime verfolgten und auch nach 1945 viel zu häufig vergessen gebliebenen Musiker in das Musikleben der Gegenwart zurückzuholen. Die ZLB hält zahlreiche der besprochenen Werke zur Ausleihe bereit. Das Gespräch wird aufgezeichnet und ist ab 20. Juli hier verfügbar.


Zwei Stadtführungen von der AGB zum Ort der Berliner Kapitulation am 2. Mai 1945

Mit: Joachim Dillinger, Hausgemeinschaft Schulenburgring 2

Mi. 15.07. | 17.00 Uhr | Teilnahme kostenlos | Mund-Nasen-Schutz verpflichtend
Sa. 22.08. | 11.00 Uhr | Teilnahme kostenlos | Mund-Nasen-Schutz verpflichtend

Treffpunkt: ZLB-Logo auf der Wiese vor der Amerika-Gedenkbibliothek

Im Columbia-Haus beim ehemaligen Flughafen Tempelhof befand sich ein frühes KZ, in dem tausende Gegner des Nationalsozialismus gefangen und gefoltert wurden. Ein Mahnmal am Columbiadamm / Ecke Golßener Straße erinnert daran. Im Schulenburgring 2 wurde die Berliner Kapitulation am 2. Mai 1945 unterzeichnet. In diesem Haus wohnte auch die jüdische Familie Grunwald, von der drei Mitglieder deportiert und ermordet wurden. Der Rundgang beginnt an der Amerika-Gedenkbibliothek und führt vom Mahnmal für die Opfer des KZ am Columbiadamm zur ehemaligen Synagoge in der Mussehlstraße und zum Haus der Berliner Kapitulation. Dauer etwa zwei Stunden.

Maßnahmen zum Infektionsschutz: Der Mindestabstand von 1,50 m ist einzuhalten. Zur Teilnahme ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Maximale Teilnahmezahl: 20 Personen


Veranstaltungen, die verschoben werden:

  • Nationalsozialistischer Kulturgutraub und Provenienzforschung – die Verteilwege geraubter Bücher durch Berliner Bibliotheken nach 1945
  • Bücher als Gedächtnisspeicher – die Suche nach Restbeständen jüdischer Bibliotheken Berlins

Diese Veranstaltungen mussten aufgrund der Pandemie-Einschränkungen verschoben werden. Wenn wir Sie darüber informieren sollen, wann sie stattfinden können, schreiben Sie gern eine Nachricht an themenraum@zlb.de

 

Bibliografie zum Themenraum

Online-Angebote zum Thema

Online-Angebote zum Thema „Mai 1945“

In eigener Sache: Provenienzforschung der Zentral- und Landesbibliothek

In den Beständen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) befinden sich Bücher, die ihren rechtmäßigen Eigentümern während der NS-Herrschaft zwischen 1933 und 1945 entzogen wurden. Dieses NS-Raubgut, genauer "NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut", umfasst nicht nur Objekte, die gewaltsam durch die Exekutivorgane des Dritten Reiches entwendet oder durch diskriminierende Gesetze enteignet wurden, sondern auch jene, die von den Verfolgten verkauft werden mussten, um ihre Flucht oder das Überleben zu ermöglichen. Es finden sich Beispiele für "Offene Fälle" (Ihre Mithilfe ist gefragt!), sowie für geglückte Restitutionen.

https://www.zlb.de/fachinformation/spezialbereiche/provenienzforschung.html


Eine Provenienzdatenbank und ein Onlineatlas zu den Orten der nationalistischen Bücherverbrennung 

Looted Cultural Assets
Die Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets ist ein 2016 gegründetes Gemeinschaftsprojekt von Bibliotheken, die sich in der Suche nach NS-Raubgut engagieren.
Gemeinsam wird die Herkunft der Bücher erforscht, die sich in den jeweiligen Einrichtungen befinden.

Verbrannte Orte
E
in Onlineatlas zu den Orten der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen 1933.


Angebote unserer Kooperationspartner*innen

Die (digitale) Ausstellung „Deportiert nach Auschwitz - Sheindi Ehrenwalds Aufzeichnungen" des Deutschen Historischen Museums (DHM)
https://www.dhm.de/ausstellungen/deportiert-nach-auschwitz-sheindi-ehrenwalds-aufzeichnungen.html

und die Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im DHM
https://www.dhm.de/ausstellungen/hannah-arendt-und-das-20-jahrhundert.html

Das 1983 aus einer Bürgerinitiative hervorgegangene "Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin" ist kein Museum im eigentlich Sinne. Es handelt sich um einen eingetragenen Verein, deren Mitglieder u.a. durch (Wander)Ausstellungen an fast vergessene Orte des NS in Berlin erinnern.

Unsere Empfehlung: "Ausgeblendet. Der Umgang mit NS-Täterorten in Ost- und West-Berlin"
Die zweisprachige (dt./engl.) Ausstellung, die beide Teile erstmals vereinigt, ist noch bis Ende Juli 2020 im Rathaus Tiergarten (2. Obergeschoss) zu sehen.


weitere Online-Ausstellungen

Museum Karlshorst: "Von Casablanca nach Karlshorst"
www.museum-karlshorst.de/index.php

Mit 360° Rundgang, Highlights der Ausstellung, Informationen in russischer und leichter Sprache sowie mit einer besonderen Auswahl "Wie wir uns erinnern - Stimmen von Kindern und Jugendlichen“.

 

Ausleihkonditionen

Ausleihe - Dauer |14 Tage

 

Ausleihe - Anzahl |10

 

Sonderleihfristen|nein

 

Verlängerung|nein

 

Vormerkung|nein