Themenraum: Draußen leben | 14.09. - 05.12.2021

Wohnungs- und obdachlose Menschen sind Teil unserer Stadt. Aber allzu oft sehen wir an ihnen vorbei oder vermeiden die Begegnung – dabei geht ihre Situation uns alle an. Der Themenraum „Draußen leben“ lädt dazu ein, hinzusehen und zuzuhören, wenn Menschen von ihrem Leben auf der Straße erzählen und uns an ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und Wünschen teilhaben lassen.

Dabei geht es auch um alternative Lebensentwürfe, steigende Mieten und knapper werdenden Wohnraum. In begleitenden Veranstaltungen versuchen wir einen Raum zum Austausch zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen zu schaffen. Unsere große Medienauswahl bietet die Möglichkeit, tiefer in das Thema einzusteigen und Sie finden Anregungen, wie Sie sich engagieren können.

Der Themenraum findet in Kooperation mit Gitschiner 15 – Zentrum für Gesundheit und Kultur gegen Ausgrenzung und Armut statt.

Für den Themenraum „Draußen leben“ haben wir Ihnen auf OverDrive zusätzlich eine Auswahl interessanter E-Books und E-Audios zum Thema zusammengestellt.
Stöbern Sie ganz entspannt in unserer OverDrive-Sammlung - „Draußen leben“ und lassen Sie sich inspirieren.
 

Bibliografie zum Themenraum

Veranstaltungen

Di 30.11.2021 | Dialog | 18.30  – 20.00 Uhr | Salon der Amerika-Gedenkbibliothek

Obdachlosigkeit. Wir reden darüber – gemeinsam mit Ihnen

Wohnungs- und obdachlose Menschen sind Teil unserer Stadt. Aber allzu oft sehen wir an ihnen vorbei oder vermeiden die Begegnung – dabei geht ihre Situation uns alle an. Gefragt wird nach dem „Warum“ der Obdachlosigkeit: Warum verlieren Menschen ihre Wohnung, warum landen sie auf der Straße? Aber auch danach, was jede*r Einzelne tun kann und nicht zuletzt: Wo ist die Politik gefordert?

Peter Storck und Judith Galka im Gespräch mit den Teilnehmer*innen der Veranstaltung.

Peter Storck ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion. Er engagiert sich seit langem mit seiner Gemeinde in der Obdachlosen- und Flüchtlingsarbeit. Zu dem vielfältigen Angebot gehört auch die Gitschiner 15 – Zentrum für Gesundheit und Kultur. Gegen Ausgrenzung und Armut.

Judith Galka leitet das Referat Programm in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Die Veranstaltung findet aufgrund der Infektionslage als Videokonferenz statt.

Wir freuen uns auf und über Ihre Teilnahme. Bitte melden Sie sich dafür an: reservierung.zlb.de/themenraum

Sie bekommen dann am Tag der Veranstaltung den Teilnahme-Link.

 

 

bereits stattgefundene Veranstaltungen

Fahrradwerkstatt für alle

Ihr Fahrrad ist reparaturbedürftig? Dann bietet das Team der Gitschiner 15-Fahrradwerkstatt Hilfe beim Schrauben am Fahrrad an, so dass es wieder rund läuft!
Mobil zu sein ist wichtig für alle, um am Leben in Berlin teilzuhaben – auch und gerade für Menschen, die auf der Straße leben. Im Rahmen des Themenraums „Draußen leben“ verlegt das Team ihre Fahrradwerkstatt alle zwei Wochen für zwei Stunden vor die Amerika-Gedenkbibliothek.

Mi 22.09.21 | 15.00 – 17.00 Uhr
Mi 06.10.21 | 13.00 – 15.00 Uhr
Mi 20.10.21 | 13.00 – 15.00 Uhr


Ohne Anmeldung, einfach mit dem Fahrrad vorbeikommen.
In Kooperation mit Gitschiner 15 – Zentrum für Gesundheit und Kultur gegen Ausgrenzung und Armut

Bei schlechtem Wetter oder Temperaturen unter 12 °C fällt die Fahrradwerkstatt aus.


Sa 16.10.21 | 15.00 – 17.00 Uhr | Führung | Berliner Stadtbibliothek

Zwei Flaschen sind ein Brötchen
Stadtführung mit Klaus Seilwinder, Querstadtein e.V.

Zwischen 2002 und 2009 legte Klaus Seilwinder jeden Tag viele Kilometer zu Fuß zurück. Er sammelte Flaschen, um das Geld zum Überleben zusammenzubekommen. Auf seiner Tour entlang seiner damaligen Route beschreibt Klaus, warum er sich auf der Straße lieber allein durchschlug als in der Gruppe und versuchte, im öffentlichen Raum unsichtbar zu bleiben. Und er erzählt, warum es gut war, dass er eines Tages doch von jemandem entdeckt wurde.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit querstadtein e.V. statt.

Anmeldung: Teilnahme nur nach vorheriger verbindlicher Anmeldung. Bitte buchen Sie für jede*n Teilnehmer*in ein eigenes Ticket. Personen ohne Ticket können nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Bitte stornieren Sie das Ticket rechtzeitig, falls Sie verhindert sind. zur Anmeldung

Treffpunkt: Die Stadtführung startet an der Berliner Stadtbibliothek, Breite Str. 30-36, 10178 Berlin-Mitte, direkt am Haupteingang vor der Berliner Stadtbibliothek.
Bitte seien Sie pünktlich.

Die Route: Wir passieren den Hausvogteiplatz und enden am Gendarmenmarkt. Entlang dieser Route spielte sich der Alltag des Stadtführers Klaus Seilwinder ab – jeder Ort hatte eine bestimmte Funktion in seinem Tagesablauf.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise unseres Kooperationspartners Querstadtein e.V.:
 - Querstadtein nutzt zu Corona-Zeiten ein eigenes Audiogerätesystem. Bitte bringen Sie daher, wenn möglich, eigene Kopfhörer mit (kein Bluetooth). Zur Not werden Ein-Ohr- Kopfhörer zum Verleih zur Verfügung gestellt.
- Das Tragen einer medizinischen Maske (OP-Maske ist ausreichend) während der Führung ist Pflicht. Die medizinische Maske darf von den Teilnehmenden abgenommen werden, wenn der Stadtführer an einer Station für mehrere Minuten etwas erzählt und 1,5 Meter Abstand zwischen den Teilnehmenden gewährleistet ist!


Sa 23.10.21 | 15.00 – 16.30 Uhr | Salon der Amerika-Gedenkbibliothek

Von der Straße für die Straße - Im Gespräch mit Berliner Straßenmagazinen

Wir alle kennen sie: Berliner Straßenmagazine. Verkauft werden sie von wohnungs- und obdachlosen Menschen in Cafés, dem öffentlichen Nahverkehr, vor Supermärkten oder andernorts in unserer Stadt.

Straßenmagazine und –zeitungen sind überall in deutschen Großstädten verbreitet. Woher stammt Idee der Stadtmagazine, wie wir sie heute kennen? Wie arbeiten die Redaktionen, welche Themen werden behandelt und welche Ziele verfolgen die Macher*innen?
Gemeinsam im Gespräch mit den Straßenmagazinen und -zeitungen Arts of the Working Class, Karuna Kompass und dem strassenfegerMAG unterhalten wir uns über diese und viele weitere Fragen.
Lernen Sie gemeinsam mit uns die Arbeit der Berliner Straßenmagazine kennen.

zur Anmeldung            

Es gibt ein Platzkontingent. Soweit am Veranstaltungstag noch Plätze vorhanden sind, können Sie auch spontan dazu kommen.

Bitte beachten Sie: Nur geimpfte, genesene oder getestete Personen können hier teilnehmen.
Getestet: negativer Antigen-Schnelltest, nicht älter als 24h oder PCR-Test, nicht älter als 48h
Genesen: mit Auffrischungsimpfung nach 6 Monaten


Do 28.10.21 | Führung | Start: 16.30 Uhr

Armut und Obdachlosigkeit in Berlin - Eine Stadtführung durch den Wedding mit Stefan Zollhauser

Auf unserer Stadttour erkunden wir die Geschichte der Armut im Wedding, begleiten stellungslose Dienstmädchen, schwer schuftende Heimarbeiterinnen und bettelnde Kriegsinvaliden, erforschen die stetig wiederkehrende Wohnungsfrage und besuchen ein ehemaliges Obdachlosenasyl. Dabei lernen wir auch verschiedene Protestformen und Eigeninitiativen kennen.

Der Rundgang startet an der Ecke Bernauer Straße/Ackerstraße und endet nach ca. 2 Stunden an der Kolberger Straße.


So 31.10.21 | Führung | Start: 11.00 Uhr

Wohnen und Mietkämpfe in FHXB - Stadtführung mit Stefan Zollhauser

Wohnen ist ein Menschenrecht. Doch es muss (scheinbar) immer wieder neu erkämpft werden. Wir begleiten die Miet- und Häuserkämpfe der letzten 150 Jahre, thematisieren Zwangsräumungen und Selbsthilfeaktionen, staatliche und genossenschaftliche Initiativen und erkunden verschiedene Wohnformen. Mietskasernen, Sozialer Wohnungsbau und Mietpreisbindung sind nur einige Stationen unserer historischen Spurensuche. Dabei werden wir auch auf aktuelle Herausforderungen und verweigerte Lernprozesse eingehen.

Der Stadtspaziergang beginnt an der Ecke Blumenstraße/Andreasstraße und endet etwa 2 Stunden später auf dem Mariannenplatz.


Di 23.11.2021 | Dialog | 18.30 – 20.00 Uhr | Salon der Amerika-Gedenkbibliothek

Absprung von der Straße

Wie finden Menschen den Weg zurück von der Straße in ein Zuhause? Live-Rap und Gespräch mit Debora Ruppert und Aaron Schmidt

Aaron Schmidt war obdachlos, diese komplizierte Zeit in seinem Leben hat er in einem Rap verarbeitet. Außerdem spricht er über seinen Absprung von der Straße mit der Fotografin Debora Ruppert. Ihre Fragen sind willkommen.

Debora Ruppert porträtiert seit 2009 wohnungslose Menschen auf den Straßen Berlins. Sie sucht sie an verborgenen Orten im urbanen Raum auf – unter Brücken, in Parks und Zeltstädten. Ihre Bilder stellen eine Beziehung her, einige sind zurzeit im Themenraum ausgestellt.

Mehr zu Debora Ruppert finden Sie hier: www.deboraruppert.com

Anmeldung unter reservierung.zlb.de/themenraum

Es gibt ein Platzkontingent. Soweit am Veranstaltungstag noch Plätze vorhanden sind, können Sie auch spontan dazu kommen.

Die Teilnahmebedingungen für die Veranstaltung finden Sie unter www.zlb.de/info


 

Fotografien Debora Ruppert

Im Themenraum "Draußen leben" sehen Sie drei Fotografien der Berliner Fotografin Debora Ruppert. Die Bilder sind Teil ihrer Portrait-Serie „One Wish“.

Debora Ruppert arbeitet seit 2015 als freiberufliche Fotografin mit dem Schwerpunkt auf sozialkritischer Porträtfotografie weltweit. Sie ist Autodidaktin. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit gesellschaftspolitischen Themen, wie Obdachlosigkeit, Armut, Menschenhandel, Flucht und Zwangsprostitution auseinander.

Seit 2009 portraitiert Debora Ruppert wohnungslose Menschen auf den Straßen Berlins. Die Fotografin begibt sich in eine Parallelwelt, die direkt vor unserer Haustür existiert. Sie geht auf eine architektonische Spurensuche zu versteckten öffentlichen Orten, die von Menschen ohne Obdach zu Wohnraum auf Zeit umgewandelt wurden. Ihre Bilder stellen eine Beziehung her, sind nie voyeuristisch, sondern lassen etwas von der einzigartigen Würde erahnen, die jedem Menschen innewohnt. Die Porträts treten in Dialog mit Menschen, die von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen sind.

Seit 2018 ist ihre Wanderausstellung: „KEIN RAUM – Begegnungen mit Menschen ohne Obdach“ in den Berliner Rathäusern zu sehen. (Quelle Text: Debora Ruppert)

Mehr zu Debora Ruppert finden Sie hier: www.deboraruppert.com

Unterstützen

Was tun? Was tun!

In Berlin leisten zahlreiche Institutionen und Initiativen wichtige Hilfe für Menschen, die auf der Straße leben. Sie freuen sich über Unterstützung und bieten auch die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Eine Auswahl:

Berliner Kältehilfe
www.kaeltehilfe-berlin.de

Berliner Obdachlosenhilfe e.V.
www.berliner-obdachlosenhilfe.de

Berliner Stadtmission
www.berliner-stadtmission.de

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosen e.V.
www.bagw.de/de

Caritas-Foodtruck
www.caritas-berlin.de/diecaritasimerzbistum/caritas-im-pastoralen-raum/foodtruck

Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e.V.
www.diakonie-stadtmitte.de/start

Gangway e.V.
www.gangway.de

Gitschiner 15
www.gitschiner15.de

Karuna e.V.
www.cms.karuna-ev.de

Strassenfeger e.V.
https://strassenfeger.org

 

Ausleihkonditionen

Ausleihe - Dauer |14 Tage

 

Ausleihe - Anzahl |10

 

Sonderleihfristen|nein

 

Verlängerung|nein

 

Vormerkung|nein

 
Nutzung der ZLB ohne festen Wohnsitz

Unsere Bibliotheken sind für alle offen – dazu braucht es keinen Ausweis. Bücher, Comics sowie aktuelle Zeitungen und Zeitschriften aus unseren frei zugänglichen Regalen können Sie auch ohne Bibliotheksausweis bei uns lesen.

Möchten Sie gerne weitere Angebote der ZLB nutzen, haben aber keinen festen Wohnsitz, können Sie sich einen kostenlosen Lesesaalausweis ausstellen lassen. Dazu brauchen Sie nur einen gültigen Personalausweis oder Pass.

Mit dem Lesesaalausweis können Sie
•    PC-Arbeitsplätze nutzen, um ins Internet zu gehen, Musik hören oder DVDs anschauen
•    Medien aus dem Magazin in den Lesesaal bestellen

Mit dem Lesesaalausweis können Sie allerdings keine Medien außer Haus ausleihen.

Sie können sich den Ausweis innerhalb unserer Servicezeiten an beiden Standorten der ZLB ausstellen lassen.

Die ZLB heißt alle Menschen willkommen. Aber wie geht das? Jennifer Borsky und Anna Jacobi haben Antworten. „Respekt muss man sich nicht verdienen“. Bibliothek als Ort der Teilhabe, taz 20.08.2021