Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), die größte Öffentliche Bibliothek Deutschlands, braucht dringend ein neues Haus. Mit bis zu 5.000 Nutzenden am Tag ist die ZLB die meistbesuchte Kultureinrichtung Berlins. Die aktuellen Räume sind für das Publikum aber viel zu klein. Die Bibliotheksgebäude sind überlastet, stark sanierungsbedürftig und nicht geeignet, um das Berliner Kulturgut zu schützen. Die ZLB ist immer noch auf zwei Standorte in Ost- und Westberlin aufgeteilt, eine Zentralbibliothek und ihre Bestände gehören aber unter ein Dach.
Am Alexanderplatz 9 bietet sich die Gelegenheit. Neben einem verkleinerten Kaufhaus kann eine moderne Bibliothek für die ganze Stadt entstehen. Der Standort ist zentral, für alle gut erreichbar und bietet genug Platz für ZLB und Galeria.
Eine moderne Bibliothek für ganz Berlin
©Atelier Oslo/lundhagem_Commerz Real
In einer öffentlichen Zentralbibliothek kommen unterschiedlichste Menschen zusammen, um sich einen Ort zu teilen. Sie finden dort alles, was sie brauchen: Einen kostenlosen Raum für Bildung, Kultur und Begegnung.
Neben Galeria wird Platz für eine moderne Bibliothek für alle:
- An den etwa 2.000 Arbeitsplätzen können die Menschen der Stadt lesen, lernen, arbeiten und sich informieren.
- Neben klassischen Leseplätzen, IT-Arbeitsplätzen und freiem WLAN bietet die Bibliothek Zugriff auf bis zu 550.000 Medien in der Freihandaufstellung.
- Räume für Workshops, Musik und Videoproduktion, Makerspaces und digitale Angebote laden dazu ein, kreativ zu werden.
- Eine große Kinderbibliothek bietet Platz für spielerisches Lernen, für Leseförderung und für Freizeitangebote für Familien.
- Jugendliche nutzen die Bibliothek als Treffpunkt, als Lern- und Orientierungshilfe. In Einzel- und Gruppenräumen, Workshops und Bildungsangeboten können sie sich in sicherer Umgebung entfalten.
- An einem neuen, gut erreichbaren Zentralstandort am Alexanderplatz erwartet die ZLB zwischen 10.000–15.000 Besuchende täglich. Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden hier einen kostenlosen Aufenthalts- und Begegnungsort mitten in der Stadt.
Architektonisch ist das Gebäude für eine Mischnutzung von Bibliothek und Warenhaus sehr gut geeignet. Das zentrale Atrium, derzeit noch von Rolltreppen geprägt, ließe sich so umgestalten, dass es als offener Freiraum Orientierung schafft. Für die Bibliotheksnutzung könnte die Fassade geöffnet werden – gemeinsam mit der Glaskuppel im obersten Geschoss sorgt sie für viel Tageslicht und eine hohe Aufenthaltsqualität. Große Fenster und eine Dachterrasse ermöglichen den Blick über die Stadt und schaffen eine Verbindung zwischen Bibliothek und urbanem Raum. Die Verzahnung der Innen- und Außenbereiche – Bibliothek draußen stattfinden lassen und Menschen in das Gebäude einladen – ist ein wichtiger Baustein für das Vorhaben.
Mit Veranstaltungen, Aufenthaltsmöglichkeiten und einer Bibliothek für alle wird der Alexanderplatz zum Kultur- und Begegnungsort.
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Ein neues Kapitel für den Alexanderplatz wird unterstützt von:
Häufige Fragen und unsere Antworten
Mit einem Umzug verlässt die ZLB ihre alten Standorte und schafft Platz für Neues. Für die Berliner Stadtbibliothek, die in neun verschiedene Gebäude zusammengestückelt ist, sind vermutlich mehrere Nutzungen und eine Aufteilung sinnvoll, schon heute ist ein Gebäudeteil von der Musikhochschule genutzt. Für die Amerika-Gedenkbibliothek empfehlen wir, dass der Bezirk das Gebäude für dringend nötige Kulturräume und auch Bibliotheksangebote weiternutzt. Da die aktuellen Bestandsgebäude dem Land Berlin gehören, liegt die Entscheidung aber bei der Politik.
Das ist abhängig von den Nutzungsentscheidungen.
Das Warenhaus möchte sich verkleinern, in dem Gebäude gäbe es für die Bibliothek und Galeria also ausreichend Platz. Eine Bibliothek bringt viele Menschen ins Haus und mit klarer räumlichen Aufteilung macht eine Mischnutzung von Kulturangeboten und Shopping in einem Haus durchaus Sinn.
Die Besuchendenzahlen sprechen für sich: Bibliotheken sind die meistbesuchten Kultureinrichtungen. Vor allem in einer Stadt wie Berlin braucht es Bibliotheken nicht nur als Ausleih-, sondern auch als kostenlose Aufenthalts-, Lern- und Begegnungsorte.
Eine Sanierung der Bestandsgebäude würde voraussichtlich weit über 500 Millionen Euro kosten und den laufenden Betrieb extrem einschränken. Nicht nur die vielen Havarien sprechen gegen einen Verbleib in den beiden Standorten, auch die Größe stimmt nicht, die ZLB benötigt wesentlich mehr Fläche als in den Gebäuden möglich ist.
Der Alexanderplatz bietet enormes Potenzial für eine niedrigschwellige Kulturinstitution wie die ZLB. Kein anderer Platz Berlins ist so gut angebunden und zentral, gleichzeitig fehlt es hier an kulturellen und sozialen Ankerpunkten – eine Öffentliche Bibliothek kann diese große Lücke schließen.