Amerika-Gedenkbibliothek
geöffnet bis geschlossen bis
Berliner Stadtbibliothek
geöffnet bis geschlossen bis

Amerika-Gedenkbibliothek
Blücherplatz 1, 10961 Berlin

geöffnet bis geschlossen bis
  • Mo – Fr 10.00 – 21.00 Uhr
  • Sa 10.00 – 19.00 Uhr
  • So 11.00 – 17.00 Uhr
Mo – Fr
10.00 – 21.00 Uhr
Sa
10.00 – 19.00 Uhr
So
11.00 – 17.00 Uhr

Kinder & Jugendbibliothek

  • Mo – Fr 13.00 – 19.00 Uhr
  • Sa 10.00 – 19.00 Uhr
  • So 11.00 – 17.00 Uhr
Mo – Fr
13.00 – 19.00 Uhr
Sa
10.00 – 19.00 Uhr
So
11.00 – 17.00 Uhr

Berliner Stadtbibliothek
Breite Straße 30-36, 10178 Berlin

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Sa
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Berlin-Sammlungen

  • Mo – Sa 10.00 – 19.00 Uhr
Mo – Fr
10.00 – 19.00 Uhr
Sa
10.00 – 19.00 Uhr

Die ZLB bleibt an gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Es findet sonntags keine bibliothekarische Beratung statt.

Ein Ort der Begegnung Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)

Die Stiftung ZLB ist mit über 3,5 Millionen Medien und aktuell 1,5 Millionen Besuchen im Jahr die größte Öffentliche Bibliothek Deutschlands.

Collage der Gebäude Amerika-Gedenkbibliothek und Berliner Stadtbibliothek vor bedecktem Himmel

Die Bibliothek umfasst zwei Standorte. Zum einen die Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) in Berlin-Kreuzberg, zum anderen die Berliner Stadtbibliothek (BStB) in Berlin-Mitte.

Gelebte Demokratie

Die ZLB ermöglicht allen Menschen freien Zugang zu Wissen, Bildung und Kultur. Sie ist ein Ort der Begegnung und des miteinander Teilens. Hier teilt die Stadt ihr Wissen, hier teilen wir Medien, Technologien und Raum. Hier trifft man sich zu Austausch und Diskurs, hier wird Teilhabe in der analogen wie auch in der digitalen Welt aktiv gelebt.

Als Berliner Landesbibliothek haben wir zudem den Auftrag, alle in Berlin erscheinenden Druckwerke, Daten- und Tonträger zu sammeln.

Die ZLB ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts. 

Die drei Säulen der ZLB

Bibliotheken als öffentliche Orte für Wissen und Information werden auch in Zukunft einen hohen gesellschaftlichen Nutzen haben, aber sie werden sich auch verändern. Weltweit arbeiten Öffentliche Bibliotheken an neuen Konzepten für die moderne Bibliotheksarbeit – genau wie die ZLB. Was wir tun und welche Überlegungen dahinter stehen, beschreiben unsere drei Säulen der Bibliotheksarbeit.

Frau steht an Infotheke und blickt mit Bibliotheksmitarbeiter auf Bildschirm

Die ZLB als Ort der Information und des Wissens

Hier teilen wir Medien und Informationstechnologien und unterstützen aktiv lebenslanges Lernen

Drei Menschen schauen gemeinsam auf ein Tablet im Salon der AGB

Die ZLB als Ort für Aufenthalt und Arbeit

Hier teilen wir Raum zum Verweilen, zum Arbeiten und zur persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung

Frau und Mann auf Veranstaltung im Gespräch

Die ZLB als Ort der Begegnung und des Dialogs - Forum der Stadtgesellschaft

Hier teilen Berliner*innen ihr Wissen, ihre Perspektiven, ihre Leidenschaften und Fähigkeiten

Schulterblick zwischen Menschen hindurch, die eine Powerpointfolie mit der Aufschrift "Baufenster neu" betrachten

Mehr Wissen, mehr Platz. Berlin braucht einen Bibliotheksneubau.

Mehr über den Neubau am Blücherplatz

Die ZLB im Überblick

Ein Ort von Menschen für Menschen. Wir gestalten mit Ihnen und für Sie die Zukunft der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und machen sie zu einem Ort des Wissens und der Kooperationen.

Die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin und ihre Aufgaben

Logo der ZLB mit 4 bunten Büchern, die aussehen wie Schmetterlinge

Die Stiftung ZLB ist die öffentliche Zentralbibliothek des Landes Berlin mit landesbibliothekarischen Aufgaben.

Sie sammelt mit großer Vollständigkeit Medien aus und über Berlin und beteiligt sich mit ihren Sammlungen auch an der Bewahrung unseres kulturellen Erbes in Berlin. All das macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. 

Mehr über die Stiftung

Die ZLB als Teil des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB)

"VÖBB Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins" in blauen Großbuchstaben auf weißem Grund

Der VÖBB besteht aus zwölf Bezirksbibliotheken und der ZLB. Im Katalog des VÖBB können Sie Bücher, Filme, Musik und viele weitere Medien aus den Öffentlichen Bibliotheken Berlins finden und mit dem gemeinsamen Bibliotheksausweis ausleihen.

Gemeinsam bieten die VÖBB-Häuser auch ein sehr großes digitales Angebot.

Zum VÖBB

Die Geschäftsleitung

Als Vorstand und Generaldirektor leitet Volker Heller gemeinsam mit den Direktor*innen und stellvertretenden Vorständen Dr. Jonas Fansa, Nicole Lohrisch und Ralf Stockmann die ZLB.

Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte und vertritt die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich. Er ist dabei an die Beschlüsse und Weisungen des Stiftungsrates gebunden.

Foto von Volker Heller, Jonas Fansa, Nicole Lohrisch, Ralf Stockmann (v.l.n.r.)

Volker Heller, Dr. Jonas Fansa, Nicole Lohrisch, Ralf Stockmann (v.l.n.r.)

Daten und Fakten über die ZLB

Entstehung

Die ZLB ist durch das Gesetz vom 25. September 1995 mit Wirkung vom 1. Oktober 1995 als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts errichtet worden. Zur Stiftung gehören die Standorte Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) und Berliner Stadtbibliothek (BStB). Die organisatorische und strukturelle Einheit beider Häuser wurde mit Wirkung zum 1. Februar 1996 in Kraft gesetzt. Mit Wirkung vom 1. Januar 2005 wurden der Berliner Gesamtkatalog und die Senatsbibliothek Berlin in die Stiftung eingegliedert.

Aufgaben

Die Stiftung ZLB ist die öffentliche Zentralbibliothek des Landes Berlin mit landesbibliothekarischen Aufgaben.
Als Landes- und Universalbibliothek beteiligt sie sich mit ihren Sammlungen an der Bewahrung des kulturellen Erbes in Berlin und macht dieses der Öffentlichkeit zugänglich. Bei dieser Aufgabe stimmt sie sich mit Archiven und anderen Bibliotheken in Berlin ab. Sie ist der kulturellen Vielfalt verpflichtet und leistet insbesondere die benutzungsorientierte Literatur- und Informationsversorgung für den tertiären Bildungsbereich außerhalb der Berliner Hochschulen. Sie wirkt als bezirksübergreifendes Medien- und bibliothekarisches Innovationszentrum.

Darüber hinaus erbringt die Stiftung zentrale Dienstleistungen für das Bibliothekswesen in Berlin, stellt die bibliothekarische Informationsversorgung der Berliner Verwaltung sicher und beteiligt sich an überregionalen Gemeinschaftsaufgaben des Bibliothekswesens.

Vorstand

  • Volker Heller
    Generaldirektor

Stiftungsrat der Stiftung ZLB

  • Senator Joe Chialo (Vorsitz)
    Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • Helge Rehders (Stellv. Vorsitzender)
    Abteilungsleiter Grundsatz - Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • Heike Schmidt
    Leiterin der Stadtbibliothek Spandau
  • Stefan Rogge (Stellv.)
    Leiter der Stadtbibliothek Berlin-Mitte
  • Jürgen Christof
    Direktor der Universitätsbibliothek TU Berlin Professor
  • Dr. David Zellhöfer (Stellv.)
    Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • Abraham Taherivand
    Selbständiger Unternehmer/Berater
  • Geraldine de Bastion (Stellv.)
    GF Konnektiv Kollektiv GmbH
  • Dr. Hannelore Vogt
    Direktorin Stadtbibliothek Köln
  • Susanne Metz (Stellv.)
    Leiterin Leipziger Städtische Bibliotheken
  • Berit Johannsen
    Direktion Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel
  • Jana Wichmann (Stellv.)
    Head of Agility & Operations bei der zero360 GmbH
  • Lothar Brendel
    Personalratsvorsitzender der Stiftung ZLB
  • Bernhard Kuhlmann (Stellv.)
    Personalrat der Stiftung ZLB

Organigramm der ZLB

Hier finden Sie die Struktur der ZLB

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Ziele

Unser Freundeskreis will die Bekanntheit der ZLB in der Öffentlichkeit stärken und tritt für die ZLB ein. Er setzt sich dafür ein, Demokratie und Offenheit in der heutigen Wissensgesellschaft zu bewahren. Der Zweck des Freundeskreises besteht insbesondere in der Sammlung von Spenden für die Förderung von Projekten, Bestandserhaltung, Mitwirkung bei Vorträgen, Lesungen und Veranstaltungen der Bibliothek.

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt durch die moderaten Mitgliedsbeiträge, Spenden und in erheblichem Maße durch die vielbeachteten Buchverkaufstage, die in der Regel einmal im Jahr stattfinden. An den Buchverkaufstagen werden makulierte Bücher und andere Medien verkauft, um durch den Erlös das Konto des Freundeskreises aufzubessern. Unterstützt wird der Freundeskreis dabei durch die eigenen sehr engagierten Mitglieder*innen, sowie durch Mitarbeiter*innen beider Häuser der ZLB.

Mehr Informationen finden Sie hier

Haltungen

Logo IFLA

Die Internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen (IFLA) vertritt als führender internationaler Verband die Interessen von Bibliotheken und Informationseinrichtungen sowie von deren Nutzerinnen und Nutzern. Die IFLA sorgt für eine globale Präsenz des Bibliotheks- und Informationswesens.

Mehr Informationen auf www.ifla.org/

Ethikkodex für Bibliothekar*innen und andere im Informationssektor Beschäftigte | Kurzfassung IFLA - Code of Ethics

Präambel

Dieser Ethikkodex umfasst eine Reihe ethischer Empfehlungen, die zum einen einzelnen Bibliothekarinnen und sonstigen im Informationssektor Beschäftigten zur Orientierung dienen sollen und zum anderen Bibliotheks- und Informationsverbänden Anregungen bei der Erarbeitung und Überarbeitung ihres eigenen Kodex bieten sollen.

Der Zweck eines Ethikkodex ist es,

  • die Auseinandersetzung mit jenen Prinzipien zu fördern, auf deren Grundlage Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte Leitlinien (Policies) erarbeiten können und die der Lösung ethischer Dilemmata dienen
  • das berufliche Selbstbewusstsein zu stärken
  • gegenüber Nutzern und der Gesellschaft insgesamt Transparenz zu schaffen.

Dieser Kodex soll bereits existierende Kodizes nicht ersetzen oder Berufsverbände aus der Pflicht entlassen, eigene Kodizes basierend auf gründlicher Überprüfung und breiter Diskussion kooperativ zu entwickeln. Es wird nicht erwartet, dass der vorliegende Kodex in allen Einzelheiten übernommen wird.

Die weiteren Aussagen dieses Ethikkodex stützen sich auf die in der Präambel dargelegten Grundsätze mit dem Ziel, Empfehlungen für das angemessene Verhalten von Fachpersonal zu präsentieren. Es ist der IFLA bewusst, dass diese Grundsätze zwar das unveräußerliche Kernstück einer jeden bibliothekarischen Berufsethik darstellen, dass manche Details jedoch in Abhängigkeit von der jeweiligen Gesellschaft, den gemeinschaftlichen Gepflogenheiten oder der virtuellen Gemeinschaft variieren können. Während die Entwicklung von Kodizes/Berufsethiken eine wichtige Aufgabe der Berufsverbände ist, gehört die kritische Auseinandersetzung mit ethischen Fragen zu den generellen Pflichten aller Fachkräfte. Zu diesem Zweck empfiehlt die IFLA diesen Kodex daher allen ihren Mitgliedsverbänden und –einrichtungen sowie den einzelnen Bibliothekarinnen und anderen im Informationssektor Beschäftigten.

Die IFLA wird diesen Kodex bei Bedarf überarbeiten.

1. Zugang zu Informationen

Zur Kernaufgabe von Bibliothekarinnen und anderen im Informationssektor Beschäftigten gehört es, den Zugang zu Informationen für alle zu gewährleisten zum Zwecke der persönlichen Entwicklung, Bildung, kulturellen Bereicherung, Freizeitgestaltung und Wirtschaftstätigkeit, der informierten Teilnahme an demokratischen Prozessen sowie der Festigung demokratischer Strukturen.
Daher lehnen Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte Zensur jeglicher Art ab; sie streben danach, ihre Dienstleistungen für die Benutzer kostenlos bereitzustellen, bewerben Bestände und Dienstleistungen bei potentiellen Nutzern und bemühen sich, ihre physischen und virtuellen Dienstleistungen so zugänglich wie irgend möglich zu machen.

2. Verantwortung gegenüber Einzelnen und der Gesellschaft 

Um Inklusion zu fördern und Diskriminierung zu beseitigen, setzen sich Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte dafür ein, dass das Recht auf Zugang zu Informationen nicht verweigert wird und dass identische Dienstleistungen für jeden zugänglich sind - unabhängig von Alter, Staatsangehörigkeit, politischer Überzeugung, körperlichem oder geistigem Vermögen, Geschlechtsidentität, Kulturzugehörigkeit, Bildung, Einkommen, Einwanderungs- oder Asylantragsstatus, Familienstand, Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Orientierung.

Zur Verbesserung des Informationszugangs für alle unterstützen Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte die Menschen bei der Informationsrecherche, helfen ihnen bei der Weiterentwicklung ihrer Lese- und Informationskompetenz und fördern den ethischen Gebrauch von Informationen (mit besonderer Berücksichtigung der jungen Generation).

3. Datenschutz, Diskretion und Transparenz

Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte respektieren die Privatsphäre und den Schutz persönlicher Daten, die im Verkehr zwischen ihren Einrichtungen und Einzelpersonen zwangsläufig ausgetauscht werden. Gleichzeitig fördern sie die größtmögliche Informationstransparenz im Zusammenhang mit Körperschaften des öffentlichen Rechts, Privatunternehmen und allen sonstigen Einrichtungen, deren Aktivitäten das Leben einzelner und der Gesellschaft als Ganzes tangieren.

4. Open Access und geistiges Eigentum

Es liegt im Interesse von Bibliothekarinnen und anderen im Informationssektor Beschäftigten, Bibliotheksnutzern den bestmöglichen Zugang zu Informationen und Ideen unabhängig von Medium und Format anzubieten.
Gleichzeitig bekennen sie sich dazu, Partner von Autoren, Verlagen und sonstigen Schöpfern urheberrechtlich geschützter Werke zu sein.

Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte setzen sich dafür ein, dass sowohl die Rechte der Nutzer als auch der Urheber respektiert werden. Sie unterstützen die Grundsätze von Open Access, Open Source und Open Licenses. Hinsichtlich der Urheberrechtsregelungen bemühen sie sich um angemessene, sinnvolle und notwendige Einschränkungen und Ausnahmen für Bibliotheken und setzen sich vor allem gegen die Ausweitung geltender Urheberrechtsregelungen ein.

5. Neutralität, persönliche Integrität und Fachkompetenz

Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte sind dazu verpflichtet, hinsichtlich des Bestandes, der Benutzung und der Dienstleistungsangebote eine neutrale und unvoreingenommene Haltung einzunehmen. Sie bemühen sich, ausgewogene Bestände zu schaffen, entwickeln ausgewogene Leitlinien für ihre Dienstleistungen, stellen ihre persönlichen Überzeugungen gegenüber ihren dienstlichen Pflichten zurück,
kämpfen gegen Korruption und sind bestrebt, ihre Fachkompetenz zu optimieren.

6. Beziehungen zu Kollegen und Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern

Bibliothekarinnen und andere im Informationssektor Beschäftigte gehen fair und respektvoll miteinander um. Sie lehnen daher Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von Alter, Staatsangehörigkeit, politischer Überzeugung, physischem oder geistigem Vermögen, Geschlecht, Familienstand, Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Orientierung ab. Sie treten dafür ein, dass Männer und Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten, sie geben ihre Berufserfahrung weiter und beteiligen sich aktiv an der Arbeit ihrer Berufsverbände.

Erarbeitet von Loida Garcia-Febo, Anne Hustad, Hermann Rösch, Paul Sturges und Amélie Vallotton (FAIFEArbeitsgruppe).

Verabschiedet durch den IFLA-Vorstand, August 2012.

Aus dem Englischen ins Deutsche übertragen von Maria Reinhard und Hermann Rösch, September 2012.

Logo BID

Bibliothek & Information Deutschland (BID) e.V. ist die Dachorganisation der Bibliotheks- und Informationsverbände in Deutschland. Ihre Mitglieder sind der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv), der Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB), der VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e.V., das Goethe-Institut und die ekz-bibliotheksservice GmbH.

Mehr Informationen auf http://www.bideutschland.de/

Ethische Grundsätze von Bibliothek & Information Deutschland (BID)

Präambel

Bibliothek & Information Deutschland (BID) e.V. ist die Dachorganisation der Bibliotheks- und Informationsverbände in Deutschland. Ihre Mitglieder sind der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv), der Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB), der VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e.V., das Goethe-Institut und die ekz-bibliotheksservice GmbH.

BID hat sich mit ihren Mitgliedern auf die folgenden ethischen Grundsätze verständigt, die dem Verband, den Mitgliedern selbst und darüber hinaus allen Angehörigen des Bibliothekswesens in Ausbildung und Beruf, in Forschung und Lehre zur Orientierung in berufsethischen Fragen und als Grundsätze guten Handelns dienen sollen. Sie sollen zur Reflexion und Diskussion über Handlungsprinzipien anregen und Transparenz gegenüber Nutzerinnen und Nutzern und gegenüber der Gesellschaft insgesamt schaffen.

Zu den traditionellen Aufgaben von Bibliotheken gehört es, Informationsdienstleistungen zur Förderung der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung bereitzustellen sowie Bildung und Wissenschaft zu unterstützen. Bibliotheken dienen damit der informationellen Grundversorgung.
Bibliotheken sind Einrichtungen ohne kommerzielle Interessen, sie sind Orte der Integration und der Kommunikation. Sie sind grundlegende Institutionen der gelebten Demokratie und ermöglichen die mündige Teilhabe an der Gesellschaft.

Insbesondere daraus leitet BID eine grundsätzliche gesellschaftliche Verantwortung von Bibliotheken und der im Bibliothekswesen Tätigen ab. Diese ergibt sich insbesondere aus dem Recht auf Meinungsfreiheit und auf freie Meinungsäußerung, wie es in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und in Artikel 5 des Grundgesetzes niedergelegt ist, sowie aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz nach Artikel 3 des Grundgesetzes.

BID und ihre Mitglieder setzen sich für das berufliche Handeln auf der Basis dieser ethischen Grundsätze ein und unterstützen die in Bibliotheken Beschäftigten bei deren Beachtung. Das geschieht unter anderem durch laufende Information und durch Kooperation mit verwandten Organisationen. Der Dachverband wird auf der Grundlage von Vorstandsbeschlüssen in der Fachöffentlichkeit auch zu ausgewählten, grundsätzlichen ethischen Fragen Stellung beziehen.

BID wird aktiv mit der Fachöffentlichkeit in die Diskussion über diese Grundsätze treten, diese regelmäßig auch im Hinblick auf internationale Entwicklungen prüfen und sie nach Bedarf überarbeiten.

1. Zugang zu und Vermittlung von Informationen

  • Wir ermöglichen einen öffentlichen Zugang zu unseren realen und virtuellen Räumen,den physischen Medienbeständen, den digitalen Ressourcen und anderen allgemein zugänglichen Informationsquellen.
  • Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung, für Pluralität und für den freien Fluss von Informationen ein, da der ungehinderte Zugang zu Informationen essentiell ist für demokratische Gesellschaften. Eine Zensur von Inhalten lehnen wir ab.
  • Wir wählen die Informationsquellen bedarfsorientiert nach fachlichen und qualitativen Kriterien aus – unabhängig von persönlichen Vorlieben und von Einflüssen Dritter.
  • Wir achten auf Absendertransparenz und Zuverlässigkeit der Informationsquellen ohne Beeinflussung durch Werbung.
  • Wir setzen uns für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung ein und unterstützen diese durch die Bereitstellung von Informationen, Daten und durch die damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen.
  • Wir handeln nach dem Grundsatz der Offenheit (Openness), wie er sich u.a. in Open Access, Open Source, Open Educational Resources und Open License konkretisiert, um einen bestmöglichen Zugang zu Informationen zu ermöglichen und die Prinzipien der Partizipation und Kollaboration zu verwirklichen.
  • Wir engagieren uns für gesetzliche Regelungen zum Schutz des geistigen Eigentums, die für einen angemessenen Ausgleich zwischen den Urheberinnen und Urhebern, den Rechteinhaberinnen und –inhabern und den Nutzerinteressen sorgen.
  • Wir engagieren uns für die Bewahrung, Erschließung, Vermittlung und die öffentliche Zugänglichkeit des kulturellen Erbes sowie von Informationen, die als Public Domain öffentliches Gemeingut geworden sind.
  • Wir unterstützen bei der Recherche und fördern die Lese-, Medien- und Informationskompetenz.

2. Verhältnis zu Interessengruppen, Partnern und Akteuren

2.1 Nutzer, Kundinnen und Kunden sowie allgemeine Öffentlichkeit

  • Wir behandeln alle Personen, die unsere Bibliotheken und Informationseinrichtungen nutzen, im Grundsatz gleich. Informationen und Beratung erteilen wir sachlich, unparteiisch und freundlich.
  • Wir strukturieren, präsentieren und bereiten Inhalte in einer Weise auf, die es ermöglicht, selbständig und zielgenau Informationen zu finden und zu nutzen.
  • Wir setzen uns für die gesellschaftliche Teilhabe durch einen entgeltfreien bzw. kostengünstigen Zugang zu unseren Beständen, den digitalen Angeboten und Dienstleistungen ein.
  • Wir engagieren uns aus Überzeugung für die Beachtung der gesetzlichen Vorgaben für unsere Arbeit, zum Beispiel zur Gleichbehandlung, zum Jugendschutz und zum Datenschutz.
  • Wir unterstützen, dass die Bibliotheken als für jedermann zugängliche und gleichzeitig geschützte Räume ohne kommerzielle Interessen breit genutzt werden.

2.2 Unterhaltsträger

  • Wir erfüllen den Auftrag unserer Unterhaltsträger und arbeiten mit ihnen vertrauensvoll und regelkonform zusammen.
  • Wir betonen die fachliche und inhaltliche Unabhängigkeit der bibliothekarischen Arbeit von politisch motivierter oder anderer sachfremder Einflussnahme.

2.3 Partnerinnen und Partner

  • Wir arbeiten nur mit Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern zusammen, die ihre Leistungen in Übereinstimmung mit gesetzlichen Regelungen erbringen.
  • Wir arbeiten partnerschaftlich mit Autorinnen und Autoren, Kreativen und sonstigen Schöpfern urheberrechtlich geschützter Werke sowie deren Rechteinhaberinnen und -inhabern zusammen und beachten die redaktionelle Freiheit.

2.4 Kolleginnen und Kollegen, Berufsumfeld

  • Fachliche Unabhängigkeit, Respekt, Fairness, Kooperationsbereitschaft, kritische Loyalität sowie die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, kennzeichnen unser Verhalten.
  • Wir streben eine Kultur der Kooperation, des selbst verantworteten Handelns und des gegenseitigen Vertrauens an.
  • Wir geben unsere Berufserfahrung weiter und unterstützen Berufsanfängerinnen und -anfänger.
  • Wir entwickeln unsere berufliche Qualifikation kontinuierlich weiter und betrachten Fort- und Weiterbildung als selbstverständliches Element unserer Arbeit.
  • Wir fördern das Engagement von Kolleginnen und Kollegen in Berufs- und Fachverbänden, in der berufsspezifischen Forschung, Lehre und Fortbildung.
  • Wir fördern die regionale, nationale und internationale Zusammenarbeit.

3. Integrität und Fachkompetenz

  • Wir bekennen uns zum Compliance-Gedanken und räumen regelkonformem Verhalten sowohl in der beruflichen Praxis als auch in unseren Verbänden einen zentralen Stellenwert ein.
  • Wir setzen uns für die Verbesserung fachlich relevanter gesetzlicher Regelungen ein.
  • Wir engagieren uns in der Vermittlung von Informationskompetenz sowie dem ethisch korrekten Gebrauch von Information und leisten dadurch unseren Beitrag zur Verhinderung von Manipulation durch Informationsverfälschung.
  • Wir verstehen Bibliotheken und Informationseinrichtungen als Orte des lebenslangen Lernens und zugleich als lernende Organisationen, die ihre Dienstleistungsstandards fortlaufend verbessern.
  • Wir streben Diversität im Kollegium an, um durch unterschiedliche kulturelle, soziale und professionelle Sichtweisen unsere Dienstleistungen zu verbessern.

Die Grundlage für diesen Text legte eine Arbeitsgruppe mit folgenden Mitgliedern:

  • Prof. Dr. Gabriele Beger
  • Susanne Metz
  • Dr. Carola Schelle-Wolff
  • Dr. Renke Siems
  • Dr. Bernhard Tempel.

Der Text wurde in einem Workshop auf dem Bibliothekartag am 1. Juni 2017 zur Diskussion gestellt und mit Ergänzungen und Modifikationen im BID-Vorstand behandelt und beschlossen.

Die Originaldatei zum herunterladen

ZLB als Mitzeichnerin der Berliner Erklärung der Vielen

Pinke Schrift vor Goldenem Hintergrund: Wir sind Viele - Jede*r einzelne von uns

Mit Unterzeichnung der Erklärung der Vielen möchte die ZLB gemeinsam mit mehr als 100 Berliner Kultureinrichtungen, Kunst- und Kulturschaffenden den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen populistische, demokratiefeindliche Strömungen deutlich artikulieren. Die ZLB positioniert sich damit als demokratischer und demokratiestabilisierender Ort der Vielfalt und setzt mit den Berliner Kunst- und Kulturschaffenden ein gesellschaftspolitisches Signal. Damit zeigen wir gemeinsam berlin- und bundesweit Haltung für Toleranz, Vielfalt und Respekt.

Wir verstehen unsere Bibliotheken als offene Räume der Vielfalt und leben dies in unserer täglichen Praxis. Die ZLB begreift sich als Kultureinrichtung, die Pluralität ermöglicht, die die Ausgewogenheit unseres Medienbestands zusichert und dennoch nicht unpolitisch sein kann. Die Bibliothek als chancengleicher, niedrigschwelliger, nichtkommerzieller Ort hat die Mission, „die Gesellschaft durch die Generierung von Wissen zu verbessern“, wie der amerikanische Bibliotheksvisionär Richard David Lankes schreibt. Wissen wird dabei nicht lediglich durch den Bestand an Medien vorgehalten, sondern ist in der Bibliothek, die wir als Plattform und Forum der Stadtgesellschaft begreifen, auch in der Interaktion, Diskussion und im Dialog zwischen den Menschen zu finden. Mit ihrer Arbeit unterstützt die ZLB die individuelle, im Sinne der Aufklärung emanzipatorische Entwicklung der Bürger*innen und damit die Entwicklung eines leistungsfähigen demokratischen Gemeinwesens. Mit unseren kuratierten Bestandspräsentationen, mit unseren Themenräumen, unseren Community Projekten, unserer Programmarbeit ermöglichen wir Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – analog und digital. Wir vermitteln Lese-, Medien- und Recherchekompetenz, dienen als Selbst- und Fremderfahrungsorte und tragen damit zur qualifizierten Meinungsbildung und –austausch bei. Wir unterstützen unsere Nutzer*innen bei der Erkennung von und dem Umgang mit sogenannten „Fake News“. Mit unseren Diskussions- und Beteiligungsformaten lassen wir Dialog zu und bieten ein Forum für konstruktive Konflikte. Kurzum: in unserer täglichen Arbeit nehmen wir permanent eine Haltung ein, die demokratiefeindlichen populistischen Strömungen entgegensteht.

Mehr Informationen finden Sie unter www.dievielen.de

Jezt die Erklärung lesen

Die Geschichte der ZLB

Die Stiftung ZLB entstand 1995 aus der Fusion der Berliner Stadtbibliothek (BStB) am Schlossplatz im Ostteil und der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) am Halleschen Ufer im Westteil Berlins.

  • Schwarzweiß-Aufnahme von vielen Menschen mit Büchern in Ausleihbereich der Bibliothek

    Zusammenführung und Gründung

    1995 wurden die AGB (ehemals West-Berlin) und die BStB (ehemals Ost-Berlin) zur ZLB zusammengeführt. Sie steht heute für ein gelungenes Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung und Zusammenführung bedeutender Bibliothekseinrichtungen in der Hauptstadt.

  • Historische Aufnahme von Menschen, die mit Büchern an langen Tischen in Bibliothek sitzen

    Schenkung der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB)

    Die AGB ist ein Geschenk des amerikanischen Volkes an die Berliner Bevölkerung anlässlich der von den Westberliner*innen 1948/49 erfolgreich überstandenen Blockade durch die sowjetische Besatzungsmacht. Sie wurde gemeinsam von deutschen und amerikanischen Architekt*innen als Public Library konzipiert und 1954 als Symbol für Bildungs- und Meinungsfreiheit eröffnet.

  • Historische Aufnahme von Menschen mit aufgeschlagenen Büchern an langen Holztischen in Bibliothek

    Gründung der Berliner Stadtbibliothek (BStB)

    Die Gründung der BStB vor über 100 Jahren basierte auf dem demokratischen Reformansatz der Jahrhundertwende, weiten Teilen der Bevölkerung Bildung zugänglich zu machen. Zum Bibliotheks-Ensemble im Marstallgebäude des ehemaligen Kaiserlichen Schlosses gehört das Ribbeck-Haus, Berlins ältestes Renaissancegebäude von 1624.