Amerika-Gedenkbibliothek
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Berliner Stadtbibliothek
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Interview DREI FRAGEN AN … Kalle, Social-Media-Manager ZLB

Unser Kollege Kalle gibt spannende Einblicke in seine Social-Media-Arbeit aus dem Marketing der ZLB. Erfahren Sie mehr über seine Empfehlungen und Wünsche für die Zukunft der Bibliothek.

26.01.2026
Portrait von Kalle

Unsere Social Media Kanäle

Kalle, wie sieht eigentlich dein Alltag als Social-Media-Manager in der ZLB aus?

Puh … aktuell renne ich allem noch ein bisschen hinterher und habe keinen klassischen Alltag, da ich erst seit Kurzem an der ZLB arbeite. Ich lerne ganz viele neue Menschen und Bereiche der ZLB kennen. Dabei versuche ich, meine „naive Perspektive“ als Chance zu nutzen: Ich beobachte, was mich als Neuling in der Bibliothek besonders interessiert. All das notiere ich und überlege dann, wie es kreativ nach außen präsentiert werden kann. Was wissen die meisten noch nicht über die ZLB, obwohl es total spannend ist?

In ruhigeren Momenten sortiere ich dann alles und versuche, konkrete Formate zu finden – ob Videos, Posts oder Sonstiges. Das kann ich dann an ca. einem Tag der Woche umsetzen. Einige Formate begleiten mich bereits dauerhaft. So wird jeden Sonntag ein Überblick mit den „Highlight-Veranstaltungen“ der kommenden Woche gepostet. So etwas fungiert als Grundgerüst, um das herum sich die kreativeren Ideen entfalten können. Es ist total wichtig, eine gewisse Konsistenz zu behalten und nicht jede Woche alles neu planen zu müssen.

Ich versuche mich dabei immer zu fragen: Welcher Post soll was bewirken? Die Bild-Beiträge mit den Veranstaltungs-Highlights (sogenannte „Carousels“) sind im aktuellen Algorithmus von Instagram nicht gerade Reichweiten-Magneten. Sie ermöglichen den Menschen, die gezielt auf unseren Kanal schauen, jedoch einen schnellen Überblick, was in der nächsten Woche Spannendes auf sie zukommt. Um wiederum neue Leute auf die ZLB aufmerksam zu machen, braucht es eher kurze Video-Formate, bei denen wir einfach ausprobieren müssen, was gut ankommt.

Im Optimalfall schaffen wir mit den Beiträgen beides: einen Mehrwert durch neue Infos für die Userinnen und User und gleichzeitig Aufmerksamkeit für die Bibliothek selbst. Ich finde auch ab und zu ein Bibliotheks-Meme lustig, aber wir müssen uns fragen, inwiefern wir damit nicht nur Likes bekommen, sondern tatsächlich Menschen zum Nutzen der ZLB animieren. Es braucht also den richtigen Mix.

Aktuell fokussiere ich mich noch am meisten auf Instagram und Facebook, aber es ist bereits geplant, einen TikTok-Account für die ZLB zu erstellen. Wir erhoffen uns dadurch, eine neue Zielgruppe zu erreichen, die aktuell noch nichts von den Bibliotheksangeboten weiß. Dabei gilt es immer, einen gewissen Spagat zu meistern: Wir verlassen uns gerade viel auf Plattformen, die nach Profitmaximierung streben und Algorithmen etabliert haben, die alles besonders hervorheben, was vereinfacht, skandalisiert und in erster Linie das „Engagement“ fördert. Dabei ist es egal, ob die Posts einen wirklichen Mehrwert haben oder nicht. Als Bibliothek müssen wir uns fragen: Welche Trends machen wir mit und wo hören wir auf? Ich denke, das ist ein ständiges Ausloten, und wir müssen uns immer wieder im Team zusammenfinden, um das zu besprechen.

Einiges kann dabei auch parallel existieren. Zum Beispiel hat die ZLB gemeinsam mit der Staatsbibliothek einen eigenen Server, auf dem Twitter-ähnlichen Netzwerk „Mastodon“ aufgebaut. Hier passiert schon viel, damit wir uns nicht nur auf Tech-Riesen verlassen. Als konsumfreie Orte macht es nur Sinn, auch online nach eigenen Wegen zu suchen, wie wir uns aufstellen und unsere eigenen Spielregeln bestimmen können.

Wie dabei vielleicht klar wird: Das ist ganz schön viel auf einmal. Mit einer Halbtagsstelle eine so vielfältige Bibliothek auf verschiedenen Plattformen zu vertreten, ist nicht immer einfach. Aktuell gehe ich daher Schritt für Schritt vor – oder „ein Besenstrich nach dem anderen“, wie Beppo der Straßenkehrer sagen würde.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Bibliothek?

Ganz banal wünsche ich mir erstmal, dass Bibliotheken mehr Raum bekommen. Damit meine ich einerseits physisch mehr Platz zum Arbeiten, Lernen, Stöbern und Begegnen – und andererseits mehr Raum im gesellschaftlichen Bewusstsein. Bei Ersterem müssen wir aktuell auf politische Entscheidungsträger hoffen. Das Andere haben wir zu einem gewissen Maß selbst in der Hand.

Auf meinen Bereich bezogen hoffe ich, dass auf den sozialen Medien um die ZLB herum eine richtige digitale Community entstehen kann. Ich vergesse manchmal selbst, dass Online-Räume keine Konkurrenz um Reichweite bedeuten müssen, sondern ein Ort für Austausch sein können. Ich freue mich schon jetzt über jeden Kommentar und jede Interaktion!

Zusätzlich erhoffe ich mir, dass der Social-Media-Auftritt irgendwann genauso divers ist wie die Gesichter und Perspektiven der ZLB selbst. Ich bin zwar ein Sprachrohr der Bibliothek, aber eigentlich wünsche ich mir, dass ich in Zukunft die Expertinnen und Experten in eigener Sache sprechen lassen kann. Das bedeutet natürlich auch, dass ich mich über alle Mitarbeitenden freue, die bereit sind, mal vor der Kamera zu stehen und auszuprobieren, wie sich das anfühlt…

Durch den Auftritt auf Social Media versuche ich, einen kleinen Teil dazu beizutragen, Bibliotheken und ihre Bedeutsamkeit für die Gesellschaft aufzuzeigen. Ich hoffe, dass immer mehr Menschen erfahren, wie viel möglich ist, wenn man vom Besitz-Denken absieht und stattdessen teilt. Ich möchte die Resonanz-Erfahrung, die ich selbst in der Bibliothek machen durfte, auch anderen ermöglichen.

Deine Empfehlung aus der Welt der ZLB (Programme/ Medientipps/ Angebote)?

Ich habe mich bei der ZLB beworben, weil ich selbst ein Fan bin. Früher war ich oft in der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB). Was als Mittel zum Zweck begann (z. B. um für die Uni zu lernen), hat mir den Einstieg ermöglicht, auch andere Angebote wahrzunehmen. Mittlerweile war ich in den Pausen schon beim gemeinsamen Singen oder versuche, einen Slot für den Klavierraum zu ergattern. Die Bibliothek ist ein Hobby geworden.

Außerdem kann ich sehr empfehlen, sich ein externes DVD-Laufwerk und einen Discman zu holen. Beides ist günstig und ermöglicht plötzlich den Zugang zu vermeintlich „veralteten Medien“ wie DVDs und CDs. Als Social-Media-Manager mag das erstaunlich klingen, aber ich lege mein Handy sehr gerne auch mal für einige Stunden weg und bin richtig froh, wenn ich dann trotzdem ganz aktiv Musik hören oder einen Film schauen kann. Zusätzlich gehe ich manchmal zu den Plattenspielern in der AGB, setze mich eine Stunde hin und höre vor allem Jazz- und Ambient-Vinyls. Empfehlen kann ich da z. B. „Stories of Life“ von Triosence. Die CD habe ich allerdings gerade selbst ausgeliehen, haha… da müsstet ihr schauen, ob es mehrere Exemplare gibt.

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