Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Zentral- und
Landesbibliothek Berlin

Stiftungszweck und Aufgaben der Stiftung ZLB

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist „die öffentliche Zentralbibliothek des Landes Berlin mit landesbibliothekarischen Aufgaben“.1 Als „Landes- und Universalbibliothek“2 ist sie zugleich öffentliche und wissenschaftliche Bibliothek.

Sie beteiligt sich „mit ihren Sammlungen an der Bewahrung des kulturellen Erbes in Berlin und macht dieses der Öffentlichkeit zugänglich. Bei dieser Aufgabe stimmt sie sich mit Archiven und anderen Bibliotheken in Berlin ab.

Sie ist der kulturellen Vielfalt verpflichtet und leistet insbesondere die benutzerorientierte Literatur- und Informationsversorgung für den tertiären Bildungs­bereich außerhalb der Berliner Hoch­schulen“. 3

Sie hat die Aufgabe, „die bibliothekarische Informationsversorgung der Berliner Verwaltung sicherzustellen“.4

Von in Berlin verlegter Literatur und für amtliche Druckschriften des Landes Berlin fungiert die ZLB als Archivbibliothek.5 

Die ZLB garantiert die hohe Qualität ihrer Sammlung durch einen sowohl nachfrageorientierten als auch vorausschauenden Bestandsaufbau unabhängig von der Medienform.


1.Gesetz über die Errichtung der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (Zentralbibliotheksstiftungsgesetz – ZLBG) in der Fassung vom 19.1.2009. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin, 65. Jg. Nr. 3, 17. Februar 2009. Zuletzt geändert durch Art. I 1. ZLBÄndG vom 9.6.2011. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin, 67 Jg. Nr. 15, 22. Juni 2011, § 2,1,

2.Ebd.

3.Ebd.

4.Ebd.§2,2.

5.Gesetz über die Ablieferung von Pflichtexemplaren (Pflichtexemplargesetz) in der Fassung vom 15. Juli 2005. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin, 61. Jg. Nr. 27, 29. Juli 2005, § 1,

Universalität

Der Bestandsaufbau der ZLB ist in seiner Anlage universal ausgerichtet. Diese Universalität ist in mehrfacher Hinsicht definiert:

a) Fachliche Universalität

Die ZLB sammelt Publikationen aus allen Fachgebieten, d. h. ihr Bestand ist thematisch universal. Neben der Nachfrageorientierung ist ein Grundsatz des Bestandsaufbaus, eine möglichst große Breite an Titeln zu erwerben. In den verschiedenen Fachgebieten ist die Beschaffungstiefe unterschiedlich ausgeprägt. Die Sammlungsintensität wird im Erwerbungsprofil des jeweiligen Fachgebiets definiert. 

b) Universalität der Medienformen

Die ZLB sammelt Dokumente in allen Medienformen wie

  • Druckschriften (z. B. Monographien, Zeitschriften),
  • optische/digitale Speicherformen (z. B. CDs, DVDs, CD-ROMs)
  • und ermöglicht den Online-Zugang zu digitalen Dokumenten.

In den Historischen Sammlungen werden darüber hinaus auch Handschriften/Autographen und in der Artothek Original-Kunstwerke gesammelt.

Gemäß ihrer Aufgabe verfolgt die ZLB Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Medienformen und nimmt diese auf. Das verpflichtet sie im digitalen Zeitalter auch dazu, eine IT-Infrastruktur zu schaffen, die es ihr ermöglicht, ihren Nutzerinnen und Nutzern zeitgemäß (d. h. zum Beispiel auch im Remote Access) digitale Dokumente (z. B. Online-Datenbanken, EJournals, EBooks) zugänglich zu machen und ihren physischen wie digitalen Bestand in angemessener Weise (z.B. mittels Suchmaschinentechnologie und einem einheitlichen Suchinterface) nachzuweisen und auffindbar zu machen.

Selektivität nach bestimmten Kriterien

a) Sprachliche Selektivität

  • Die ZLB erwirbt schwerpunktmäßig deutschsprachige Literatur und deutsche Übersetzungen fremdsprachiger Literatur.
  • In ausgewählten Sprachen werde kleinere Sammlungen aufgebaut (s. auch 1.2 b).
  • Im Bereich der Sachliteratur und der wissenschaftlichen Literatur, aber auch im Bereich Unterhaltung / Kinder- und Jugendliteratur / künstlerische Produktion (Literatur, Musik, Film etc.) erwirbt sie in unterschiedlicher und in den Erwerbungsprofilen zu definierender Tiefe auch fremdsprachige Originalliteratur, vor allem englischsprachige Publikationen.
  • Umfassender gesammelt, d. h. in größerer Breite aus anderen Ländern und in anderen Sprachen, wird in den Berlin-Studien und im Bereich Kommunalwissenschaften.

b) Zielgruppenorientierung

Unter Berücksichtigung der Grundsätze des Bestandsaufbaus wissenschaftlicher und öffentlicher Bibliotheken Berlins erwirbt die ZLB in der Regel Verlagspublikationen, wobei neben der wissenschaftlichen Literatur auch Sachbücher und Publikationen gekauft werden, die der leichteren Rezeption der Wissenschaft dienen, populäre Darstellungen, Schulbedarf, Literatur für den Bildungsbereich außerhalb der Berliner Hochschulen, d. h. aber auch Grundlagenliteratur für das Studium, die der allgemeinen Fort- und Weiterbildung dient. In ihren Spezialsammlungen sammelt die ZLB in höherem Maße auch graue Literatur.

Aufgrund ihrer Verpflichtung zur kulturellen Vielfalt baut die ZLB auch Bestände in einer Auswahl an Sprachen für Berliner Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund auf. Sie hat außerdem dem demographischen Wandel Rechnung zu tragen.

Im Bestandsaufbau werden die Nachfrageorientierung und die Breite des Titelangebots der Kohärenz des Bestands vorangestellt, so dass z.B. Fortsetzungen und Reihen nicht in jedem Fall vollständig erworben werden müssen.