Fritz Kreisler

2018 konnten zwei Bücher aus der Bibliothek von Fritz Kreisler zurückgegeben werden.

Fritz (eigentlich Friedrich Max) Kreisler wurde am 02.02.1875 in Wien geboren. Kreisler war Violinist und Komponist, u.a. bei den Berliner Philharmonikern. 1901 heiratete er die Amerikanerin Harriet Lies. Von 1915 an lebte das Ehepaar in den USA, ab  Anfang der 1920er in Berlin, später in Wien.

Ab 1933 wurde Fritz Kreisler in Deutschland als Jude verfolgt, der Verkauf seiner Werke verboten, seine Aufnahmen durften nicht mehr gespielt werden. Nach dem "Anschluss" Österreichs emigrierten die Kreislers schließlich über Frankreich in die USA, wo sie den Rest Ihres Lebens verbringen sollten, Fritz Kreisler erhielt 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er starb 1962 in New York, Harriet folgte ihm nur ein Jahr später.

Identifiziert wurden die geraubten Bücher über eine Widmung: "To the philantrophist, great artist and brave soldier Fritz Kreisler from his friend and admirer Charles G Dawes Brig. Gen a.r.e. Febr. 5th 1922". Charles Dawes (1865-1951), auch Autor des zurückgegebenen Doppelbandes, war ein amerikanischer Bankier, General, Diplomat und Politiker und von 1925-1929 der 30. Vizepräsident der USA. Er war außerdem Musiker und Komponist. 1925 erhielt er gemeinsam mit Austen Chamberlain den Friedensnobelpreis für seine Arbeit am nach ihm benannten Dawes-Plan.

Der Zugangsweg der Bände in den Bestand der Zentral- und Landesbibliothek ist unklar und konnte nicht nachvollzogen werden. Die Objekte wurden in unbearbeiteten Depotbeständen der Berliner Stadtbibliothek gefunden.