Zentral- und Landesbibliothek Berlin
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Historische Sammlungen
 
Historische Sammlungen
Die Bibliothek des Dichters Johannes Bobrowski befindet sich seit Juni 2008 in den Historischen Sammlungen der ZLB
 

Johannes Bobrowski, 1917 in Tilsit geboren, studierte Kunstgeschichte, war ab 1939 Soldat und kehrte 10 Jahre später aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Seit 1950 arbeitete er als Lektor. 1953 zog er mit seiner Familie in die Ahornallee 26, Berlin-Friedrichshagen. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof in unmittelbarer Nähe.
Bobrowskis Werke sind in über 30 Sprachen übersetzt. Darunter die bekanntesten „Sarmatische Zeit“, Gedichte 1961; „Schattenland Ströme“, Gedichte 1962; die Romane „Levins Mühle“, 1964 und „Litauische Claviere“, 1966; und nicht zu vergessen der Band Erzählungen „Boehlendorff und Mäusefest“ 1965.
Schnell über Ländergrenzen bekannt geworden, erhielt er zahlreiche literarische Preise.
Das zentrale Thema seines dichterischen Schaffens formulierte Bobrowski selbst einmal in einer Notiz: „Die Deutschen und der europäische Osten“ – dieses Verhältnis, diese „lange Geschichte aus Unglück und Verschuldung …“ - Die oft verhängnisvolle Verstrickung der Geschichte der Letten, Litauer, Polen und Russen mit der der Deutschen zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk.
Die knapp 2200 Bände umfassende Bibliothek des Dichters enthält größtenteils deutschsprachige Literatur, insbesondere Lyrik. Angefangen mit den Barockdichtern wie Simon Dach, Opitz, Gryphius, über die wichtigsten Autoren zwischen Aufklärung und Realismus wie Klopstock, den er sehr verehrte, Claudius, Goethe, Hölderlin, Novalis, Eichendorff, Mörike, um nur einige zu nennen, bis hin zu den Dichtern des Expressionismus und denen der Gegenwart. Zahlreiche Widmungsexemplare sind unter den letzteren zu finden. Ein weiterer Bereich der Bibliothek ist dem europäischen Osten gewidmet, vor allem Werke zur Geschichte des Baltikums, Ostpreußens, Polens, Russlands und Preußens.
Eine umfangreiche Sammlung zur bildenden Kunst, bestehend aus Kunstbüchern, Katalogen und kunstgeschichtlichen Abhandlungen ist ebenfalls ein Schwerpunkt. Des weiteren befinden sich in seiner Bibliothek noch einige naturwissenschaftliche Schriften, Noten, Publikationen zur Musik- und Literaturwissenschaft, Literatur über Litauen, davon einige Titel in litauischer Sprache und sogar eine kleine Sammlung von Fachliteratur über Pferde.
Die Bibliothek Johannes Bobrowskis ist im Magazin der Historischen Sammlungen in der gleichen Reihenfolge aufgestellt worden, wie sie ursprünglich in seinem Arbeitszimmer stand. Durch die Übernahme seiner Ordnung soll der Charakter dieser einzigartigen Sammlung erhalten bleiben.
Sie wird im Laufe der kommenden Monate katalogisiert werden und ist während dieser Zeit nur eingeschränkt nutzbar.

Humboldt-Autographen
 

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin hat neben ihren sechzig historischen Sammlungen (Nachlässe und Bibliotheken) auch einen Bestand von ca. 13.000 Autographen. Diese sind vollständig im Autographenportal Kalliope (http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de) erschlossen. Hier ein erster Blick auf ausgewählte   Briefe von Alexander und Wilhelm von Humboldt .