Nach den Barrikadenkämpfen stehen viele Menschen vor dem Nichts: Viele Familien haben ihre Väter verloren. Die Verwundeten
sind oftmals nicht in der Lage, ihre Arbeit sofort wieder aufzunehmen. Der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin
erklären sich daraufhin bereit, für die Verwundeten und Angehörigen der Barrikadenkämpfer zu sorgen. Die Bestattung der
Toten wird ebenfalls aus öffentlichen Mitteln unterstützt.
Ein Spendenaufruf für die Hinterbliebenen und Verwundeten der Märzkämpfe. Auch auf den Straßen und in den Gasthäusern der
Stadt werden Gelder gesammelt. Die Spendenaufkommen sind ein Zeugnis für die große Solidarität Berlins mit seinen gefallenen
und verwundeten Kämpfern. Einige Spender handeln allerdings auch aus blankem Opportunismus, um sich der neuen politischen
Lage anzubiedern.
Die öffentlichen Zuwendungen an die Opfer der Barrikadenkämpfe wecken schon bald immer neue Erwartungen. Der Magistrat
dementiert am 28. März ein Gerücht, daß bei Notfällen auch Wohnmieten aus der Stadtkasse bezahlt werden.
Eine bittere Karikatur auf die Armut: Ein Vagabund beneidet eine Vogelscheuche um ihre Kleidung
Die Barrikadenkämpfe vom 18./19. März haben Berlin zwar die Freiheit gebracht, der wirtschaftlichen Lage der Stadt jedoch
geschadet. Die Produktionsabläufe in den Fabriken stocken. Die Gewerbe leiden an Auftragsmangel. Entlassungen sind die
Folge. Um die akute Not der beschäftigungslosen Arbeiter zu lindern, starten mehrere wohlhabende Bürger der Stadt am
23. März eine Spendenaktion. Das gesammelte Geld wird für Brotmarken verwendet.
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