Zusammenführung der Bibliothek - häufig gestellte Fragen und unsere Antworten dazu.

Was passiert mit der Bibliothek in der Breiten Straße?

Die Berliner Stadtbibliothek besteht aus acht Gebäuden, die alle für unterschiedliche Zwecke gebaut worden sind und über Jahrzehnte für die Bibliothek umgenutzt worden sind. Sie werden voraussichtlich auch wieder für unterschiedliche Zwecke genutzt werden.

Was passiert mit dem alten AGB-Gebäude?

Das Gebäude der Amerika-Gedenkbibliothek ist denkmalgeschützt und bleibt selbstverständlich erhalten. Jeder Architekturentwurf muss damit umgehen, dieses Gebäude mit einzubeziehen. Die AGB wird damit Teil der neuen ZLB.

Wo genau um die AGB herum wird gebaut?

Das ist abhängig von Städtebau- und Architekturwettbewerben, und wir können es heute noch nicht beantworten.

Warum dauert es so lange, die neue Bibliothek zu bauen?

Ein großes Gebäude zu planen und zu bauen, braucht seine Zeit. Zunächst entwickeln wir ein entsprechendes Raum- und Funktionsprogramm, hieraus erarbeiten die beiden beteiligten Verwaltungen, die Senatsverwaltung für Kultur und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen das sogenannte Bedarfsprogramm und bereiten entsprechende Ausschreibungen und Wettbewerbe vor.

Wo kann ich mich einbringen mit Wünschen, Ideen usw.?

Die ZLB holt für die von uns verantworteten Bereichen des Neubaus regelmäßig den Rat der Nutzerinnen und Nutzer ein. Aktuell können Sie ab dem 01.12.18 unter https://mein.Berlin.de Ihre Wünsche an uns unter der Frage: Was brauchen Sie für eine Bibliothek, um die Welt zu verändern? einbringen. Die Ergebnisse werden auf dieser Seite veröffentlicht. Sie können aber auch gern auf unserer Facebooksite oder direkt per E-Mail an neubau@zlb.de Ihre Ideen und Nachrichten an uns geben. Wir freuen uns!

Warum braucht Berlin die Zusammenführung der Zentral- und Landesbibliothek an einen Ort?

Die größte Öffentliche Bibliothek Deutschlands ist verteilt auf drei Standorte und platzt aus allen Nähten. Das ist teuer im Betrieb, unsinnig für die Besucherinnen und Besucher und widerspricht der Aufgabe der ZLB, ein gutes Bildungsangebot für alle Berlinerinnen und Berliner zu ermöglichen

Wie ist es jetzt?

Heute ist die ZLB aufgeteilt auf drei Gebäude, die Amerika-Gedenkbibliothek, die Berliner Stadtbibliothek und ein Außenmagazin im Westhafen. Die Fachgebiete sind auf die beiden Publikumsstandorte aufgeteilt. Beide Häuser sind stark frequentiert, besonders die Amerika-Gedenkbibliothek, in der die Gäste regelmäßig in den Nachmittagsstunden auf dem Fußboden sitzen müssen, da die höchste Zahl an möglichen Arbeitsplätzen im Publikumsbereich nicht für den Andrang ausreicht. Vom Bestand können zurzeit nur 10 % frei zugänglich präsentiert werden. Insbesondere zur Steigerung der Benutzerfreundlichkeit soll dieser Anteil mit mehr Platz substantiell erhöht werden.

Was soll dort passieren?

Die Bibliothek ist ein sozialer Ort, der Menschen, Themen, Medien und Raum miteinander vernetzt. Sie ist Informations- und Wissensort, Ort der Kreativität und Produktivität und ein Forum der Stadtgesellschaft, für jeden zugänglich und ohne kommerzielle Interessen. Sie ist der Ort für selbstbestimmtes Lernen und selbstbestimmte Vernetzung und ist öffentlicher Raum für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt, ganz gleich, wie alt, welcher Herkunft, welcher Einkommensschicht oder welcher Bildungsbiografie sie sind.

Warum muss das Gebäude so gross sein?

Heute verfügt die ZLB an ihren über die Stadt verstreuten Standorten bereits über 38.000 qm inklusive Flächen des Außenmagazins im Westhafen. Leider sind davon nur etwa 7.000 qm öffentlich zugänglich. Wegen der verschachtelten Gebäudesituation besonders in der Berliner Stadtbibliothek sind viele Flächen nicht für Bibliothekszwecke nutzbar. Bei Neubau oder Erweiterung geht es daher vor allem um eine Vergrößerung der Publikumsflächen, um den Ansprüchen an eine moderne öffentliche Bibliothek gerecht zu werden. Die Flächen für Magazine bleiben weitestgehend auf dem heutigen Stand, die Büro- und Hintergrundflächen werden kleiner.

Wie viele Arbeitsplätze für die Nutzenden wird die neue ZLB anbieten?

Wir rechnen mit ca. 1 Arbeitsplatz auf 1.400 Einwohner Berlins. Die neue ZLB wird also nach heutigem Stand etwa 2.600 Arbeitsplätze für Sie bieten.

Warum nicht alles lassen, wie es ist?

Berlin braucht eine Zentralbibliothek an einem Ort, die serviceorientiert und benutzerfreundlich starke Bildungsakzente setzt. Die Zentral- und Landesbibliothek ist der Ort für Bildung, sie muss in die Lage versetzt werden, als zeitgenössischer, nicht kommerzieller Ort für alle zeitgemäß und effizient zu arbeiten. Hier werden Bildungsbiografien geschrieben. Wo soll Berlin investieren, wenn nicht in Bildung?

Wozu brauchen wir in Berlin eine neue Zentral- und Landesbibliothek?

Alle Bibliotheken zusammen sorgen dafür, dass alle Berlinerinnen und Berliner ihren Bedarf an Medien und Informationen decken können – vom Bilderbuch bis zur hochspeziellen wissenschaftlichen Literatur. Die ZLB ist in diesem System das Bindeglied zwischen den Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken. Sie bewahrt außerdem als Landesbibliothek das kulturelle Erbe unserer Stadt, und sie unterstützt die Bibliotheken der Bezirke mit wichtigen Dienstleistungen. Die ZLB arbeitet mit allen bezirklichen Bibliotheken im gemeinsamen Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins zusammen.

Nur 9 % der Besucherinnen und Besucher gehen ausschließlich in die ZLB, mehr als ein Drittel der Befragten geht mehrmals monatlich auch in die jeweilige Bezirks- und Stadtteilbibliothek. Das hat unsere Besucherbefragung 2010 ergeben.

Wie machen es die anderen Großstädte?

Berlin ist die einzige deutsche Großstadt, die keine Zentralbibliothek an einem Ort hat. Alle großen Städte in Deutschland verfügen über ein sich gegenseitig ergänzendes System aus leistungsfähiger Öffentlicher Zentralbibliothek und dezentralen Öffentlichen Bibliotheken. Auch international wurden neue Zentralbibliotheken gebaut, so zum Beispiel in Amsterdam, Mexico-City und in Seattle. In Helsinki, in Birmingham und auch im dänischen Aarhus sind gerade  weitere neue Zentralbibliotheken gebaut worden.