The Europe Challenge

Wie können Gruppen und Gemeinschaften in ganz Europa zum Aufbau öffentlicher Räume beitragen und wie sich an demokratischen Gesprächen beteiligen?

Diese Frage bewegt Öffentliche Bibliotheken in ganz Europa – es gibt übrigens etwa 65.000! Das sind öffentliche, sichere, kulturelle, zugängliche Räume, die Zugang zu Teilhabe und Wissen ermöglichen. Sieben dieser Bibliotheken stellen sich der Europe Challenge, die ZLB ist dabei.

Abschlussveranstaltung am Montag, 9. Mai ab 15.30 Uhr

In Berlin haben wir mit „queeringthelibrary“ die queere Community mit einem Open Call zur Einreichung von Ideen eingeladen und (aus einer Vielzahl von Vorschlägen) drei spannende Projektideen vorgestellt. Nach einer rund einjährigen Zusammenarbeit mit den drei ausgewählten Initiativen feiern wir, natürlich am Europatag, gemeinsam den Abschluss. 

Sie können mit den Akteur*innen der drei Initiativen ins Gespräch kommen und per Live Stream nach Amsterdam (Sitz der Europäischen Kulturstiftung) auch die Ansätze der anderen sechs teilnehmenden Bibliotheken kennen lernen. Das sind die Amsterdam Public Libraries OBA (Niederlande), DOKK1 Aarhus Public Library (Dänemark), De Krook Ghent, (Belgien), Kranj City Library (Slowenien), Jordi Rubio i Balaguer Library (Spanien) und Valmiera Public Library (Lettland).

Nach der Arbeit wird gefeiert, die Tanzfläche auf der Wiese ist geöffnet.

Programm

15.30 Uhr
Kick-off mit einer kurzen Lesung von Transcodiert

15.40 Uhr
Kurzvorstellung Transcodiert, Oyoun und mehr_blick 

16.00 Uhr
Live Stream aus Amsterdam 

17.00 bis 19.00 Uhr
Meet and Talk 
An drei Stationen stellen sich die drei Projektinitiativen vor.

anschl. 
DJ-Programm auf Silent-Disco-Kopfhörern und zum Tanzen auf der Wiese vor dem Salon 
 

Projekte

Unerhört und ungesehen

ein Projekt von Oyoun | Kultur NeuDenken

Jedes Land in Europa erlebt Migration und die dadurch entstehende Mischung und Neubildung von Sprachen und Vokabular. Bei „Unerhört und ungesehen“ entstehen eine oder mehrere interaktive, dialogische Installationen, die queere Perspektiven und den Sprachgebrauch von queeren Menschen mit Migrationsbiographie in den Fokus rücken.

Im Rahmen einer Archivrecherche zur Geschichte von Veranstaltungen von und für queere und trans* Migranten-Communities in Berlin suchen wir nach alternativen Möglichkeiten der Dokumentation und Archivierung kollektiver Praktiken und gemeinschaftlicher Wissensproduktion. Wir werden die Archive verschiedener Veranstaltungsorte und Institutionen durchforsten und nach Material suchen, das ein solches Engagement in Form von Musikveranstaltungen wie Konzerten und Partys, Drag Nights oder Tanzveranstaltungen, dokumentiert. Ein solcher Ansatz wirft die folgenden Fragen auf: wie können die flüchtigen Momente des Nachtlebens, die flüchtigen Momente aus Konzerten und Erlebnissen, archiviert werden? Und kann man so die Wechselwirkung zwischen der kollektiven Beschäftigung mit Musik und den queeren Sprachen unter migrantischen Gemeinschaften verstehen?

Die Ergebnisse dieser Forschung werden in einem Workshop vorgestellt, in dem die Teilnehmer*innen dazu ermutigt werden, nach verschiedenen Formen von Archiven zu suchen, ihre eigenen kollektiven Archive zu erstellen und alternative Geschichten zu schreiben.

„Welche Archivierungspraktiken existieren im lokalen Raum und sind sichtbar vor allem in den betroffenen Gemeinschaften ohne Anerkennung des hetero- oder homonormativen Mainstreams der Stadt? Hier blicken wir vor allem auf alternative Praktiken, Sammlungen von Erzählungen, solidarische Handlungen von Gemeinschaften, generationsübergreifende Hilfestellungen, Überschneidungen von Widerstandsbewegungen und die Früchte, die diese trugen oder den gegenseitigen Trost, den diese boten.“ (Oyoun)

 Oyoun | Kultur NeuDenken


Transcodiert

ein Projekt von Biba Nass (kein Pronomen /er)

Transcodiert – Queeres Literaturmagazin „Transcodiert“ ist eine Publikation queerer literarischer Werke und eine Plattform für den künstlerischen Ausdruck von trans*, inter*, nicht-binären*,  queeren* und questioning Personen. Von belletristischer Gegenwartsliteratur, Lyrik, Prosa, Kurzgeschichten, Illustrationen, bis zu Collagen und Fotografien reichen die künstlerischen Arbeiten. Für queere Menschen, die sich für Kunst und Literatur interessieren, fehlt es im öffentlichen Raum und in veröffentlichten Büchern an selbst erzählten, literarischen Sätzen und Schriften. Nun entsteht auch deshalb „Transcodiert“.

"Bei diesem Projekt geht es darum, Geschichten zu kreieren, um nach selbstbestimmter Identität zu suchen - von der Community für die Community. Es kann Empowerment bedeuten in den Austausch zu kommen, und die Probleme, die damit einhergehen, aufgeschrieben zu sehen. Außerdem bietet es der cis-normativen Gesellschaft die Möglichkeit, ihre binärgeschlechtliche Perspektive zu hinterfragen, weil der Ausdruck durch Kunst einen besonderen Zugang schafft." (Biba Nass, Transcodiert Magazin)


Was siehst du, was ich nicht sehe?

ein Projekt von mehr_blick [Tam* (hen) und Tamo* (hen)] mehr_blick 

In dem Projekt „Was siehst du, was ich nicht sehe?“ werden so genannte „Lesebrillen“ entworfen. Die "Lesebrillen" sollen als eigenes Objekt zu Büchern "hinzugefügt" werden und ermöglichen, durch darin enthaltene Fragen und Denkanstöße die im Buch dargestellten Inhalte kritisch zu reflektieren. Die Entwicklung der Brillen und des Designs sind Teil des Projekts. Mit den „Lesebrillen“ kann dann Kinder- und Jugendliteratur als Instrument für ein mehrdimensionaleres Lernen und Lesen genutzt werden, das auch queere Perspektiven einschließt.

„Viele Geschichten, die in Bilder- und Kinderbüchern erzählt werden, repräsentieren keine Perspektiven in Bezug auf Queerness, Familienvielfalt, Geschlecht, Identität und die dargestellten Rollenbilder. Viele Darstellungen sind problematisch und eindimensional statt intersektional und diskriminierungssensibel. Es besteht ein großer Bedarf an innovativen Ansätzen, um mit diesen Lücken umzugehen und neue Wege zu finden, um eine Reflexion und einen Dialog darüber in Gang zu setzen. Neben queeren Themen kann im Rahmen dieses Projekts auch Sichtbarkeit für andere Formen von Diskriminierung geschaffen werden." (Tam* und Tamo*)