Sarahs Seiten!

Sarah macht (seit dem 01. September 2017) in der Kinder- und Jugendbibliothek ein Praktikum, das sich Freiwilliges Soziales Jahr Kultur nennt.

Regelmäßig schreibt sie auf dieser Seite über Bücher und andere Medien oder schildert ihre Erfahrungen aus dem Praktikantenleben.

Sarahs Medientest: Die Insel der besonderen Kinder

(Cover: hugendubel.de)

Als absoluter Horror-, Thriller- und Fantasy-Fan möchte ich hier gerne den ersten Teil eines sehr spannenden Fantasy-Romans vorstellen, der auf jeden Fall Klassikerpotential besitzt: "Die Insel der besonderen Kinder".

Als Kind hörte Jacob von seinem Großvater Abraham abenteuerliche Geschichten über besondere Kinder mit magischen Fähigkeiten, die auf einer Insel Zuflucht vor Monstern suchten. Von diesen besonderen Kindern besitzt er sogar Fotos und behauptet, mit ihnen zusammen gewesen zu sein. Heutzutage weiß der 15-jährige Jacob, dessen Leben von Langerweile und  Durchschnittlichkeit geprägt ist, dass die Familie seinen Opa für stark verwirrt hält.
Als Jacob eines Tages einen Anruf von seinem Großvater bekommt, behauptet dieser, Monster seien hinter ihm her, und Jacob macht sich schnell auf den Weg, um ihm zu helfen. Er findet eine verwüstete Wohnung und den schwerverletzten Großvater nahe dem Haus im Wald auf. Verschwommen kann Jacob eine gruselig aussehende Gestalt zwischen den Bäumen ausmachen.

weiterlesen


Mit letzten Worten bittet Abraham Jacob, den Vogel am anderen Ende der Schleife zu finden, dann stirbt er. Der plötzliche und zugleich mysteriöse Tod des Großvaters versetzt Jacob einen gewaltigen Schock, sodass er sich einer Therapie bei einem gewissen Dr. Golan unterziehen muss. Das geheimnisvolle Rätsel seines Opas und das gruselige Wesen gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf und er wird das Gefühl nicht mehr los, dass es etwas mit dem schrecklichen Tod des Großvaters zu tun hat. So versucht er den Spuren seines früheren Lebens zu folgen, um die letzte Bitte seines Großvaters zu verstehen und zu erfüllen. Ein mysteriöser Brief führt ihn zusammen mit seinem Vater auf die britische Insel Cairnholm. Dort streift Jacob alleine über die Insel und macht unglaubliche Entdeckungen und Bekanntschaften. Hier fängt die Geschichte erst richtig an.

Die Geschichte dieses Buches ist meiner Meinung nach nicht nur außergewöhnlich gut, sondern besitzt auch eine einzigartige Grundidee. Es entsteht eine richtige, eigene Welt mit verworrenen, aber intelligenten Handlungssträngen. Der Autor Ransom Riggs hat es geschafft, von Anfang bis Ende den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und ihn mit einem schönen Cliffhanger auszuschmücken.

Der Hauptcharakter Jacob war mir größtenteils sympathisch. Dadurch, dass das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, fällt es einem leicht, Jacobs Gefühle zu verstehen. Die Charaktere sind facettenreich beschrieben, sodass man zu jeder Figur eine Beziehung aufbaut.

Als kleine Besonderheit sind im Buch alte Schwarz-weiß Bilder abgedruckt, die teilweise Charaktere, aber auch anderes zeigen. Es handelt sich hierbei um echte Fotos, die nur minimal bearbeitet wurden und dadurch häufig etwas Übersinnliches mit sich bringen. Gerade das gibt dem Buch eine mysteriöse, manchmal sogar leicht gruselige Seite. Insgesamt passen die Fotos sehr gut ins Buch und unterstreichen die Handlung perfekt.

Als geringfügige Schwäche könnte man den etwas schleppenden Start sehen. Auf der anderen Seite steigt so die Spannung an und es lassen sich erst einmal Beziehungen zu den Figuren aufbauen, was meiner Meinung nach zu einem guten Buch dazugehört. Wer den Anfang also als etwas zähflüssig empfindet, sollte das Buch trotzdem weiterlesen, da es noch außerordentlich spannend wird. Der zweite Teil schließt sich übrigens nahtlos an den ersten an und ist für mich sogar fast noch besser.

Die Verfilmung des Buches durch Tim Burton lief übrigens 2016 in den US-amerikanischen Kinos an. Der Film ist ebenfalls empfehlenswert, auch wenn er sich stark vom Buch entfernt.

Insgesamt gebe ich dem Buch fünf von fünf Herzen!

(Bild: pixabay.de)
(Bild: pixabay.de)
(Bild: pixabay.de)
(Bild: pixabay.de)
(Bild: pixabay.de)

Mein Ranking kurz erklärt:

ein Herz bedeutet schlecht oder einfach langweilig, bei zwei Herzen find ich den Titel noch ganz in Ordnung. Drei Herzen heißt "gut" und vier Herzen sind schon echt "super". Fünf Herzen gebe ich, wenn der Titel für mich "perfekt" ist!

Buch & Film findet ihr bei uns in der Jugendbibliothek:

"Die Insel der besonderen Kinder" (Band 1) von Ransom Riggs, erschienen 2011 bei Quirk Books steht im Regal unter Ju 1 Riggs 1 und der gleichnamige Film unter Ju 410 Insel 1 b:BD.