Sarahs Seiten!

Sarah macht (seit dem 1. September 2017) in der Kinder- und Jugendbibliothek ein Praktikum, das sich Freiwilliges Soziales Jahr Kultur nennt.

Regelmäßig schreibt sie auf dieser Seite über Bücher und andere Medien oder schildert ihre Erfahrungen aus dem Praktikantenleben.

Medientest: Tschick

Worum geht's?

Der mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Jugendroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, 2010 vom Rowohlt Verlag veröffentlicht, handelt von den 14-jährigen  Außenseitern Maik und Tschick aus Berlin. Tschick kommt ursprünglich aus Russland und ist erst seit einem Jahr neu in Maiks Klasse. Er kommt häufig alkoholisiert zur Schule und gilt bei seinen Mitschülern als „Asi“. Maik kommt aus wohlhabenden, aber zerrütteten Familienverhältnissen. Er ist in die Klassenschönheit Tatjana verliebt, die allerdings alle, bis auf Tschick und Maik zu ihrer Geburtstagsparty einlädt.
Als Tschick plötzlich mit einem geklauten Lada vor Maiks Haustür steht und ihn überredet seinen Onkel in der „Walachei“ zu besuchen, beginnt ein spontaner Road Trip. Auf ihrer Reise erleben die beiden Jungs viele lustige, aufregende Situationen und Menschen und es soll der beste Sommer ihres Lebens werden.

(Bild: hugendubel.de)

Meine Meinung

Der Roman beginnt mit dem Ende der Geschichte, was mir oft ein zu holpriger Einstieg in die Handlung ist. Bei „Tschick“ ist dieser Einstieg aber sehr gelungen und baut Spannung für die weitere Geschichte auf.

In den Hauptprotagonisten Maik kann man sich wunderbar einfinden, da der Roman  nicht nur aus seiner Perspektive geschrieben, sondern auch mit seinen vielen, chaotischen, lustigen Gedanken gespickt ist. Die Hauptcharaktere Maik und Tschick sind sehr authentisch, nicht überzogen und vor allem ihre Sprache überzeugt. Häufig wird bei Jugendromanen vergeblich versucht, den Originalton der Jugendlichen nachzuahmen. „Tschick“ schafft es, den Sprachgebrauch und die Gedankenwelt der beiden Jungs perfekt zu treffen ohne aufgesetzt oder absichtlich jugendlich zu wirken.

Bis auf ein paar Stellen ist der Roman weitgehend realistisch. Mit einem geklauten Auto ohne Führerschein eine Reise anzutreten erscheint zuerst verrückt, aber Maik und Tschick führen das aus, was sich viele nur erträumen. Einfach mal aus der eigenen Welt ausbrechen, losziehen und eigene Erfahrungen zu sammeln.

 „Tschick“ ist von Anfang an flüssig geschrieben und meiner Meinung nach nicht nur Jugendlichen, sondern auch allen anderen zu empfehlen, die Lust auf einen kurzweiligen, interessanten Roman haben.

Übrigens: 2016 kam die erfolgreiche Verfilmung von „Tschick“ in die deutschen Kinos. Zu Recht bekam der Film positive Kritik, obwohl er für mich zwar ansprechend, aber nicht so gut wie das Buch ist.

Dem Buch gebe ich insgesamt vier von fünf Herzen:

Den Roman Tschick von Wolfgang Herrnsdorf findet ihr in der Jugendbibliothek unter Ju 1 Herrn 1* und als Hörbuch unter Ju HörL Herrnd 1*

Die Verfilmung steht als DVD und als BluRay in unserem Filmregal: Ju 400 Tschick 1*

Erfahre mehr über den Autor und das Phänomen hinter dem Tschick-Hype!