Leihbücherei Willy Flanter

2012 konnte ein Buch aus der Leihbücherei Willy Flanter zurückgegeben werden.

Wilhelm "Willy" Flanter, geb. am 22.10.1884 in Posen, lebte mit seiner Familie in der Suarezstraße 5 in Berlin-Charlottenburg. Er war Buchhändler und Eigentümer mehrerer Buchläden und Leihbibliotheken.

Am 14.11.1941 wurde Willy Flanter mit seiner Ehefrau Erna Flanter geborene Waldo (geb. am 10.02.1896 in Koschmin/Posen), nach Minsk deportiert. Beide kehrten nicht zurück, genaue Todesdaten sind nicht bekannt. Die gemeinsame Tochter Susanne Miriam Flanter konnte 1939 durch einen Kindertransport nach Großbritannien emigrieren und überlebte so den Holocaust.

Der Weg des Buchs in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek is unbekannt. Es stammt vermutlich aus dem Ankauf von ~40.000 Büchern der deportierten Berliner Juden. Das Buch wurde kurz nach Kriegsende 1945 in den Bestand aufgenommen. Der im Zugangsbuch angegebene Lieferant „Kulturamt“ steht vermutlich in Verbindung mit dem Berliner Magistrat, diese Lieferantenbezeichnung wurde aber u.a. auch für bereits im Haus befindliches Raubgut verwendet.