Moses Moritz Kahn

Seit 2014 konnten sechs Bücher und ein Kovolut Notizen von Moses Moritz Kahn zurückgegeben werden.

Moses Moritz Kahn wurde 1871 in Baisingen / Württemberg geboren. Er studierte am Berliner Rabbiner-Seminar und wurde 1910 ordiniert. Von da an wirkte er bis 1939 als Gemeinderabbiner (orthodox) in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg). Im Zuge des Novemberpogrom 1938 wurde Rabbiner Kahn schwer misshandelt und inhaftiert, seine umfangreiche Privatbibliothek beschlagnahmt. Nach seiner Haftentlassung gelang ihm und seiner Frau Lina die Auswanderung nach Palästina. 1946 verstarb er in Bnei Berak.

Der Bibliotheksbestand von Rabbiner Kahn gelangte nach der Beschlagnahmung durch die Gestapo in das Reichssicherheitshauptamt (RSHA). Ein Gestapo-Beamter und ehemaliger Schüler des Grauen Klosters informierte 1942 die Schulleitung über die im RSHA lagernden Buchbestände aus jüdischem Besitz. Einer Anfrage zur Einlagerung in den Räumen des Grauen Klosters wurde durch den Bibliothekar Dr. Wilhelm Lieben (1885-1946) stattgegeben. In diesem Zusammenhang muss auch der beschlagnahmte private Buchbestand des Rabbiners Dr. Moses Moritz Kahn übernommen worden sein.

Die Restitution erfolgt gemeinsam mit der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum, die ihrerseits dutzende weitere Bände aus der Bibliothek von Rabbiner Kahn identifizieren konnte.