Max Hirsch

2012 konnte ein Buch aus der Bibliothek von Dr. Max Hirsch zurückgegeben werden.

Max Hirsch, geb. am 28.04.1875 in Kalinow, war Badearzt in Bad Salzschlirf / Hessen und ab 1914 Truppenarzt im Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende war er Generalsekretär der Balneologischen und Rheumatologischen Gesellschaft in Berlin. Er war verheiratet mit Emma Hirsch, geborene Weissbein, die beiden hatten zwei Söhne, Rudi und Otto. Als Juden verfolgt flüchtete die Familie Hirsch 1933 aus Deutschland, zunächst in die Schweiz, spätere Stationen waren Moskau und Leningrad. Einzig Otto überlebte den Holocaust. Max, Emma und Rudi Hirsch wurden vermutlich 1941 in Riga ermordet.

Das Buch wurde 1951 im Zugangsbuch „Dombrowski“ erfasst. Dabei handelt es sich um einen Zugang von etwa 1.000 Exemplaren die vermutlich vom Magistrat von Berlin an die Berliner Stadtbibliothek abgegeben wurden. Darunter befindet sich eindeutiges Raubgut, meist aus Privatbesitz, neben unverdächtigen Exemplaren.

Die ZLB bedankt sich herzlich bei Prof. Dr. Wolfgang Keitel für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Weiterführende Informationen

Max Hirsch bei Wikipedia

Max Hirsch : Gründervater mit tragischem Schicksal (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.)

Keitel, Wolfgang, Leif Olsson, and Eric L. Matteson. “Max Hirsch (1875–1941): His Forgotten Fate and His Contributions to the Founding of Modern Rheumatology.” European Journal of Rheumatology 3.3 (2016): 101–105. PMC. Web. 23 Feb. 2018

Keitel, Wolfgang: Max Hirsch, Begründer der Rheumatologie in Deutschland - vertrieben und ermordet. In: Zeitschrift für Rheumatologie, 6-2014, S. 571-578

Keitel, Wolfgang und Leif Olsson: Max Hirsch : Rheumatologe und Badearzt ; Ein jüdisches Schicksal. Stekovics: Wettin-Löbejün, 2013