Max Flesch

2018 konnte ein Buch aus der Bibliothek von Max Flesch an das Jüdische Museum Berlin übergegeben werden.

Max Flesch wurde am 20.12.1907 in Neudamm/Brandenburg geboren. Seine Eltern Carl und Julie Flesch, geb. Bauchwitz, zogen mit ihm und seinem jüngeren Bruder Heinz Walter 1918 nach Berlin. Hier besuchte Max Flesch das Werner-Siemens-Realgymnasium. Nach dem Abitur studierte er ab 1926 Rechtswissenschaften an den Universitäten in Hamburg und Berlin, schloss sein Studium in Berlin ab, begann Ende 1930 sein Referendariat beim Kammergericht Berlin und war zugleich Fakultätsassistent an der Juristischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität bei dem Arbeitsrechtler Prof. Dersch.

Auf Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurde er 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen, ging in die Schweiz und promovierte 1934 an der Universität Basel zum Dr. jur. Nach seiner Promotion war er in Berlin tätig und arbeitete in Hamburg als Sekretär der Zionistischen Vereinigung. Im Mai 1936 heiratete er in Hamburg Gerda Königsberger, mit der er anfangs in Hamburg wohnte und 1937 nach Mannheim umzog. Im November 1938 wurde er verhaftet und im KZ Dachau interniert. Nach seiner Entlassung emigrierten er und seine Ehefrau Anfang 1939 nach Palästina. Seine Eltern, bei denen er während seiner Aufenthalte in Berlin wohnte (Berlin W30, Bamberger Straße 18, zuletzt Berlin W50, Prager Str. 11) und in deren Wohnung sich seine Bibliothek befand, wurden am 25.01.1942 nach Riga deportiert und ermordet.

Sein Bruder Heinz Walter verstarb 1944 unverheiratet und ohne Nachkommen in Tel Aviv/Israel. 1945 ging Max Flesch mit Therese Eisenschmidt eine zweite Ehe ein. Auch diese Ehe blieb kinderlos. Er verstarb am 23.08.1998. Seine Witwe stiftete vor ihrem Tod dem Jüdischen Museum Berlin im Jahr 2004 den Nachlass ihres Ehemannes. Da keine weiteren Erben ermittelt werden konnten, wurde dem Jüdischen Museum Berlin im Sinne einer fairen und gerechten Lösung das Buch mit dem Etikett von Max Flesch für die Sammlung Familien Eisenschmidt / Flesch übergeben.

Das Buch erwarb die Berliner Stadtbibliothek 1943 im Zuge des Ankaufs von ~40.000 geraubten Büchern der Berliner Juden.