Jüdischer Frauenbund

2018 konnten drei Bücher aus Bibliotheken des Jüdischen Frauenbundes zurückgegeben werden.

Der Jüdische Frauenbund (JFB) wurde 1904 auf Initiative von Berta Pappenheim und Sidonie Werner gegründet und hatte seinen Sitz in Berlin. Seine Mitglieder waren deutschlandweit in Landes-, Ortsgruppen, Vereinen und sonstigen Zusammenschlüssen organisiert, leisteten Wohltätigkeits- und Wohlfahrtsarbeit.

1932 hatte er rund 52.000 Mitglieder. Neben dem Engagement für die Gleichberechtigung der Frauen gehörte die Sozial- und Wohlfahrtsarbeit zu seiner Hauptaufgabe. So unterhielt er Kindergärten, Haushaltungsschulen, Altersheime, Wärmestuben im Rahmen der Winterhilfe, Beratungsstellen für alle Sozialstände und Lebenslagen u.v.a.m.

Ab 1933 wurde die Arbeit des JFB für das Überleben der jüdischen Bevölkerung in Deutschland immer wichtiger und neue Einrichtungen entstanden, u.a. das Clubhaus für Frauen in der Marburger Straße 5 in Berlin - siehe der abgebildete Stempel.

1938 wurde der JFB verboten und erhielt die Anweisung zur Selbstauflösung. 1939 wurde er in die Reichsvertretung der Deutschen Juden überführt. Nach dem II. Weltkrieg wurde der JFB 1953 in Frankfurt am Main neu gegründet.

Der Weg der Bücher in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek ist größtenteils unbekannt. Ein Buch wurde kurz nach Kriegsende 1946 in den Bestand aufgenommen. Der im Zugangsbuch angegebene Lieferant „Kulturamt“ steht vermutlich in Verbindung mit dem Berliner Magistrat, diese Lieferantenbezeichnung wurde aber u.a. auch für bereits im Haus befindliches Raubgut verwendet. Ein Band wurde in unbearbeiteten Depotbeständen der Berliner Stadtbibliothek gefunden, ein weiterer erst 1986 antiquarisch angekauft.

Weiterführende Informationen

Kaplan, Marion A.: Die jüdische Frauenbewegung in Deutschland : Organisation und Ziele des Jüdischen Frauenbundes 1904-1938. Hamburg, 1981

Der Jüdische Frauenbund bei Wikipedia