Fanny Warburg

2017 konnten fünf Bücher aus der Bibliothek von Fanny Warburg an die Stiftung Warburg Archiv zurückgegeben werden.

Fanny Zelda Warburg wurde am 13. Oktober 1871 in Hamburg geboren. Sie lebte mit ihren Eltern (dem Bankier Gustav Warburg und Flora, geb. Elkan) in Hamburg, studierte Klavier und Musiktheorie. 1919 ging sie nach Berlin und wohnte dort in der Schillerstraße 11 in Charlottenburg, zwei Jahre später zog ihre Mutter Flora zu ihr. Fanny Warburg war als Korrepetitorin an der Staatlichen akademischen Hochschule für Musik beschäftigt, als Pianistin und als private Gesangslehrerin tätig.

Am 1. April 1933 wurde sie aus dem Hochschuldienst entlassen und arbeitete auf privater Basis. Weil sie eine arische Schülerin unterrichtet hatte, strebte die Reichskulturkammer 1938 ein Ordnungsverfahren gegen sie an, das nur durch Unterstützung ihrer Freundin Marie von Bülow abgewendet werden konnte. Ca. 2 Jahre später wurde sie zum Verlassen der Wohnung in der Schillerstraße gezwungen. Verwandte besorgten ihr 1941 ein Visum für die Ausreise in die USA. Kurz vorher wurde ihr der Pass abgenommen, so dass sie in Deutschland bleiben musste.

Ihrer für den 9. Januar 1942 angekündigten Deportation konnte sie entgehen, tauchte bei Freunden und im März 1943 bei der Inneren Mission der Evangelischen Kirche unter. 1944 wurde fanny Warburg nach Hohenziethen/Soldin evakuiert und kam als Zivilgefangene in Kriegsgefangenschaft.

Ab Oktober 1945 lebte sie wieder in Berlin, emigrierte schließlich 1946 in die USA und lebte in New York. Dort war sie noch mehrere Jahre als selbstständige Pianistin tätig. Fanny Warburg starb am am 29. Juni 1969 in New York.

Die Bücher von Fanny Warburg erwarb die Berliner Stadtbibliothek 1943 von der Städtischen Pfandleihanstalt als Teil von ca. 40.000 Büchern aus den letzten Wohnungen von Berliner Jüdinnen und Juden.