Emil und Jenny Baerwald

2018 konnte ein Buch aus der Bibliothek von Emil und Jenny Baerwald zurückgegeben werden.

Emil Michael Baerwald wurde am 5. Februar 1869 in Frankfurt am Main als Sohn von Herrmann Baerwald und Selma Frenkel geboren. Er war ein Kaufmann und Kunstsammler, der mindestens ab Ende des 19. Jahrhunderts zeitweise in den USA lebte. 1906 heiratete er in New York die am 28. März 1880 in Basel geborene und von 1881 bis 1920 in den USA lebende Jenny Dreyfus, die 1934 US-amerikanische Staatsbürgerin wurde.

Nach fast 30 Jahren in den USA lebten Emil und Jenny Baerwald von 1920 bis 1938 in Berlin, nachweislich Ende der 1920er in der Prinz-Albrecht-Str. 8 und später am Lützowplatz Nr. 25.

Als Juden in Deutschland verfolgt, flohen Emil und Jenny Baerwald 1939 in die USA. Emil Baerwald wurde 1944 US-amerikanischer Staatsbürger. Er starb am 20. Januar 1948 in New York. Jenny Baerwald starb 1965, das Paar hatte keine Kinder.

Im Zugangsbuch der Berliner Stadtbibliothek ist als Lieferant nur das Bücherlager der BStB vermerkt, Spuren im Objekt selbst belegen aber einen Zugang über die Bergungsstelle, Auftrag Nr. 18, Bibliothek des Deutschen Frauenwerks / Reichsfrauenführung (RFF). Dieser Zugang war bereits in der Vergangenheit als NS-Raubgut belastet aufgefallen, u.a. finden sich Bücher aus dem Internationalen Archiv der Frauenbewegung darunter.

Eine weitere Notiz im Buch legt allerdings nahe, dass die RFF das Buch selbst 1943 antiquarisch bei der Berliner Buchhandlung Gsellius erwarb. Wie diese in den Besitz des Buches gekommen war, konnte nicht ermittelt werden.

Weiterführende Informationen

Informationen zur Emigration der Baerwalds finden sich online in den George S. Messersmith Papers der Universität von Delaware