Alfred Eisfelder

2013 konnte ein Buch aus der Bibliothek von Alfred Eisfelder zurückgegeben werden.

Alfred Eisfelder wurde am 20.10.1888 in Berlin geboren. Er erlernte bei AEG in Berlin den Beruf des technischen Kaufmanns. 1912 heiratete er Gertrude Sternberg, die beiden hatten zwei Söhne, Günter und Ferdinand Eisfelder. Die Ehe wurde Mitte der 1920er Jahre geschieden, Gertrude heiratete später Fritz Heymann.

Günter Eisfelder emigrierte 1934 unter dem Druck der Verfolgung nach Brasilien, Ferdinand Eisfelder floh 1938 nach Shanghai. Beide haben so den Holocaust überlebt. Gertrude Heymann lebte ab 1941 im Untergrund in Berlin, wurde jedoch 1943 verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Sie war schon bei ihrer Ankuft im Vernichtungslager nicht mehr am Leben.

Alfred Eisfelder wurde ab Kriegsbeginn als Zwangsarbeiter bei der Firma Ehrlich & Graetz eingesetzt. Er wurde am 14.11.1941 nach Minsk deportiert und dort ermordet.

Der Weg des Buchs in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek is unbekannt. Das Buch wurde kurz nach Kriegsende 1945 als "Geschenk" in den Bestand aufgenommen. Der im Zugangsbuch angegebene Lieferant „Kulturamt“ steht vermutlich in Verbindung mit dem Berliner Magistrat, diese Lieferantenbezeichnung wurde aber u.a. auch für bereits im Haus befindliches Raubgut verwendet.