Restitutionen 2017

Großloge von Wien

Stempel: "Bibliothek der Großloge von Wien"
Stempel: "Bibliothek der Großloge von Wien"

29.11.2017: Ein geraubtes Buch aus der Bibliothek der Großloge Wien konnte an diese zurückgegeben werden.

Die Großloge von Wien wurde im Jahre 1918 gegründet. Sofort nach dem „Anschluß“ 1938 wurde sie aufgelöst und ihr Besitz enteignet. Die Großloge gründete sich 1945 wieder, zunächst als „Großloge von Wien für Österreich“. Seit 1955 heißt die Loge „Großloge von Österreich“.

Der Zugangsweg des Bandes in den Bestand der Zentral- und Landesbibliothek ist unklar und konnte nicht nachvollzogen werden. Das Objekt wurde in unbearbeiteten Depotbeständen der Berliner Stadtbibliothek gefunden. Wahrscheinlich ist, dass das Buch wie zahlreiche weitere Bände aus Logenbibliotheken nach Kriegsende über die Bergungsstelle, Auftrag Nr. 15 (Reichssicherheitshauptamt), geliefert wurde.

Die Österreichische Nationalbibliothek und die Bayerische Staatsbibliothek haben bereits Bücher gleicher Provenienz restituiert.

Die ZLB bedankt sich herzlich bei der Association of Masonic Museums, Libraries and Archives in Europe für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Herder, Johann Gottfried von: Postscenien zur Geschichte der Menschheit : nebst einem Anhang. (Johann Gottfried v. Herder's sämmtliche Werke: [in 45 Th.] : Theil 7). Wien: Grund, 1813.

Links:

Webseite der Loge

Ministère des Affaires étrangères, Frankreich

Verblichener Stempel: "Ministere des Affaires Étrangères - Bibliothèque"
Verblichener Stempel: "Ministere des Affaires Étrangères - Bibliothèque"

22.08.2017: Ein weiteres Buch aus der Bibliothek des Französischen Außenministeriums konnte zurückgegeben werden.

Das Buch stammt aus Zuweisungen der Bergungsstelle, hier Auftrag Nr. 15 (Depot des Reichssicherheitshauptamtes).

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Actes et mémoires des négociations de la Paix de Ryswick. (Tome Troisieme). La Haye: Van Duren, 1725.

Israelitische Kultusgemeinde Troppau

Stempel: "Bibliothek d. Isr. Kultusgemeinde Troppau"
Stempel: "Bibliothek d. Isr. Kultusgemeinde Troppau"

11.08.2017: Ein weiteres Buch aus der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Troppau konnte zurückgegeben werden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Comenius, Johann Amos und Gailer, J. E.: Neuer Orbis Pictus für die Jugend. Reutlingen: Mäcken, 1842.

Sozialdemokratische Reichstags-Fraktion und "Vorwärts"

Stempel: "Sozialdemokratische Reichstags-Fraktion - Sekretariat"
Stempel: "Sozialdemokratische Reichstags-Fraktion - Sekretariat"

01.08.2017: Zwei weitere Bücher konnten an die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn restituiert werden. Ein Band stammt aus der Bibliothek der Sozialdemokratischen Reichstags-Fraktion, ein weiterer aus der Registratur des "Vorwärts".

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Sozialdemokratische Partei-Correspondenz. 1. Jahrgang. Berlin:  Vorwärts-Buchdruckerei u. Verl.-Anst., 1906.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Sozialdemokratische Partei-Correspondenz. 8. Jahrgang. Berlin:  Vorwärts-Buchdruckerei u. Verl.-Anst., 1913.

Große Nationale Mutter-Loge zu den drei Weltkugeln

Foto: ZLB
Foto: ZLB

27.07.2017: 15 Bücher und ein Exlibris konnten an die Große Nationale Mutter-Loge zu den drei Weltkugeln (GNML) zurückgegeben werden. Die Rückgabe erfolgte gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek Leipzig, die ebenfalls Bücher an die Loge restituierten.

Neben Bänden aus der Bibliothek der GNML wurden auch geraubte Bücher aus Tochterlogen restituiert.

Die in den Beständen der ZLB identifizierten Bücher stammen aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth und der Association of European Masonic Museums, Libraries and Archives für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 265: “Große National Mutter Loge zu den Drey Weltkugeln Zur Bibliothek der Freimaurer Loge zu den 3 Weltkugeln gehörig”

Bayle, Pierre: Extrait du Dictionaire historique et critique de Bayle, divisé en 2 vol. avec une préf. (T. 2). Berlin: Voss, 1765.

Bayle, Pierre: Herrn Peter Baylens, weyland Professors der Philosophie und Historie zu Rotterdam, Historisches und Critisches Wörterbuch. (Erster Theil: A. und B. : Nebst dem Leben des Herrn Bayle). Leipzig: Breitkopf, 1741.

Dietrich, Friedrich Gottlieb: Vollständiges Lexicon der Gärtnerei und Botanik oder alphabetische Beschreibung vom Bau, Wartung und Nutzen aller in- und ausländischen, ökonomischen, officinellen und zur Zierde dienenden Gewächse. (Bd. 5: Iaborosa bis Masculus). Berlin: Gädicke, 1805.

Friedrich II., Kg v. Preussen: Merkwürdigkeiten zur Brandenburgischen Geschichte. (1). Frankfurt [u.a.]: s.n., 1756.

Kaiserliche Akademie der Wissenschaften: Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. (2. Jg.). Wien: Braumüller, 1852.

Krause, Karl Chr. (Hrsg.): Tagblatt des Menschheitlebens. (1. Jg.). Dresden: Arnold, [1811].

Leonhardi, M. F. G. (Hrsg.): Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. (2). Halle: Schwerschke [u.a.], 1792.

Marigny, François Augier de: Des Abts von Marigny Geschichte der Araber unter der Regierung der Califen. (Theil 1). Berlin [u.a.]: Voss, 1753.

Müller, Christian Adam: Der neueste Provinzenwechsel als Folge der Friedensschluesse zu Campo Formio und Lueneville : nach dem definitiven Franzoesisch-Russischen Entschaedigungsplan und dem Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation geographisch-statstisch dargestellt. Hof: Grau, 1803.

Richelet, Pierre: Dictionnaire françois. Geneve: Dentand, 1690.

Schröter, L.: Handbuch des gesammten materiellen und formellen gemeinen Rechtes, mit den wichtigsten Gegensätzen der preußischen Gesetzgebung. Berlin: Jonas, 1838.

Wolff, Christian von: Qui Mechanicam Cum Statica, Hydrostaticam, Aerometriam Atque Hydraulicam Complectitur : Editio Nova Multo Auctior Et Correctior. (Elementa matheseos universae, Tomus II). Halae Magdeburgicae: Renger, 1748.

Wolff, Christian von: Qvi Commentationem De Praecipuis Scriptis Mathematicis Commentationem De Studio Mathematico Recte Instituendo Et Indices In Tomos Quinque Matheseos Universae Continet. (Elementa matheseos universae, Tomus V). Halae Magdeburgicae: Renger, 1741.

Aus der Bibliothek der Tochterloge zum aufrichtigen Herzen in Frankfurt an der Oder:

Desdor, E. [Hrsg.]: Oeffentliche Vorträge gehalten in der Schweiz. (Bd. 5 ; H. 1-12). Basel: Richter, 1880.

Aus der Bibliothek der Tochterloge zu den 3 Rosen im Walde in Sorau:

Marc-Aurel: semper honos, nomenque tuum, laudesque manebunt. (Vierter Theil). Breslau: Korn, 1792.

Links:

Webseite der Loge

Die Loge im Freimaurer-Wiki

Die Loge im Provenienz-Wiki

Große Loge von Preußen, Genannt Royal York zur Freundschaft

Stempel "▭ R. Y."
Stempel "▭ R. Y."

26.07.2017: Weitere 16 Bücher aus dem Bestand der Bibliothek der Großen Loge von Preußen, Genannt Royal York zur Freundschaft in Berlin konnten zurückgegeben werden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Marc-Aurel: semper honos, nomenque tuum, laudesque manebunt. (Zweyter Theil). Breslau: Korn, 1793.

Marc-Aurel: semper honos, nomenque tuum, laudesque manebunt. (Dritter Theil). Breslau: Korn, 1793.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (Zweiter Jahrgang, Erstes Quartal). Leipzig: Breitkopf, 1784.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (Zweiter Jahrgang, Zweites Quartal). Leipzig: Breitkopf, 1784.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (Zweiter Jahrgang, Drittes Quartal). Leipzig: Breitkopf, 1785.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (Dritter Jahrgang, Erstes Quartal). Leipzig: Breitkopf, 1785.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (Dritter Jahrgang, Viertes Quartal). Leipzig: Breitkopf, 1785.

Schmidt, Michael Ignaz: Vom schmalkadischen Krieg bis an das Ende der Regierung Karls V.. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Erster Band, Sechster Theil). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1785.

Schmidt, Michael Ignaz: Von Ferdinand dem I. bis Rudolph II. : Vom Jahr 1556. bis 1576.. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Zweyter Band, Siebenter Theil). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1786.

Schmidt, Michael Ignaz: Matthias und Ferdinand II. : Vom Jahr 1613 bis 1630. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Vierter Band, Neunter Theil). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1789.

Schmidt, Michael Ignaz: Kaiser Joseph I. : vom Jahre 1705 bis 1709. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Zehnter Band, Fünfzehnter Theil). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1801.

Schmidt, Michael Ignaz: Kaiser Karl VI. : Vom Jahre 1715 bis 1740. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Siebzehnter Theil, Zwölfter Band). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1803.

Schmidt, Michael Ignaz: Kaiser Joseph II., und Leopold II. : Vom Jahre 1765 bis 1792. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Zwanzigster Theil, Fünfzehnter Band). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1806.

Schmidt, Michael Ignaz: Kaiser Franz II. : Vom Jahre 1792 bis 1806. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Sechszehnter Band, Einundzwanzigster Theil). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1807.

Schmidt, Michael Ignaz: Deutschlands Geschichte in der Periode des Rhein-Bundes : von dem Anfange des Befreiungs-Krieges bis zur förmlichen Auflösung des Rhein-Bundes im Frieden zu Paris vom 30. May 1814. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Zwanzigster Band, Fünfundzwanzigster Theil). Ulm: Stettin‘sche Buchhandlung, 1826.

Schmidt, Michael Ignaz: Vollständige Register über die von Michael Ignaz Schmidt Kaiserl. Königl. wirklichen Hofrath, Direktor des Kayserl. Königl. Hausarchivs, und Beysitzer der Büchercensur-Comission herausgegebene Geschichte der Deutschen : Zu der Ulmer Original Ausgabe : Nebst einem Verzeichnis der in dieser Geschichte aufgeführten Schriften. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Register). Ulm: Stettinische Buchhandlung, 1786.

Heini Dann

"Heini Dann zur Erinnerung an die am 6 ten März 1937 in der Hermann Falkenberg-Synagoge erfolgte Einsegnung überreicht von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin [Heinr. Stahl]"
"Heini Dann zur Erinnerung an die am 6 ten März 1937 in der Hermann Falkenberg-Synagoge erfolgte Einsegnung überreicht von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin [Heinr. Stahl]"

14.07.2017: Ein Buch aus dem Besitz von Heinz ("Heini") Dann konnte zurückgegeben werden.

In einem Buch aus unbearbeiteten Depotbeständen wurde wurde ein Etikett mit einer Widmung an Heini Dann gefunden. Wie der Band in den Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin kam ist unbekannt.

Heini Dann erhielt das Buch anlässlich seiner Bar Mitzwa am 6. März 1937. Widmungsgeberin ist die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die Widmung ist mit einem Unterschriftstempel von Heinrich Stahl signiert. Heinrich Stahl war zu der Zeit der Vorsitzende der Gemeinde. Die Bar Mizwah fand in der Hermann Falkenberg-Synagoge in Berlin statt, die sich in der Schönhauser Allee 162 befand. An dieser Anschrift hatte seit 1897 das Baruch Auerbachsche Waisenhaus, ein Waisenhaus für jüdische Kinder, seinen Sitz. Seit ca. 1920 hielt der liberale Synagogenverein Norden dort seine religiösen Feiern ab.

Heini Dann wurde am 13. Februar 1924 in Golzow geboren. Er war nach seiner Schwester Ruth das zweite Kind von Oskar und Irene Dann. Oskar Dann war Kaufmann, wurde am 7. Februar 1891 in Golzow geboren und verstarb bereits Anfang 1933. Irene Dann wurde als Irene Süssmann am 29. Juli 1890 in Köpenick geboren. Sie lebte in Golzow bis sie denunziert und daraufhin 1937 im Zuchthaus Jauer interniert wurde. Von dort wurde sie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ruth Dann wurde am 7. März 1921 in Golzow geboren und lebte später in Berlin. Sie heiratete den am 7. August 1914 in Berlin geborenen Kaufmann Heinz Lindenberg. Das Paar wurde am 9. Dezember 1942 ebenfalls nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Heini Dann überlebte den Holocaust. Er konnte mittels Kindertransport 1938/39 aus Deutschland fliehen. Als seine letzte bekannte Adresse in Berlin ist die Schönhauser Allee 164 angegeben – nur zwei Häuser vom Baruch Auerbachschen Waisenhaus entfernt wo er 1937 seine Bar Mitzwa feierte.

Die ZLB bedankt sich herzlich bei der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum und bei der Association of Jewish Refugees für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Zunz, Leopold: Die vierundzwanzig Bücher der Heiligen Schrift nach dem masoretischen Texte. Berlin: Alterthum, 1935.

Alfred Fortmüller

Autogramm: "Alfred Miller"
Autogramm: "Alfred Miller"
Zollerklärung von 1943, ausgefüllt von Paul Merker
Zollerklärung von 1943, ausgefüllt von Paul Merker
Das "Libro Negro": Snyder - Hitlerism, 1932.
Das "Libro Negro": Snyder - Hitlerism, 1932.

14.07.2017: Ein Buch von Alfred Fortmüller konnte zurückgegeben werden.

Ein im Buch enthaltenes Autogramm konnte eindeutig dem am 30. Januar 1903 in Hahnenklee geborene Alfred Fortmüller zugeordnet werden. Bereits im März 2017 wurde eines seiner Exlibris restituiert.

Alfred Fortmüller (auch bekannt als Alfred Müller, Alfred Miller und Alfredo Miller) ist bereits ca. 1929 aus in die USA ausgewandert, von wo er um 1936 unter Androhung der Auslieferung ans Deutsche Reich nach Mexiko emigrierte. Dort war Fortmüller Korrespondent des Daily Worker und u.a. Gründungsmitglied der Bewegung „Freies Deutschland“. Er starb am 29. November 1943 in Mexiko-Stadt. Fortmüller war in den USA und in Mexiko als Alfred Müller, Alfred Miller und Alfredo Miller in Erscheinung getreten.

Dass es sich bei Alfred Miller um Alfred Fortmüller handeln muss, ist durch die eingelegte Zollerklärung belegt. Die Erklärung betrifft eine Sendung von Büchern, ausgefüllt nur Monate bevor Fortmüller in Mexiko an Herzversagen stirbt. Absender ist Paul Merker (1894 - 1969), Politiker und KPD-Funktionär und ab 1942 Exilant in Mexiko. Merker war bis zu seiner Flucht 1941 in Südfrankreich im Lager Les Milles interniert gewesen. In Mexiko betätigte er sich als Sekretär der Bewegung „Freies Deutschland“, die Fortmüller mitgegründet hatte.

Die genannten Bücher stammen ausnahmslos von deutschen ExilschriftstellerInnen die sich zu der Zeit in Mexiko befanden und ebenfalls in der Bewegung „Freies Deutschland“ aktiv waren. Einzige Ausnahme ist das „Libro Negro“, das schwarze Buch, bei dem es sich wohl um das gefundene Exemplar handelt.

Bei diesem 1932 von dem amerikanischen Historiker Louis Leo Snyder unter dem Pseudonym Nordicus veröffentlichte Werk handelt es sich um eine frühe Analyse über Aufstieg und Zukunft der NSDAP, in der er u.a. deren Machtübernahme, die Kooperation eines nationalsozialistischen Deutschland mit dem faschistischen Italien und die Judenverfolgung voraussagte.

Das Buch wurde nachweislich 1943 in Mexiko versandt, Empfänger unbekannt. Auch der Weg in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek konnte nicht nachgezeichnet werden. Es wurde dort in unbearbeiteten Depotbeständen gefunden und war nie Teil des aktiven Bestandes.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Nordicus (Snyder, Louis Leo): Hitlerism : The iron fist in Germany. New York: the Mohawk Pr., 1932.

Bernhard Krisch

Bernhard Krisch im Tiergarten, 1927. Foto: privat.
Bernhard Krisch im Tiergarten, 1927. Foto: privat.

29.06.2017: Ein Buch aus der Bibliothek von Bernhard Benno Krisch konnte zurückgegeben werden.

Bernhard Krisch wurde am 07.04.1875 in Inowrazlaw geboren. Er war Besitzer einer Textilfabrik in der Spandauer Str. 11 und Textilgroßhändler. Ab 1908 war er mit Hedwig Krisch geb. Crohn verheiratet, das Paar blieb kinderlos. Bernhard Krisch verstarb am 04.07.1933 in Berlin, sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee.

Hedwig Krisch übernahm die Firma Ihres Mannes nach dessen Tod und führte diese, bis sie 1938 Zwangsverkauft wurde. 1939 heiratete Hedwig den Schuhfabrikanten Erich Senger. Das Paar lebte von 1943 bis 1945 in der Illegalität in Berlin und in Horst an der Ostsee und überlebte so den Holocaust. Hedwig und Erich Senger wanderten 1946 in die USA aus.

Bernhard Krisch hatte auch einen Bruder, den am 14.03.1877 in Inowrazlaw geborenen Herrmann Krisch. Dieser wurde am 03.04.1944 in Theresienstadt ermordet.

Das Buch gelangte durch Übernahme des Bestandes der 1949 gegründeten Wissenschaftlichen Zentralbibliothek Dahlem in den der Amerika Gedenkbibliothek.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Bergson, Henri: Materie und Gedächtnis : Essays zur Beziehung zwischen Körper und Geist. Jena: Diederichs, 1908.

Heinrich und Olga Spiero

Ehepaar Dr. jur. Heinrich und Olga Spiero mit dem Hund "Troll". Das Foto ist etwa 1928/29 in Berlin entstanden. Foto: privat
Ehepaar Dr. jur. Heinrich und Olga Spiero mit dem Hund "Troll"

27.06.2017: Ein Exlibris von Heinrich und Olga Spiero konnte zurückgegeben werden.

Heinrich Spiero wurde am 24.03.1876 in Königsberg geboren und starb 08.03.1947 in Berlin. Seine Ehefrau Olga, geborene Jalowicz, kam am 09.07.1877 in Breslau zur Welt und lebte bis zu ihrem Lebensende am 14.11.1960 in Berlin. Unter schwierigen Bedingungen überlebten sie die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung und entgingen knapp der bevorstehenden Deportation. Das Ehepaar hatte vier Kinder.

Heinrich Spiero entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie und ließ sich protestantisch taufen. Er studierte Germanistik, Jura und Geschichte an den Universitäten in Berlin, Freiburg, Lyon und promovierte 1897 in Leipzig zum Dr. jur. Nach Abschluss des Rechtsreferendariats ging Heinrich Spiero 1901 nach Hamburg, wo er seinen Lebensunterhalt als leitender Kaufmann eines großen Handelskontors verdiente. Parallel dazu unterrichtete er Neuere Literaturgeschichte in Hamburg, hielt europaweit Vorträge und wurde von der Germanistic Society of America zu einer Vortragsreise in die USA eingeladen.
Während des Ersten Weltkriegs war er Ressortleiter im Preußischen Kriegsministerium.

Nach Kriegsende widmete er sich in Berlin ausschließlich der Literaturwissenschaft und seinen schriftstellerischen Interessen. Unter anderem verfasste Spiero Kritiken für die Vossische Zeitung, schrieb Monografien über Theodor Fontane, Gerhard Hauptmann, war Herausgeber der Romane Gustav Freytags, des Raabe- und des Jedermanns Lexikons. Er war Gründer der Hamburger Kunstgesellschaft, Mitglied vieler bedeutender Vereinigungen, so im Vorstand der Raabe-Gesellschaft und im Vorstand der Deutschen Germanisten-Gesellschaft. Spiero gehörte zu den führenden Literaturhistorikern seiner Zeit. Die Universität Göttingen zeichnete ihn 1931 mit dem Dr. phil. h.c. aus.

Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Heinrich Spiero mehrfach verhaftet und mit Schreib- und Publikationsverbot belegt. Vom Vorsitz des von ihm mitinitiierten Reichsverbandes christlich-deutscher Staatsbürger nichtarischer oder nicht rein arischer Abstammung (ab 1936 Paulus-Bund), musste er aufgrund seiner Einstufung als sog. „Volljude“ 1937 zurücktreten. Trotzdem gelang es ihm, eine Hilfestelle für Christen jüdischer Herkunft einzurichten, das Büro Heinrich Spiero. 1939 wurde das Büro verboten.

Im Frühjahr 1943 konnten Olga und Heinrich Spiero nur durch Unterstützung ihres nichtjüdischen Schwiegersohns der unmittelbar bevorstehenden Deportation entgehen.

Es handelt sich um ein loses Exlibris. Der radierte Schriftzug auf dem Exlibris (Signatur) könnte auf das zugehörige Buch verweisen, doch blieben aktuelle Recherchen nach einem entsprechenden Exemplar im Bestand der ZLB ergebnislos. Der Zugang ist daher nicht nachvollziehbar.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 113: Heinrich und Olga Speiro.

Links:

Heinrich Spiero auf Wikipedia

Rohr, Anna: Dr. Heinrich Spiero (1876–1947). Sein Wirken für die Christen jüdischer Herkunft unter dem NS-Regime. Berlin: Metropol Verl., 2015.

Loge zur Freimüthigkeit am Rhein, Frankenthal

geschwärzter Stempel
geschwärzter Stempel
Stempel der Loge zur Freimüthigkeit am Rhein, Frankenthal
Stempel der Loge zur Freimüthigkeit am Rhein, Frankenthal

20.06.2017: Sieben Bücher aus der Bibliothek der Freimaurerloge zur Freimüthigkeit am Rhein in Frankenthal konnten zurückgegeben werden.

Die Johannisoge zur Freimüthigkeit am Rhein wurde 1808 in Frankenthal gegründet. Sie wurde von den Nationalsozialisten 1933 aufgelöst und enteignet. Die Loge wurde 1950 wiederbelebt.

Sechs der Bücher stammen aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt. Ein Band trägt Provenienzmerkmale der Abteilung Aussenpolitik und Auslandskunde des Deutschen Auslandswissenschaftlichen Instituts, einer NS-Forschungseinrichtung. Der Stempel der Loge wurde in diesem Band geschwärzt, die eindeutige Zuordnung gelang durch den Abgleich der handschriftlich eingetragenen Signatur der Loge.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Friedrich II: Hinterlassene Werke Friedrichs II Königs von Preussen. (Bd. 5-6). s.l.: s.n., 1789.

Friedrich II: Hinterlassene Werke Friedrichs II Königs von Preussen. (Bd. 7-8). s.l.: s.n., 1789.

Gellert, Christian Fürchtegott: Gellerts moralische Vorlesungen. (Sammlung der besten deutschen prosaischen Schriftsteller und Dichter : Gellerts moralische Vorlesungen : Bd. 9). Carlsruhe: Schmieder, 1774.

Lucianus, Samosatensis: Lucians Schriften. (Bd. 5-6). Mannheim: s.n., 1783.

Plutarch: Auserlesene Moralische Schriften. (Bd. 3). Zürich: Orell, Geßner, Füßlin und Comp., 1773.

Pope, Alexander: Des Alexander Pope Esq. sämmtliche Werke mit Wilh. Warburtons Commentar und Anmerkun-gen. (Bd. 7-8). Straßburg: Heitz und Dannbach, 1778-79.

Richardson, Samuel: Klarissa, oder die Geschichte eines jungen Frauenzimmers. (Bd. 11-12). Mannheim: s.n., 1791.

Jacob & Käthe Kahn

"San-Rat Dr Jacob Kahn & Frau Käthe 17. Mai 25"
"San-Rat Dr Jacob Kahn & Frau Käthe 17. Mai 25"

16.06.2017: 20 Bücher aus der Bibliothek von Jacob und Käthe Kahn konnten zurückgegeben werden.

Jacob Kahn wurde am 26.5.1870 in Clüsserath geboren. Er war Arzt und Sanitätsrat in Berlin. Seine Frau Käthe Kahn wurde am 29.9. 1880 als Käthe Hirschfeld in Berlin geboren. Jacob und Käthe Kahn hatten keine Kinder, sie lebten in Berlin in der Stralauer Allee 31 und später in der Mommsenstr. 22, mindestens bis 1939.

Am 3. Oktober 1942 wurden Jacob und Käthe Kahn ab Berlin nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet, Jacob Kahn am 18.12.1942, Käthe Kahn am 02.05.1944.

Neben einem Buch ohne jegliche Informationen zum Zugang stammen die Bücher aus drei Quellen die mutmaßlich alle mit dem Magistrat von Berlin in Verbindung stehen, diese Bände kamen also nach Kriegsende in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek:

Lieferant: "Dombrowski"
Ein Buch wurde 1951 im Zugangsbuch „Dombrowski“ erfasst. Dabei handelt es sich um einen Zugang von etwa 1.000 Exemplaren die vermutlich vom Magistrat von Berlin an die BStB abgegeben wurden. Darunter befindet sich eindeutiges Raubgut, meist aus Privatbesitz, neben unverdächtigen Exemplaren.

Lieferant: Verwertungsstelle des Magistrats
Ein Buch wurde 1951 mit dem Lieferantenvermerk „Verwertungsstelle des Magistrats“ eingearbeitet.

Lieferant: Abteilung Finanzen des Magistrats von Berlin
Der Großteil der Bücher stammt aus einem Ankauf von 1951, im Zugangsbuch subsumiert als „Eine beschlagnahmte Bibliothek“ mit einem Umfang von ca. 1.000 Titeln. Lieferant ist abermals der Magistrat, hier die Abteilung Finanzen.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Elbogen, Ismar: Geschichte der Juden in Deutschland. Berlin: Jüdische Buch-Vereinigung, 1935.

Gobineau, Arthur Graf: Die Renaissance : Savonarola, Cesare Borgia, Julius II., Leo X., Michelangelo : historische Szenen. Leipzig: Insel-Verl., 1918.

Hebbel, Friedrich: Werke (Theil 1-10 in 6 Bänden). Berlin [u.a.]: Bong, [1923].

Kleefeld, Wilhelm: Carl Maria von Weber. (Velhagen & Klasings Volksbücher : Nr 167). Bielefeld [u.a.]: Velhagen & Klasing, 1926.

Liebermann, Max: Siebzig Briefe. (Bücherei des Schocken-Verlages : 84). Berlin: Schocken, 1937.

Lill, Georg: Deutsche Plastik. (Volksverband der Bücherfreunde: Jahresreihe des Volksverbandes der Bücherfreunde : Reihe 6, Bd. 4). Berlin: Volksverband d. Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag, 1925.

Mann, Thomas: Pariser Rechenschaft. Berlin: S. Fischer Verl., 1926.

Massé, Grete: Euphrosyne : Eine Geschichte aus Goethes Tagen. Tübingen: Alexander Fischer, 1925.

Menghin, Oswald: Geist und Blut : Grundsätzliches um Rasse, Sprache, Kultur und Volkstum. Wien: Schroll, 1934.

Nassauer, Max: Die Doktorschule : das ist Der Arzt der großen und der kleinen Welt und Die hohe Schule für Aerzte und Kranke. München: Verlag d. Aerztl. Rundschau Otto Gmelin, 1926.

Roth, Joseph: Hiob : Roman eines einfachen Mannes. Berlin: Kiepenheuer, 1930.

Schäfer, Wilhelm: Die Anekdoten. München: Georg Müller, 1929.

Shaw, Bernard: Der Amateur-Sozialist. Potsdam: Kiepenheuer, 1924.

Spengler, Oswald: Die Revolution ist nicht zu Ende. (Stalling Bücherei Schriften an die Nation : 35). Oldenburg i. O.: Stalling, 1924.

Wassermann, Jakob: Joseph Kerkhovens dritte Existenz. Erster Bd. Berlin: Jüdische Buchvereinigung, [1934].

Links:

Pressemeldung der ZLB

Pressemeldung des Jüdischen Museums Berlin

14.06.2017, neues deutschland: Von großem ideelen Wert

17.06.2017, Berliner Morgenpost: Bibliothek eines jüdischen Ehepaares zurückgegeben

21.06.2017, Berliner Woche: Bücher als letzte Spur: Jüdisches Museum erhält Teilbestand des ermordeten Ehepaars Kahn

Freimaurerloge Armin zur Deutschen Treue, Bielefeld

"Loge Armin z deutschen Treue Bielefeld"
"Loge Armin z deutschen Treue Bielefeld"

08.06.2017: Zwei Bücher aus der Bibliothek der Freimaurerloge Armin zur Deutschen Treue in Bielefeld konnten zurückgegeben werden.

Die Loge Armin zur Deutschen Treue wurde 1844 in Bielefeld gegründet. Sie wurde von den Nationalsozialisten 1935 aufgelöst und enteignet. Die Loge wurde 1950 wiederbelebt.

Die Bücher stammen aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Gaum, Johann Ferdinand: Lebensbeschreibung Kaiser Josephs II bis an seinen Tod. Frankfurt und Leipzig: s.n., 1790.

Trenck, Friedrich, Freiherr von der: Des Friedrich Freiherrn von der Trenck merkwürdige Lebensgeschichte (3. Bd.). Berlin: Vieweg, 1787.

Links und weiterführende Quellen:

Die dunkle Zeit - vom Ende 1935 bis zum Neuanfang 1947 (.pdf)

Webseite der Loge

Freimaurerloge Johannes Der Evangelist Zur Eintracht, Darmstadt

Stempel: "Iohannes Evang. zur Eintracht Or. V. Darmstadt"
Stempel: "Iohannes Evang. zur Eintracht Or. V. Darmstadt"

15.05.2017: Ein Buch aus der Bibliothek der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht in Darmstadt konnte zurückgegeben werden.

Die Loge Johannes der Evangelist zur Eintracht wurde 1816 in Darmstadt gegründet. Sie wurde von den Nationalsozialisten 1936 aufgelöst und enteignet. Die Loge wurde bereits ab 1945 wiederbelebt.

Das Buch stammt aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Greineisen, Johann Ludwig Justus: Eine Geschichte politischer Verketzerungssucht, in Deutschland, im letzten Jahrzehnt des 18ten Jahrhunderts : Ein Beytrag zu Geschichte des Aristokratism in den Hessen-Darmstädtischen Landen, und der dasigen Obscuranten. Nebst einigen Aufschlüssen über die ehemalige Verbindung des Regierungs-Directors von Grolman zu Giesen, mit dem Illuminaten-Orden. Deutschland [i.e. Altona]: [Bechtold], 1796.

Links:

Webseite der Loge

Jüdisch-Theologisches Seminar Fraenckel'scher Stiftung, Breslau

Stempel: "Eigenthum des Jüdisch-Theol. Seminars zu Breslau"
Stempel: "Eigenthum des Jüdisch-Theol. Seminars zu Breslau"

15.05.2017: Gemeinsam konnten von der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin 30 Bücher aus der Bibliothek des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung, Breslau, an die Fundacja Ochrony Dziedzictwa Żydowskiego [Stiftung für den Erhalt des Jüdischen Erbes in Polen, FODŻ] übergeben werden.

Das Jüdisch-Theologische Seminar Fraenckel'scher Stiftung wurde auf Grund einer testamentarischen Verfügung des Geschäftsmannes Jonas Fraenckel am 10. August 1854 als Rabbinerseminar in Breslau gegründet und wuchs in den folgenden Jahren zu einer der wichtigsten jüdischen Bildungseinrichtungen in Europa. Zum Seminar gehörte eine Bibliothek mit ca. 30.000 Bd. Während der Novemberpogrome 1938 wurden die Bibliothek und das Seminar verwüstet, danach wurde es von den Nationalsozialisten geschlossen, zahlreiche Studenten wurden ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht.

Anhand der in einigen Bänden des Breslauer Seminars enthaltenen handschriftlichen Nummer „15“ ist klar, dass die Bücher aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg stammen. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen, hauptsächlich aus Jüdischen Gemeinden, Freimaurerlogen, Parteien und Klosterbibliotheken. Teile dieser Bücher wurden von der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken zwischen Ende 1945 und Anfang 1946 auf Bibliotheken in Berlin verteilt.

Die übergebenen Bücher auf lootedculturalassets.de:

Bekker, Immanuel: Platonis Dialogi Graece et Latine. (Partis Primae Volumen Prius). Berolini : Reimer ; Oxoniae : Parker, 1816.

Bekker, Immanuel: Platonis Dialogi Graece et Latine. (Partis Tertiae Volumen Secundum). Berolini : Reimer ; Oxoniae : Parker ; Londini : Black ; Londini : Boosey et Bothe, 1817.

Dietsch, Henr. Rudolph: Herodoti : Historiarum Libri IX. (Vol I). Lipsiae: Teubner, 1859.

Euripides: Hecuba et phoenissae in usum scholarum : accurate editae et illustratae. Stendaliae: Libr. Grossiana, 1820.

Ferrero-Ponsiglione, Vincenzo: De caesare salutio : Commentarius. Aug. Taurinorum: Officina Regia, 1856.

Gedike, Fridericus: [Historia philosophiae antique] M. Tulli ciceronis historia philosophiae antique. Berolini: Mylius, 1782.

Gelder, Hendrik Douwe: Mohtar de valsche profeet. Leiden: Brill, 1888.

Ha-Kohen, Shalom: Slihot le-yamim nora'im : ke-minhag Polin, Behmen, Mehren, Ungarn, Angli'a ve-Denemark. Altona: Bonn, 1823.

Hertz, Martin: Index Scholarum in Universitate Litterarum Vratislaviensi. Vratislaviensi: Friedrich, 1873.

Hertz, Martin: Locus Platonis (Conviv. P. 182 sq.). (Index lectionum in universitate litterarum vrantislaviensi ; 1870). Vratislaviae: Friedrich, 1870.

Johnston, James Finlay Weir: Die Chemie des täglichen Lebens. (2. Bd.). Berlin: Duncker, 1855.

Leo, Heinrich: Les Psaumes de David : mis en vers françois. Lausanne: Vincent, 1826.

Leo, Heinrich: Geschichte der italienischen Staaten : vom Jahre 1492 bis 1830. (Allgemeine Staatengeschichte : Geschichte der europäischen Staaten ; Abt. 1, Werk 3 [vielmehr 2], 5. Theil). Hamburg: Perthes, 1832.

Plinius Secundus, Gaius: Naturalis Historiae. (Libri XXXVII, Tomen IV). Gothae: Perthes, 1855.

Plinius Secundus, Gaius: C. Plinii Secundi Historiae Naturalis Libri XXXVII. Accedit Chrestomathia Indicibus Aliquot Copiosissimis Exposita. (Tomus IV). Berolini: Sumtibus A. Haude et I. C. Speneri. Bibliop. Reg. et Acad. Scientiar. priuil., 1766.

Preyer, W.: Die Concurrenz in der Natur. Breslau: Schottlaender, 1882.

Schütz, Christian Gottfried: Schützii Lexicon Ciceronianum. ([Opera quae supersunt omnia ac deperditorum fragmenta] M. Tullii Ciceronis Opera quae supersunt omnia ac deperditorum fragmenta ; Tom. 2, pars 2). Lipsiae: Apud G. Fleischerum iun, 1818.

Stallbaum, Godofredus: Platonis Philebus. Lipsiae: Hinrichsii, 1820.

Stephani, Ludolf: Parerga archaeologica : 21 October - 2 November 1859. (23). s.l.: s.n., 1859.

Stiehl [Hrsg.]: Centralblatt für die gesamte Unterrichts-Verwaltung in Preußen. (Jg. 1859). Berlin: Hertz, 1859.

Strabo: Strabonis geographica. (2). Leipzig: Teubner, 1853.

Strabo: Strabonis Rerum geographicarum libri XVII. (Tomus II). Lipsiae: Ex Officina Car. Tauchnitii, 1819.

Terentius Afer, Publius: [Comoediae] Publii Terentii, Carthaginiensis Afri, Comoediae Sex : post optimas editiones emendatae. Lugd. Batavorum: Hackius, 1644.

Tiedemann, Dieterich: System der stoischen Philosphie. (Dritter Theil). Leipzig: Weidemann, 1776.

Velleius <Paterculus>: C[aii] Velleii Paterculi Historiae Romanae, ad M. Vinicium cos. libri duc.. Parisiis: Barbou, 1726.

Wansleben, Johann Michael: Bisher ungedruckte Beschreibung von Aegypten im Jahr 1664. (Sammlung der merkwürdigsten Reisen in den Orient ; 3). Jena: Cuno, 1794.

Wimmer, Friedrich; Goeppert, H.R.: Friedrich Wimmer’s neue Beiträge zur Flora von Schlesien, zur Geschichte und Geographie derselben, verbunden mit einer Anleitung zu botanischen Excursionen in Schlesien, zum Sammeln, Bestimmen, Trocknen und Aufbewahren der Pflanzen, einem alphabetischen Nachweis ihrer Standorte, einem Verzeichnisse der wichtigsten Höhenpunkte der Sudeten, wie des Teschnischen Gebirges und einer Profilkarte ; nebst einer Übersicht der fossilen Flora Schlesiens. (Flora von Schlesien ; 3 ; Ergänzungsband, welcher für die Besitzer der ersten Aufl. des Flora die gesammten Bereicherungen der zweiten Ausg. anfasst). Breslau: Hirt, 1845.

Der bibel'sche Orient : eine Zeitschrift in zwanglosen Heften. (1. – 2. Heft). München: E. A. Fleischmann, 1821.

Mahzor : le-yom rishon ve-sheni shel pesah ; ve-aharon kavanat ha-paytan. Offenbach: Spitz, 1821/22.

Mahzor : le-yom rishon ve-sheni shel shavu'ot. Offenbach: Spitz, 1799/1800.

Links und Literatur:

Das Seminar auf Wikipedia

Das Seminar im Provenienz-Wiki

Cieślińska-Lobkowicz, Nawojka: Raub und Rückführung der Leon Vita Saraval Sammlung der Bibliothek des Jüdisch-theologischen Seminars in Breslau. In: Dehnel, Regine [Hrsg.]: Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. Zweites Hannoversches Symposium. Frankfurt am Main (2006)

Große Synagoge Warschau

Große Synagoge, Warschau, ca. 1915 (Foto: public domain via Wikimedia Commons)
Große Synagoge, Warschau, ca. 1915 (Foto: public domain via Wikimedia Commons)

15.05.2017: Zwei Bücher aus der Bibliothek der Großen Synagoge in Warschau wurden an die Fundacja Ochrony Dziedzictwa Żydowskiego [Stiftung für den Erhalt des Jüdischen Erbes in Polen, FODŻ] übergeben.

Die ca. 50.000 Bände umfassende Bibliothek der Großen Synagoge wurde 1939 vom Kommando Paulsen, einer Einheit des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) nach Berlin verbracht.

Ein Buch gelangte nachweislich, der zweite Band vermutlich über eine Zuweisung der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken, konkret Auftrag Nr. 15 (Depot des RSHA), kurz nach Kriegsende 1945/46 in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek.

Die übergebenen Bücher auf lootedculturalassets.de:

LaCroix, Johann Friedrich Guillus: Die Brittische Apocalypse oder die Offenbarung eines guten Britten, welcher weder für, noch gegen die Opposition war, der seine Nation liebte, und über dessen Erniedrigung nachsann. Lodon: s.n., 1784.
zusammengebunden mit:
[Haugwitz, Christian Heinrich Curt von]: Hirten-Brief an die wahren und ächten Freymäurer alten Systems. [Leipzig]:  [Böhme],  5785 [1785].

Wachler, Ludwig: Einleitung und Geschichte der alten Litteratur. (Handbuch der Geschichte der Litteratur, Erster Theil). Leipzig:  Joh. Ambr. Barth, 1833.

Links:

Die Große Synagoge von Warschau auf Wikipedia

Die Große Synagoge von Warschau im Provenienz-Wiki

Synagogengemeinde zu Liegnitz

Stempel: "Bibliothek der Synagogen-Gemeinde zu Liegnitz"
Stempel: "Bibliothek der Synagogen-Gemeinde zu Liegnitz"

15.05.2017: Ein Buch aus der Bibliothek der Synagogen-Gemeinde zu Liegnitz wurde an die Fundacja Ochrony Dziedzictwa Żydowskiego [Stiftung für den Erhalt des Jüdischen Erbes in Polen, FODŻ] übergeben.

Die Synagoge von Liegnitz wurde 1847 feierlich eingeweiht. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt.

Der Weg des Buchs in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek is unbekannt. Das Buch wurde kurz nach Kriegsende 1946 in den Bestand aufgenommen. Der im Zugangsbuch angegebene Lieferant „Kulturamt“ steht vermutlich in Verbindung mit dem Berliner Magistrat, diese Lieferantenbezeichnung wurde aber u.a. auch für bereits im Haus befindliches Raubgut verwendet.

Das übergebene Buch auf lootedculturalassets.de:

Tilus, Carl: Das Sternenzelt. Berlin: Verl. Des Vereins der Bücherfreunde, 1893.

Links:

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum: Liegnitz

Virtual Shtetl: Legnica

Agathe Lasch

Agathe Lasch. Foto: Universität Hamburg, Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte
Agathe Lasch. Foto: Universität Hamburg, Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte

04.05.2017: Drei Bücher aus der Bibliothek von Agathe Lasch konnten zurückgegeben werden.

Agathe Lasch wurde am 4.7.1879 in Berlin in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren. Sie hatte vier Geschwister. Über ihre Familie ist wenig bekannt.

Sie besuchte die höhere Mädchenschule, machte das Lehrerinnenexamen und unterrichtete in ihrer Heimatstadt an Mädchen- und Gewerbeschulen bis sie 1906 ihr Abitur am Berliner Kaiserin-Augusta-Gymnasium nachholte und eine wissenschaftliche Laufbahn einschlug. Da sie zu dieser Zeit als Frau in Preußen nicht studieren durfte, ging sie zum Germanistikstudium nach Halle und 1907 nach Heidelberg. In Heidelberg promovierte sie 1909 und erweiterte ihre Abschlüsse 1910 um das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Im selben Jahr folgte sie dem Ruf als Associate Professor des Bryn Mawr College in Pennsylvania/USA, einer bedeutenden Frauenuniversität. 1917 – mit Eintritt der USA in den 1. Weltkrieg, kehrte sie nach Deutschland zurück, erhielt eine Assistenten-Stelle am Deutschen Seminar für Hamburger Kolonialgeschichte und habilitierte sich 1919 an der neu gegründeten Hamburger Universität. 1923 erfolgte ihre Habilitation: Sie war nicht nur die erste Frau mit Professorentitel an der Hamburger Uni, sondern deutschlandweit die erste Frau mit Germanistikprofessur. Trotz wegweisenden Forschungen und Publikationen zur niederdeutschen Sprache konnte sie nach Überwindung bürokratischer Hürden erst im Jahr 1926 den für sie eingerichteten Lehrstuhl für Niederdeutsche Philologie einnehmen.

1934 verlor sie aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Beamtentums ihren Lehrstuhl in Hamburg. Eingaben ihrer Studierenden und internationale Fürsprache blieben erfolglos und weitere Sanktionen folgten in den kommenden Jahren. So wurde ihre Berufung auf einen Germanistik-Lehrstuhl der Universität Dorpat/Estland im Jahr 1939 von den Nationalsozialisten verhindert. Zwei Jahre zuvor, 1937, zog sie nach Berlin in die Caspar-Theyss-Straße 26 um. Die Wohnung mit ihrer dort untergebrachten 4.000 Bände umfassenden Privatbibliothek wurde für sie Forschungs- und Kommunikationsort bis diese im Juli 1942 von der Gestapo beschlagnahmt wurde. Kurz darauf, am 15.8.1942, wurde Agathe Lasch nach Riga deportiert und dort am 18.8.1942 ermordet.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Jellinek, Max Hermann; Kraus, Carl von und Singer, Samuel: Konrad Zwierzina zum 29. März 1924. Graz [u.a.]:  Leuschner & Lubensky, 1924.

Lazarus, Gertrud: Die künstlerische Behandlung der Sprache bei Andreas Gryphius. Berlin: Studentenwerk, 1932.

Murner, Thomas: Narrenbeschwörung. Halle a.S.: Niemeyer, 1894. 

Link:

agathe-lasch.de

Rotary Club Rotterdam

Protokollbuch des Rotary Club Rotterdam, 25. Oktober 1933 - 13. März 1935
Protokollbuch des Rotary Club Rotterdam, 25. Oktober 1933 - 13. März 1935

03.05.2017: 3 Bände handgeschriebene Protokollbücher des Rotary Clubs Rotterdam konnten an diesen zurückgegeben werden.

Der Zugang der Bände in den Bibliotheksbestand ist unklar. Die Protokollbücher wurden in unbearbeiteten Depotbeständen der Berliner Stadtbibliothek (BStB) gefunden.

Dies ist nicht der erste Fund von Protokollbüchern des Rotary Club Rotterdam im Bestand der BStB. Bereits 1992 wurden zwei Bände (1931-33) entdeckt. Die Bibliothek entschied damals, die Stadtbücherei Rotterdam um Hilfe zu bitten und verschickte die Bände in die Niederlande mit der Bitte sie an die rechtmäßigen Eigentümer weiterzuleiten, was auch geschah.

Da die nun gefundenen Bände keinerlei Spuren wie etwa Signaturen, Zugangsnummern etc. von Zwischenbesitzern aufweisen, können über den Zugang in den Bestand der BStB nur Vermutungen angestellt werden. Das Eigentum des Clubs wurde nachweislich im September 1940 durch die Arbeitsgruppe Niederlande des Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) in Rotterdam beschlagnahmt. Einem Bericht der Arbeitsgruppe über ihre Tätigkeit in Bezug auf die Beschlagnahmung von Bibliotheken und Archiven ist zu entnehmen, dass das Raubgut aus Niederländischen Freimaurerlogen und Rotariervereinen in 470 Kisten verpackt noch 1940 nach Deutschland verbracht wurde, zur weiteren Evaluation. Gerechtfertigt wurde der Raub mit der Einschätzung, es handle sich um „subversive Organisationen“.

Bislang sind im Zuge der Provenienzforschung der ZLB keine Hinweise aufgetaucht, dass die BStB direkt Lieferungen von geraubten Büchern aus vom ERR beschlagnahmten Bibliotheken erhalten hat. Dies erscheint auch unwahrscheinlich, da der ERR den Aufbau eigener Bibliotheken verfolgte, nicht die Ausstattung anderer deutscher Bibliotheken. Allerdings wurden bereits mehrfach Bücher im Bestand gefunden, die ursprünglich vom ERR geraubt, und dann offenbar weiter verteilt wurden, wohl entweder wenn es sich um Dubletten handelte, oder das Raubgut nach Begutachtung als ungeeignet für die ERR-Bibliotheken bewertet wurde.

Als Schlussfolgerung kommt für die Protokollbücher nach bisherigem Forschungsstand nur ein Zugang über die von der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken 1945/46 teilgeborgenen Bestände aus Depots des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in Frage. Die Bände tragen zwar nicht die charakteristischen „Bergungsnummern“, eine typische handschriftliche Nummerierung je nach Bergungsort. Diese Kennzeichnung erfolgte allerdings nachweislich nicht konsequent, was bei den bewegten Büchermengen auch nicht verwundert. Als wahrscheinliche Bergungsorte kommen von den dokumentierten Stellen besonders die Nummern 15 und 209 in Frage. Bergungsauftrag 15 bezog sich auf ein Depot des RSHA in einem enteigneten Logenhaus in der Eisenacher Str. in Berlin, in dem eine sog. Gegnerbibliothek mit geraubten Beständen aus ganz Europa aufgebaut werden sollte. Nr. 209 bezieht sich auf ein ebenfalls enteignetes Logenhaus in der Emser Str., das dem RSHA als Lager- und Sortierstelle diente.

Die restituierten Bände auf lootedculturalassets.de:

Notulenboek van de Rotary-Club, Rotterdam : 3 Juli 1929 - 11 Juni 1930

Notulenboek der Rotary-Club, Rotterdam : 18 Juni 1930 - 8 Juli 1931

Notulenboek der Rotary-Club, Rotterdam : 25 October 1933 - 13 Mart 1935

Links und Quellen:

Webseite des Rotary Club Rotterdam

Pressemeldung des Stadtarchivs Rotterdam

The National Archives: Records Concerning the Central Collecting Points ("Ardelia Hall Collection"): OMGUS Headquarters Records, 1938-1951, NARA M1941, Roll 0007.

Julius Rackwitz

Ella und Julius Rackwitz. Foto: Privat.
Ella und Julius Rackwitz. Foto: Privat.

02.05.2017: Ein Buch aus der Bibliothek von Julius Rackwitz konnte zurückgegeben werden.

Julius Rackwitz wurde am 31.12.1885 in Delitzsch/Sachsen geboren und zog mit seinen Eltern 1889 nach Berlin. 1904 machte er am Sophien-Gymnasium sein Abitur, um anschließend Englisch und Französisch an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu studieren, ergänzt durch längere Sprachaufenthalte in Paris, London und Oxford. Seine universitäre Ausbildung endete abrupt durch Einberufung zum Heeresdienst (WW I): Er wurde an den Fronten in Frankreich, Russland, Galizien und Rumänien eingesetzt und verwundet. Im Juni 1918 erwarb er seinen Abschluss als Dolmetscher für Englisch und Französisch an der Dolmetscherschule in Berlin und wurde von dort direkt zur Nachrichtenauswertungsstelle im Großen Hauptquartier abkommandiert. Seine Entlassung aus dem Heeresdienst erfolgte im November 1918.
 
Nach vorübergehender Hauslehrertätigkeit war Julius Rackwitz ab 1920 als Auslandskorrespondent bei der Deutschen Bank Berlin angestellt. 1921 heiratete er Ella Bialostozky (geboren am 11.5.1893 in Neustettin). Aus ihrer Ehe gingen die Töchter Inge und Eva hervor. Die Familie lebte in der Carmen Sylva-Straße 60 in Berlin-Prenzlauer Berg. Als Julius Rackwitz 1937 seine Anstellung bei der Deutschen Bank durch Zwangspensionierung und damit auch sein Einkommen verlor, musste die Familie mehrmals umziehen. 1938 wurde er im Rahmen der Novemberpogrome in sog. Schutzhaft genommen und bis Mitte Dezember 1938 im KZ Sachsenhausen interniert. Er erhielt die Auflage, Deutschland zusammen mit seiner Familie zu verlassen. Dem Ehepaar gelang es über die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die Töchter mit den Kindertransporten 1939 nach England in Sicherheit zu bringen. Seine Bemühungen, anschließend gemeinsam mit seiner Frau Ella das Land zu verlassen, scheiterten: Julius Rackwitz wurde am 17.3.1943 nach Theresienstadt und am 23.10.1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Seine Ehefrau Ella wurde ebenfalls nach Auschwitz deportiert (2.3.1943) und ermordet.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Còrdula: Pagine di una donna. Firenze [u.a.]: Bocca 1876.

Alfred Fortmüller

Das Exlibris von Alfred Fortmüller
Das Exlibris von Alfred Fortmüller

19.04.2017: Ein Exlibris von Alfred Fortmüller konnte zurückgegeben werden.

Das Exlibris ist eindeutig dem 1903 in Hahnenklee geborenen Alfred Fortmüller zuzuordnen. Alfred Fortmüller arbeitete als Schmied in Niedersachsen und später u.a. als Lehrer. Er war 1919 in die KPD eingetreten und ist 1929 in die USA ausgewandert, von wo er ca. 1936 unter Androhung der Auslieferung ans Deutsche Reich nach Mexiko emigrierte. Dort war der auch als Alfredo Miller oder Alfred Müller bekannte Fortmüller Korrespondent des Daily Worker, Mitglied der Ausländergruppe der Kommunistischen Partei, Mitglied der Liga für deutsche Kultur in Mexiko und Gründungsmitglied der Bewegung Freies Deutschland in Mexiko. Fortmüller starb am 29. November 1943 in Mexiko-Stadt.

Letzteigentümerin des Exlibris war vermutlich seine Frau Hanna Fortmüller geb. Grust, später verh. Bertholet. Hanna Fortmüller wurde 1901 in Hannover geboren, wo sie auch eine Ausbildung als Sekretärin absolvierte. Sie war Mitglied des Internationalistischen Jugendbundes und des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK). Sie war für das ISK-Organ „Der Funke“ in Berlin tätig war bevor Sie von dort 1933 nach Paris emigrierte. Dort führte Sie Ihre Arbeit fort und heiratete den Schweizer Antifaschisten René Bertholet. 1939 floh Hanna Fortmüller vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Sie kehrte 1946 nach Deutschland zurück und war später Leiterin der Verlage Öffentliches Leben und der Europäischen Verlagsanstalt. Sie starb 1970.

Das Exlibris stammt aus der Exlibris-Sammlung der Berliner Stadtbibliothek, der Zugangsweg in den Bestand ist unklar.

Die ZLB bedankt sich herzlich bei der Commission for Looted Art in Europe für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris No. 308 - Alfred Fortmüller

Links:

Eintrag im Wiki des Verbandes Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung "Freies Deutschland" e.V.

Ministère des Affaires étrangères, Frankreich

Signaturetikett der Bibliothek des Ministère des Affaires étrangères
Signaturetikett der Bibliothek des Ministère des Affaires étrangères

24.03.2017: Sechs Bücher aus der Bibliothek des Französischen Außenministeriums konnten zurückgegeben werden.

Die Bücher stammen aus Zuweisungen der Bergungsstelle, hier Auftrag Nr. 15 (Depot des Reichssicherheitshauptamtes)

Die Rückgabe erfolgte im Rahmen der Konferenz "Où sont les bibliothèques spoliées par les nazis? Tentatives d'identification et de restitution, un chantier en cours / Where are the libraries looted by the Nazis? Efforts at identification and restitution, a work in progress" in Paris.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Binet, Benjamin: Idée Generale de la Theologie Payenne, Servant de Refutation au Systeme de Mr. Bekker. Touchant L'existence & l'Operation Des Demons. Ou Traitté Historique des Dieux du Paganisme. (1). Amsterdam: Jean du Fresne, 1699.

Bohn, Gottfried Christian: Gottfried Christian Bohns Wohlerfahrner Kaufmann. (2. Theil oder 2. und 3. Abtheilung). Hamburg: Carl Ernst Bohn, 1789.

Clémencet, Charles: Histoire Generale De Port-Roïal Depuis La Reforme De L'Abbaïe jusqu'à son entiere destruction. (3). Amsterdam: Jean Van Duren, 1756.

Delacroix, Jacques-Vincent: Constitutions des principaux états de l'Europe et des États-Unis de l'Amérique. (2). Paris: Buisson, 1791.

Du Buat-Nancay, Louis Gabriel: Elements de la politique, ou recherche des vrais principes de l'économie sociale. (4). Londres: s.n., 1773.

Don Giuseppe I.: I Lupi Smascherati Nella confutazione, e traduzione del Libro intitolato: Monita Secreta Societatis Jesu. In virtu de quali giunsero i Gesuiti all'orrido, ed esecrabile assassinio di Sua Sagra Reale Maesta' Fedelissima. (1). Ortignano: Tancredi & Zaccheri (Dr.), 1761.

Ministère de l'Intérieur, Frankreich

Stempel: "Bibliotheque Ministère de l'Intérieur"
Stempel: "Bibliotheque Ministère de l'Intérieur"

24.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek des Französischen Innenministeriums konnte zurückgegeben werden.

Das Buch stammt aus Zuweisungen der Bergungsstelle, hier Auftrag Nr. 15 (Depot des Reichssicherheitshauptamtes)

Die Rückgabe erfolgte im Rahmen der Konferenz "Où sont les bibliothèques spoliées par les nazis? Tentatives d'identification et de restitution, un chantier en cours / Where are the libraries looted by the Nazis? Efforts at identification and restitution, a work in progress" in Paris.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Pothier, Robert Joseph: Traités sur différentes matières de droit civil, appliquées à l'usage du barreau et de jurisprudence françoise. (Tome 1) Paris, Orléans: Jean Debure, Rozeau-Montaut, 1773.

Ministère de la Justice, Frankreich

Stempel: "Bibliothéque du Grand Juge. Rep. Fran."
Stempel: "Bibliothéque du Grand Juge. Rep. Fran."

24.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek des Französischen Justizministeriums konnte zurückgegeben werden.

Das Buch stammt aus Zuweisungen der Bergungsstelle, hier Auftrag Nr. 15 (Depot des Reichssicherheitshauptamtes)

Die Rückgabe erfolgte im Rahmen der Konferenz "Où sont les bibliothèques spoliées par les nazis? Tentatives d'identification et de restitution, un chantier en cours / Where are the libraries looted by the Nazis? Efforts at identification and restitution, a work in progress" in Paris.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Helyot, Pierre ; Bullot, Maximilien: Qui comprend les Congregations des Chanoines Reguliers & des Chanoinesses Regulieres, avec les Ordres Militaires qui y ont raport. (Histoire Des Ordres Monastiques, Religieux Et Militaires, Et Des Congregations Seculieres de l'un & de l'autre sexe, qui ont esté establies jusqu'à present, 2). Paris: Nicolas Gosselin, 1714.

Verpel, Frankreich

Kirche von Verpel
Kirche von Verpel

23.03.2017: Ein handgeschriebenes Kirchenbuch aus der Gemeinde Verpel, Frankreich, konnte an die Departmentalarchive der Ardennen zurückgegeben werden.

Der Zugangsweg in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek ist unklar. Der im Zugangsbuch zugewiesene Lieferant „Kulturamt“ meint vermutlich die Abteilung für Volksbildung beim Magistrat von Berlin, die Zuweisung erfolgte allerdings kurz nach Kriegsende. Der Lieferant „Kulturamt“ wurde in dieser Zeit inflationär verwendet. Es ist also durchaus möglich, dass das Kirchenbuch schon vor 1945 in der Bibliothek lagerte, aber erst nach Kriegsende inventarisiert wurde.

Über den Weg von Verpel nach Berlin ist nichts bekannt, nach Einschätzung der Departmentalarchive der Ardennen war das Buch allerdings schon nach dem ersten Weltkrieg nicht mehr in Verpel.

Die Rückgabe erfolgte im Rahmen der Konferenz "Où sont les bibliothèques spoliées par les nazis? Tentatives d'identification et de restitution, un chantier en cours / Where are the libraries looted by the Nazis? Efforts at identification and restitution, a work in progress" in Paris.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

[Standesregister / Kirchenbuch von Verpel, Frankreich]. Verpel,  1751-1811.

Links:

Homepage der Archives départementales des Ardennes

Johannisloge Zur Wahren Eintracht (Schweidnitz)

Buchdeckel: Volksliederbuch für Männerchor (1906)

21.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek der Johannisloge Zur Wahren Eintracht in Schweidnitz konnte an die Mutterloge Royal York in Berlin zurückgegeben werden.

Die 1788 gegründete Johannisloge Zur Wahren Eintracht in Schweidnitz (Schlesien, heute Świdnica) wurde von den Nationalsozialisten 1935 aufgelöst und enteignet. Sie wurde nicht wiederbelebt.

Anhand der enthaltenen Nummer 15 der Bergungsstelle ist klar, dass das Buch aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg stammt. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Wilhelm II [Hrsg.]: Volksliederbuch für Männerchor. (Bass II I. Band). Leipzig: Peters, [1906].

Loge Friedrich zu den Drei Quellen (Bad Pyrmont)

Stempel: "Frmr.-Kränzchen "Friedrich zu den drei Quellen" Bad Pyrmont"
Stempel: "Frmr.-Kränzchen "Friedrich zu den drei Quellen" Bad Pyrmont"

21.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek des Freimaurer-Kränzchens "Friedrich zu den Drei Quellen" in Bad Pyrmont konnte zurückgegeben werden.

Die Loge Friedrich zu den drei Quellen wurde 1776 in Bad Pyrmont gegründet. Die Loge wurde von den Nationalsozialisten 1935 aufgelöst und enteignet. Sie wurde in den Jahren 1945 bis 1948 wiederbelebt.

Das Buch wurde in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek 1958 als "Geschenk" eingearbeitet, als Lieferant ist lediglich "Reserve" vermerkt. Vermutlich gelangte das Buch wie zahlreiche andere Exemplare aus Logenbibliotheken direkt nach Kriegsende 1945/46 über eine Zuweisung der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken in den Bibliotheksbestand.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Fischer, Robert: Erläuterungen des Lehrlings-Katechismus. (Erläuterung der Katechismen der Joh.-Freimrei, T. 1). Gera: Selbstverl., 1875.

Link:

Informationen zur Loge auf freimaurerei.de

Große Loge von Preußen, Genannt Royal York zur Freundschaft

Signaturetikett der Loge Royal York
Signaturetikett der Loge Royal York

13.03.2017: Fünf Bücher aus dem Bestand der Bibliothek der Großen Loge von Preußen, Genannt Royal York zur Freundschaft in Berlin konnten zurückgegeben werden.

Die Große Loge von Preußen, Genannt Royal York zur Freundschaft wurde 1752 in Berlin gegründet. Die Loge wurde von den Nationalsozialisten 1935 aufgelöst und enteignet. Sie wurde ab 1946 wiederbelebt.

Anhand der in fast allen Bänden enthaltenen Nummer 15 der Bergungsstelle ist klar, dass die Bücher aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Eisenacher Str. 11-13 in Berlin Schöneberg stammen. Das RSHA hatte dort geraubte Bücher aus ganz Europa zusammengetragen. Teile dieser Bücher wurden nach Kriegsende 1945 von der Bergungsstelle auf Bibliotheken in Berlin verteilt.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Friedrich : Oevres posthumes de Fréderic II, Roi de Prusse. (Tome. II). Berlin: Voss et Fils et Decker et Fils, 1788.

Gayot de Pitaval, François: Causes Celebres et interessantes, avec les jugemens qui les ont decidées. (T. 3). Neaulme: La Haye, 1735.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (3. Stück). Leipzig: Breitkopf, 1784.

Meißner, August Gottlieb und Canzler, Karl Christian [Hrsg.]: Für aeltere Litteratur und neuere Lectüre : Quartal-Schrift. (3. Jahrgang. 2. Quartal. 3. und 4. Heft). Leipzig: Breitkopf, 1785.

Schmidt, Michael Ignaz: Kaiser Franz I. : Vom Jahre 1745 bis 1765. (Michael Ignaz Schmidts Kaiserl. Königl. wirklichen Hofraths, Direktors des Kaiserl. Königl. Hausarchivs, und der Büchercensur Commißion-Beysitzers Geschichte der Deutschen ; Neunzehnter Theil, Vierzehnter Band). Ulm: Stettinsche Buchhandlung, 1805.

Links:

Webseite der Loge Royal York

Webseite der Bibliothek im Logenhaus

Die Loge Royal York im Freimaurer-Wiki

Die Loge Royal York im Provenienz-Wiki

Johannis-Loge Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz (Bonn)

Stempel "▭ Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz Bonn."
Stempel "▭ Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz Bonn."

13.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek der Johannis-Loge Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz in Bonn konnte zurückgegeben werden.

Die Johannis-Loge Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz wurde 1857 in Bonn gegründet. Die Loge wurde von den Nationalsozialisten 1935 aufgelöst und enteignet. Sie wurde 1952 als Loge „Fünf Punkte“ wiederbegründet und trägt seit 2008 wieder den Namen Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz

Das Buch wurde in unbearbeiteten Depotbeständen der Berliner Stadtbibliothek gefunden, war nie in den Bibliotheksbestand aufgenommen worden und hat entsprechend keine Zugangsnummer, keinen Bibliotheksstempel etc. Vermutlich gelangte das Buch wie zahlreiche andere Exemplare aus Logenbibliotheken direkt nach Kriegsende 1945/46 über eine Zuweisung der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Hamburgische Zirkel-Correspondenz: Die Mitgliederzeichen der aktiven deutschen Johannislogen. (Abbildungen von Mitgliederzeichen der Freimaurerlogen ;1). Hamburg: Rademacher (Druck), 1902.

Links:

Webseite der Loge Friedrich Wilhelm zum Eisernen Kreuz

Die Loge im Provenienz-Wiki

Sankt-Johannis-Loge Zur Einigkeit (Frankfurt, Main)

Exlibris der Loge zur Einigkeit
Exlibris der Loge zur Einigkeit

13.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek der Sankt-Johannis-Loge Zur Einigkeit in Frankfurt am Main konnte zurückgegeben werden.

Die 1742 gegründete Sankt-Johannis-Loge Zur Einigkeit wurde 1742 in Frankfurt am Main gegründet. Die Loge wurde von den Nationalsozialisten 1935 aufgelöst und enteignet. Sie wurde in den Jahren 1946 bis 1948 wiederbelebt.

Das Buch gelangte nach Kriegsende 1946 in den Bestand der BStB. Lieferant war die Bergungsstelle, Bergungsauftrag Nr. 15, Depot des Reichssicherheitshauptamtes in der Eisenacher Straße.

Die ZLB bedankt sich herzlich beim Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth für die Unterstützung bei dieser Rückgabe.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Anhang zu dem fünf und zwanzigsten bis sechs und dreyßigsten Bande der allgemeinen deutschen Bibliothek - Fünfte Abtheilung. (Allgemeine deutsche Bibliothek ; 25/36.1777/78, 5.Abt.). Berlin und Stettin: Nicolai, ca. 1779.

Links:

Webseite der Loge zur Einigkeit

Die Loge zur Einigkeit im Freimaurer-Wiki

Talmud Thora Ez Chaim e.V.

"Talmud Thora Ez. Chajim E.V. Berlin N 54, Grenadierstr. 31/32"
"Talmud Thora Ez. Chajim E.V. Berlin N 54, Grenadierstr. 31/32"

09.03.2017: Ein Buch aus der Bibliothek des Talmud Thora Ez Chaim e.V. wurde an die Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum in Berlin übergeben.

Der Talmud Thora Ez Chaim e.V. in Berlin war eine 1918 gegründete private Thoraschule in der Grenadierstr. 31/32 (heute Almstadtstr. 16). Über die Umstände des Entzugs ist nichts bekannt, die Schule ist im Berliner Adressbuch zuletzt 1937 verzeichnet.

Der Band enthält einen Sicherungsstempel der Berliner Stadtbibliothek der ab ca. 1940 bis mindestens Mitte der 1950er Jahre verwendet wurde, darüber hinaus aber keinerlei Hinweise auf Quelle und Datum des Zugangs.

Das übergebene Buch auf lootedculturalassets.de:

Masekhet Horayot Min Talmud Bavli: מסכת הוריות מן תלמוד בבלי : ...עם פירוש רש״י, תוספות ותוספות ישנים ופסקי פירוש המשניות תוספות, רבינו אשר וקצור פסקי הרא״ש ... ו להרמב״ם . (Talmudʺ babilonskīj). Ṿilna: Rom, 1911.

Links:

Jüdisches Museum Berlin: Sonderausstellung »Berlin Transit« - Talmud Thora Ez Chaim

Familie Hartbrodt

"Frau Hartbrodt, unter deren Dache dieses Werk zustandekam. Berlin, den 14. Juni 1934 Dr. Erich Gredinger"
"Frau Hartbrodt, unter deren Dache dieses Werk zustandekam. Berlin, den 14. Juni 1934 Dr. Erich Gredinger"

09.03.2017: Zwei Bücher aus dem Besitz der Familie Hartbrodt konnten zurückgegeben werden. Die Bände wurden auf Wunsch der Erben der Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum in Berlin übergeben.

Die enthaltenen Spuren konnten eindeutig der Familie Hartbrodt zugeordnet werden. Bei dem einer Frau Hartbrodt gewidmeten Buch bleibt allerdings unklar, welchem konkreten Familienmitglied es zuletzt gehörte. Das zweite Buch gehörte dem am am 21.07.1924 in Berlin geborenen Erich Lutz Hartbrodt. Er flüchtete 1939 nach Großbritannien und überlebte so den Holocaust. Die Hartbrodts waren als Juden verfolgt.

Das Buch von Frau Hartbrodt stammt aus dem von der Berliner Stadtbibliothek 1943 getätigten Ankauf von Büchern der deportierten Berliner Juden. Das zweite Buch von Erich Lutz Hartbrodt wurde 1945 als "Geschenk" erfasst. Es ist anzunehmen, dass das Buch ebenfalls zu diesem Ankauf gehört.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Gredinger, Erich: Untersuchungen über die Geheimmittel gegen die "gefährlichen Tierkrankheiten" : Ein Beitrag zur Regelung der Geheimmittelfrage im neuen Reichsarzneimittelgesetz. Leipzig: Pfau, 1934.

Mendelssohn, Moses: Der Mensch und das Werk : Zeugnisse / Briefe / Gespräche. Berlin:  Welt-Verl., 1929.

Israelitische Kultusgemeinde Wien

Stempel: "מ ספרי הרב צבי פרץ חיות Prof. Dr. H:P: Chajes Oberrabbiner von Wien ז׳׳ל"
Stempel: "מ ספרי הרב צבי פרץ חיות Prof. Dr. H:P: Chajes Oberrabbiner von Wien ז׳׳ל"

Georg & Margarethe Mecklenburg

Exlibris von Georg Mecklenburg
Exlibris von Georg Mecklenburg

31.01.2017: ein Exlibris von Georg Mecklenburg konnte zurückgegeben werden.

Das Exlibris konnte eindeutig Georg Mecklenburg, geboren 1869 in Königsberg, zugeordnet werden. Der Sohn des Kaufmanns Louis Mecklenburg und seiner Frau Rosalie zog aus Königsberg nach Chemnitz, wo er die Färberei ‚Kunath & Mecklenburg’ besaß. Von 1921 bis 1927 war er Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Chemnitz. Mecklenburg war zudem im Vorstand des Zentralvereins der deutschen Juden und betätigte sich als Mäzen und Kunstsammler. Georg Mecklenburg nahm sich im Februar 1932 das Leben.

Er war in erster Ehe verheiratet mit Lucie Mecklenburg geb. Manasse die bereits 1916 verstarb. Seine zweite Ehefrau Margarethe Mecklenburg geb. Pulvermacher wohnte nach seinem Tod in Berlin, wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und dort 1943 ermordet.

Das in der Exlibris-Sammlung der Berliner Stadtbibliothek gefundene Exlibris stammt nachweislich aus der sog. Sammlung Treptow (Trp, Hans Pohl), erkennbar an Pohls handschriftlicher Notiz „Exlibris. Federzeichnung v. Ollmuth“. Welchem Buch das Exlibris wann entnommen wurde konnte bislang nicht ermittelt werden. Da die Entnahme vor dem Zugang in den Bibliotheksbestand erfolgt ist, ist zudem unklar, ob sich überhaupt ein passendes Buch im Bestand befindet.

Die Rückgabe wurde mit Hilfe des Holocaust Claims Processing Office (HCPO) in New York durchgeführt, wofür wir uns herzlich bedanken.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 406 - Georg Mecklenburg

Links:

Suchmeldung zu Margarethe Mecklenburg auf LostArt

Webseite des HCPO

Christian Science (First Church of Christ, Scientist)

31.01.2017: Zwei Bücher aus Lesezimmern der Christian Science in Berlin und Breslau konnten an die First Church of Christ, Scientist in Boston zurückgegeben werden.

Christian Science ist eine von Mary Baker Eddy um 1870 entwickelte Lehre, auf deren Grundlage 1879 eine Glaubensgemeinschaft gegründet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland eingefüht, gab es bald mehrere Kirchen und Gemeinden. Ab 1937 begann das nationalsozialistische Regime die freie Betätigung der Christlichen Wissenschaft zu behindern, 1941 folgte schließlich das Verbot.

Bei beiden Büchern handelt es sich um unbearbeiteten Depotbestand der Berliner Stadtbibliothek. Das Buch aus Breslau stammt aus Zuweisungen der Bergungsstelle, hier Auftrag Nr. 15, einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes, das geraubte Bücher aus ganz Europa beinhaltete. Der Zugangsweg des Buches aus dem Berliner Lesezimmer ist unbekannt.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Eddy, Mary Baker: Liederbuch der Christlichen Wissenschaft (Christian Science) : mit fünf Gedichten. Boston, Mass.: The Christian Science Publishing Society, 1924.

Eddy, Mary Baker: Unity of Good. Boston, Mass.: Trustees under the Will of Mary Baker G. Eddy, 1887.

Links:

Webseite der First Church of Christ, Scientist