Restitutionen 2012

Institut für Sozialforschung

"Inst. de Recherches Sociales No̳ 2024"
"Inst. de Recherches Sociales No̳ 2024"

18.12.2012: ein weiteres Buch aus der Bibliothek des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main konnte zurückgegeben werden. Das Buch wurde ebenfalls von der Bergungsstelle an die Berliner Stadtbibliothek geliefert und stammt aus einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes. Der französischsprachige Stempel ermöglicht eine Zuordnung des Buches zu den Bibliotheken in Paris oder Genf, wo sich das IfS "Institut de recherches sociales" nannte.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Forst de Battaglia, Otto: Prozess der Diktatur (Hrsg.). Zürich [u.a.]: Amalthea-Verl., [1930]

Arbeiterkammer Wien

Exlibris von Engelbert Pernerstorfer mit aufgestempelter Signatur der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien
Exlibris von Engelbert Pernerstorfer mit aufgestempelter Signatur der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien

17.12.2012: ein loses Exlibris aus der Bibliothek von Engelbert Pernersdorfer aus dem Bestand der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien konnte an die AK Bibliothek Wien für Sozialwissenschaften restituiert werden.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 489 - Engelbert Pernerstorfer [4946]

Edith und Jakob Perlmutter

Autogramm von Jakob Perlmutter
Autogramm von Jakob Perlmutter

26.11.2012: zwei Bücher aus dem Besitz von Edith und Jakob Perlmutter wurden zurückgegeben.

Edith Perlmutter, geb. am 29.08.1924, und ihr Bruder Jakob, geb. am 08.01.1921, wuchsen mit ihrer Schwester Minna/Mira in der Friedenstraße in Berlin-Friedrichshain auf. Jakob ging auf die Knabenschule, Edith auf die Mädchen-Mittelschule der Jüdischen Gemeinde, die 1931 mit der Knabenschule zusammengelegt wurde. Ihre Eltern waren Leo Abraham Leibl und Chana Sara Perlmutter geb. Gottesmann. Leo arbeitete als Kaufmann.

Edith und Minna/Mira konnten aus Deutschland nach Palästina fliehen. Jakob wurde zusammen mit seinen Eltern am 24.10.1941 in das Ghetto Łódź und am 13.05.1942 in das Vernichtungslager Chełmno deportiert, wo alle drei noch am selben Tag ermordet wurden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (Hrsg.): Gefallene Deutsche Juden : Frontbriefe 1914-18. Berlin: Vortrupp, 1935.

Harms, H. und W. Ratthey (Bearb.): Berliner Volksschulatlas für die oberen Klassen : Ausgabe für Berlin und die Provinz Brandenburg. Leipzig: List, [o.J.]

Albert Friedländer

Dr. Albert Friedländer, Nürnberg ca. 1930 © Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Melanie Bruce
Dr. Albert Friedländer, Nürnberg ca. 1930 © Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Melanie Bruce

26.11.2012: ein Buch aus der Bibliothek von Albert Friedländer konnte zurückgegeben werden.

Dr. Albert Friedländer, geb. am 15.09.1869 in Oppeln, war Doktor der Chemie und der Philosophie. Er war mit Gertrud Friedländer geb. Schüler verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Heinz und Jula. Gertrud Friedländer verstarb bereits Anfang der 1930er Jahre. Albert Friedländer war Eigentümer einer Chemiefabrik in der Genthiner Straße in Berlin Kreuzberg, die pharmazeutische und kosmetische Produkte herstellte.

Heinz Friedländer floh 1936 aus Deutschland nach Südafrika. Versuche von Albert und Jula Friedländer ihm zu folgen scheiterten. 1941 wurden Albert und Jula Friedländer mit seiner Schwägerin Elfriede Messow nach Łódź deportiert. Albert starb 1942 im Ghetto Łódź, Jula Friedländer und Elfriede Messow wurden weiter nach Chełmno deportiert und dort ermordet.

Einige Bücher aus seiner Bibliothek musste Albert Friedländer bereits 1939 an die Reichsschrifttumskammer abliefern. Der Hausrat seiner letzten Wohnung in Berlin Lichterfelde wurde eingezogen und an die Städtische Pfandleihanstalt in Berlin verkauft. Die Bücher aus der Pfandleihanstalt übernahm 1943 die Berliner Stadtbibliothek.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Die neue Rundschau : XVIIter Jahrgang der freien Bühne ; Zweiter Band 1906. Berlin: Fischer, 1906

Link:

Seite zu Dr. Albert Friedländer im Rahmen des Projekts "1933. Der Anfang vom Ende des deutschen Judentums"

Klosterbibliothek Hünfeld

Signatur der Klosterbibliothek Hünfeld
Signatur der Klosterbibliothek Hünfeld

21.11.2012: 17 weitere Bücher aus dem Bestand der Klosterbibliothek Hünfeld konnten an die Ordensgemeinschaft der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria restituiert werden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Biederlack, Joseph: Die soziale Frage : ein Beitrag zur Orientierung über ihr Wesen und ihre Lösung. Innsbruck: Rauch, 1907

Bremer, Friedrich: Der Streit im Zentrum : ein Wort zur Verständigung. Münster i.W.: Regensberg, 1913

Centralstelle des Volksvereins für das katholische Deutschland (Hrsg.): Verzeichniß socialer Litteratur. M. Gladbach: Volksverlag für das katholische Deutschland, 1899

Gesamt-Verband der christlichen Gewerkschaften (Hrsg.): Handbuch der christlichen Gewerkschaften. Cöln: Stegerwald, 1905

Grabmann, Martin u. Joseph Mausbach: Aurelius Augustinus. Die Festschrift der Görres-Gesellschaft zum 1500. Todestage des heiligen Augustinus. Köln: Bachem, 1930

Grauert, Hermann von: Schwarz-rot-goldene und schwarz-weiß-rote Gedanken an deutschen Universitäten : Rede, gehalten bei der Stiftungsfestfeier in der großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität zu München am 1. Juli 1916 vom damaligen Rektor. München: Herder, 1930

Guardini, Romano: Neue Jugend und katholischer Geist (Das Neue Münster. Baurisse zu einer deutschen Kultur). Mainz: Grünewald, [1921]

Hübner, Rudolf: Was verlangt Deutschlands Zukunft von der neuen Reichsverfassung? Halle (Saale): Knapp, 1919

Leclair, Lucien u. Laurent Francois Feuillet: Grammaire de la langue grecque : ramenée aux principes les plus simples. Paris: Belin, 1888

Müller, Friedrich: Ethnographie (Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde in den Jahren 1857, 1858, 1859 unter den Befehlen des Commodore B. von Wüllerstorf-Urbair: Anthropologischer Theil [4], 3). Wien: Gerold, 1868

Pesch, Heinrich: Ein Wort zum Frieden in der Gewerkschaftsfrage. Trier: Paulinus, 1908

Radestock, Max u. Heinrich Kaufmann: Der Zentralverband deutscher Konsumvereine im Jahre 1908 : Berichte des Vorstandes und des Generalsekretärs über die Entwicklung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine im Verbandsjahre 1908. Hamburg: Kaufmann, 1909

Šanda, Albert: De elevatione et lapsu Adami, de verbo incarnato, de sacramentis in genere, de eucharistia, de paenitentia, de matrimonio, de ceteris sacramentis, de novissimis (Synopsis theologiae dogmaticae specialis, Vol. 2). Friburgi Brisgoviae: Herder, 1922

Schwarz, Friedrich Henrich Christian: Grundriß einer Theorie der Mädchenerziehung in Hinsicht auf die mittleren Stände. Jena: Cröker, 1792

Snell, Friedrich Wilhelm Daniel: Darstellung und Erläuterung der Kantischen Critik der ästhetischen Urtheilskraft. Mannheim: Schwan und Götz, 1791

Sophokles: Elektra (Meyers Volksbücher, 324). Leipzig: Bibliograph. Inst., [um 1907]

Zach, Franz: Modernes oder katholisches Kulturideal? Ein Wegweiser zum Verständnis der Gegenwart. Wien: Herder, 1925

Synagogen-Gemeinde Köln

Stempel der Bibliothek der Synagogen-Gemeinde Köln
Stempel der Bibliothek der Synagogen-Gemeinde Köln

20.08.2012: ein Buch aus der Bibliothek der Synagogen-Gemeinde Köln konnte zurückgegeben werden.

Das Buch wurde 1945 kurz nach Kriegsende als "Geschenk" in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek (BStB) aufgenommen. Wann und auf welchem Weg es in die BStB gelangte konnte bislang nicht lückenlos ermittelt werden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Heegaard, Poul und Felix Erber (Bearb.): Im Reich der Sterne. Berlin [u.a.]: Vobach, 1911

Link:

Webseite der Synagogen-Gemeinde Köln

Adelheid und Max Nathanson

Autogramm von Adelheid Nathanson
Autogramm von Adelheid Nathanson

02.08.2012: sieben Bücher und ein loses Exlibris aus der Bibliothek von Adelheid und Max Nathanson konnten zurückgegeben werden.

Adelheid Nathanson, geb. am 27.6.1879 als Adelheid Asch, lebte in Berlin und hatte zwei Kinder mit ihrem Mann Max. Dr. med. Max Nathanson (25.8.1865-31.12.1935) war Arzt und praktizierte in Berlin-Reinickendorf. Adelheid Nathanson wurde am 27.11.1941 nach Riga deportiert und dort am 30.11.1941 ermordet.

Die Bücher von Adelheid und Max Nathanson erwarb die Berliner Stadtbibliothek 1943 im Zuge des Ankaufs von ~40.000 Büchern der deportierten Berliner Juden.

Die restituierten Bücher und das Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Sydow, Anna von (Hrsg.): Briefe aus der Brautzeit 1787-1791 (Wilhelm und Caroline von Humboldt in ihren Briefen Bd. 1). Berlin: 1906

Calé, Walter: Nachgelassene Schriften. Berlin: Fischer, 1907

Pater, Walter: Die Renaissance : Studien in Kunst und Poesie. Jena [u.a.]: Diederichs, 1906

Corelli, Marie: Thelma : a norwegian princess. London: Methuen, 1898

Barbier, Jules und Jacques Offenbach,: Hoffmanns Erzählungen. Bonn: Ahn, [o.J.]

Illica L. und Humbert Giordano: André Chénier : musikalisches Drama mit geschichtlichem Híntergrunde in 4 Bilder. Mailand: Casa Musicale Sozongo, [1912]

Jäger, Johannes (Hrsg.): Poesie im Zuchthaus. Hamburg: Verl. des Hamburger Brockhaus, [1912]

Exlibris 335 - Adelheid Nathanson

Arbeiterkammer Wien

Stempel: "Aus der Bibliothek Engelbert Pernerstoprfer"
Stempel: "Aus der Bibliothek Engelbert Pernerstoprfer"

24.07.2012: drei weitere Bücher aus dem Bestand der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien konnten an die AK Bibliothek Wien für Sozialwissenschaften restituiert werden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Dunger, Herrmann: Zur Schärfung des Sprachgefühls. Berlin: Berggold, 1910

Vernaleken, Theodor: Deutsche Sprachrichtigkeiten und Spracherkenntnisse. Wien: Pichler, 1900

Oskar Weise: Unsere Muttersprache, ihr Werden und ihr Wesen. Leipzig [u.a.]: Teubner, 1902

Jüdische Gemeinde zu Berlin

Überklebter und durchgestrichener Stempel der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Überklebter und durchgestrichener Stempel der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Klosterbibliothek Hünfeld

Signaturertikett der Klosterbibliothek Hünfeld
Signaturertikett der Klosterbibliothek Hünfeld

13.07.2012: zwei weitere Bücher aus dem Bestand der Klosterbibliothek Hünfeld konnten an die Ordensgemeinschaft der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria restituiert werden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Gietmann, Gerhard: Grundriß der Stilistik, Poetik und Ästhetik : für Schulen und zum Selbstunterricht. Freiburg im Breisgau: Herder, 1897

Bulletin mensuel des récentes publications francaises. S.I.: Aout 1911

Walther Michaelis

Exlibris von Walther Michaelis
Exlibris von Walther Michaelis

03.07.2012: zwei lose Exlibris von Walther Michaelis konnten zurückgegeben werden.

Walther Michaelis, geb. am 12.09.1880, studierte Jura und war Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Berlin-Mitte. Der Bibliophile Michaelis sammelte seit seiner Kindheit Bücher und besaß eine über 10.000 Bände fassende Privatbibliothek. Er war Mitglied in der Maximilian-Gesellschaft, Leiter der Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches und Vorstandsmitglied des Berliner Fontane-Abends und des Berliner Bibliophilen-Abends.

1942 wurde Walther Michaelis zusammen mit seiner 1891 geborenen Frau Teresina "Resi" Michaelis geb. Pincus und seinem 1923 geborenen Sohn Werner Martin Michaelis nach Riga deportiert und dort ermordet.

Die restituierten Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 410 - Walther Michaelis

Franz und Clara Fürstenheim

Exlibris von Franz und Clara Fürstenheim
Exlibris von Franz und Clara Fürstenheim

23.06.2012: zwei Bücher und ein loses Exlibris aus der Bibliothek von Franz und Clara Fürstenheim konnten zurückgegeben werden.

Dr. Franz Fürstenheim, geb. am 22.01.1866 in Küstrin, und Clara Fürstenheim geb. Hirschhorn, geb. am 18.12.1872 in Berlin, arbeiteten beide zusammen in der Petroleum-Kochapparate und -lampenfabrik von Claras Vater Jacob Hirschhorn. Franz war zuvor praktizierender Arzt und Kinderarzt in Berlin bis er 1896 das Berufsfeld wechselt. 1917 gründen beide die „Franz und Clara Fürstenheim Stiftung“ bei der Armenkommission der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die hilfsbedürftigen Ehepaaren helfen soll. Clara Fürstenheim stirbt bereits 1925 im Alter von 52 Jahren. Franz Fürstenheim ist noch bis 1928 Geschäftsführer der J. Hirschhorn AG und von 1927 bis 1933 Vorstandsmitglied des Verbands Berliner Metall-Industrie.

Als Jude verfolgt emigriert Franz Fürstenheim in die USA. Er erhält 1946 die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten und lebt bis zu seinem Tod 1950 in New York City.

Die restituierten Bücher und das Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Hess, Heinrich (Sonst.): Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (Bd. 44). Wien: Verl. des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, 1913

Lepsius, Johannes (Hrsg.), Albrecht Mendelssohn Bartholdy (Hrsg.) und Friedrich Thimme (Hrsg.): Die Dreibundmächte und England (Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871-1914. Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes, 4). Berlin: Deutsche Verl.-Ges. für Politik und Geschichte, 1922

Exlibris 232 - Franz und Clara Fürstenheim

Links:

Breidenstein, Max: Firma J. Hirschhorn - J. Hirschhorn AG, Einstieg in die Geschichte (Version 1.0, 2011, html | Version 2.0, 2012, pdf)

Rosen, Rebecca J.: The Story of How a Book Stolen by the Nazis Made Its Way Back Home. The Atlantic, 2013

Studio - Attualità e Cultura: Un rabbino, Google e un libro trafugato dai nazisti

Klosterbibliothek Schweiklberg

Teilweise entferntes Etikett der Klosterbibliothek Schweiklberg
Teilweise entferntes Etikett der Klosterbibliothek Schweiklberg

07.06.2012: ein weiteres Buch wurde an die die Missionsbenediktinerabtei Schweiklberg zurückgegeben.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Stadt Aachen (Sonst.): Festschrift zur 72. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte. Berlin: Springer, 1900

Arbeiterkammer Wien

Klosterbibliothek St. Gerlach

Stempel: "Domus novitiatus oblat[...] O.M.I. St. Gerlach Post[...]"
Stempel: "Domus novitiatus oblat[...] O.M.I. St. Gerlach Post[...]"

21.05.2012: ein weiteres Buch konnte an die Ordensgemeinschaft der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria restituiert werden.

Anders als die Bücher aus der Klosterbibliothek Hünfeld enthält dieses Buch Stempel der Oblaten aus St. Gerlach bei Valkenburg in den Niederlanden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Alers, C. (Hrsg.) u. F. Bernards (Hrsg.): Vierstimmige Männerchöre für den Schulgebrauch. Kempen a. Rhein: Heesen-Kaiser, [o.J.]

Leihbücherei Willy Flanter

Stempel: "Leihbücherei Willy Flanter, Charlottenburg 5, Suarezstraße 5"
Stempel: "Leihbücherei Willy Flanter, Charlottenburg 5, Suarezstraße 5"

24.04.2012: ein Buch aus der Leihbücherei Willy Flanter konnte zurückgegeben werden.

Wilhelm "Willy" Flanter, geb. am 22.10.1884 in Posen, lebte mit seiner Familie in der Suarezstraße 5 in Berlin-Charlottenburg. Er war Buchhändler und Eigentümer mehrerer Buchläden und Leihbibliotheken.

Am 14.11.1941 wurde Wilhelm Flanter mit seiner Ehefrau Erna Flanter geb. Waldo (geb. am 10.02.1896 in Koschmin/Posen), nach Minsk deportiert. Beide kehrten nicht zurück, genaue Todesdaten sind nicht bekannt. Die gemeinsame Tochter Susanne Miriam Flanter konnte sich 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien retten.

Das zurückgegebene Buch wurde im November 1945 in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek aufgenommen. Es stammt vermutlich aus dem Ankauf von ~40.000 Büchern der deportierten Berliner Juden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Hermann, Georg: Eine Zeit stirbt. Berlin: Verl. der Spiegel, 1934

Link:

Ausführliche Biographie von Wilhelm und Erna Flanter auf den Seiten des Projekts Berlin - Minsk der Humboldt-Universität zu Berlin

Wildt, Michael: „Die Zivilisation fällt ab wie Blätter im Herbst“. Tagesspiegel, 30.07.2013

stolpersteine-berlin.de: Wilhelm Flanter

Klosterbibliothek Schweiklberg

Titelseite des zurückgegebenen Buches. Links unten ist die handschriftliche Nummer 15 der Bergungsstelle erkennbar.
Titelseite des zurückgegebenen Buches. Links unten ist die handschriftliche Nummer der Bergungsstelle erkennbar.

23.04.2012: ein weiteres Buch wurde an die die Missionsbenediktinerabtei Schweiklberg zurückgegeben.

Das zurückgegebene Buch gelangte nach Kriegsende über die Bergungsstelle Nr. 15, ein Depot des Reichssicherheitshauptamtes, in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Franzitz, Franz: Bayern zur Römerzeit : eine historisch-archäologische Forschung. Regensburg [u.a.]: Pustet, 1905

Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden - Wünsche-Bibliothek

Signatur und überstempelter Stempel der Wünsche-Bibliothek, Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden, Zeughausstraße Nr. 2
Signatur und überstempelter Stempel der Wünsche-Bibliothek, Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden, Zeughausstraße Nr. 2

18.04.2012: ein Buch aus der Bibliothek der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden wurde an die Jüdische Gemeinde zu Dresden zurückgegeben.

Das Buch trägt einen Stempel der Wünsche-Bibliothek - zur Geschichte dieser Bibliothek siehe den unten verlinkten Aufsatz von Jörn Kreuzer.

Das Buch wurde im Bestand der Senatsbibliothek zu Berlin, heute Teil der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, gefunden. Zeitpunkt und Weg des Zugangs sind bislang nicht bekannt.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Tornauw, Nicolaus von: Das Moslemische Recht aus den Quellen dargestellt. Leipzig: Dyk‘sche Buchhandlung, 1855

Links:

Kreuzer, Jörn: NS-Raubgut aus zweiter Hand. Das Schicksal geraubter Jüdischer Gemeindebibliotheken am Beispiel der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden. MEDAON - Magazin für Jüdisches Leben in Forschung und Bildung 15|2014 (.pdf)

Webseite der Jüdischen Gemeinde zu Dresden

Gesamtarchiv der deutschen Juden

Stempel: "Geamtarchiv der deutschen Juden", überstempelt
Stempel: "Geamtarchiv der deutschen Juden", überstempelt

30.03.2012: vier Bücher aus dem Bestand der Bibliothek des Gesamtarchivs der deutschen Juden wurden an die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum restituiert, in dessen Archiv sich heute die erhalten gebliebenen Akten des Gesamtarchivs befinden.

Die Berliner Stadtbibliothek (BStB) erhielt die Bücher vermutlich nach Kriegsende über die Bergungsstelle, Bergungsauftrag Nr. 8 - Bibliothek des Reichssippenamtes, in das die Bestände des Gesamtarchivs nach den Novemberpogromen 1938 verbracht worden waren.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Gernsheim, Alfred (Bearb.): Das Gymnasium zu Worms 1803-1813 : aus Anlaß der 400-Jahrfeier des Gymnasiums. Worms: Selbstverl., 1927

Wirtschaftsamt der Stadt Frankfurt am Main (Hsrg.): 100 Jahre Amerikanisches Generalkonsulat in Frankfurt am Main 1829-1929. Frankfurt a.M.: 1929

50 Jahre Vereinigung Alter Burschenschaften Frankfurt a. M. Frankfurt a.M.: 1929

Kienitz, Otto: Landeskunde des Großherzogtums Baden (Sammlung Göschen). Leipzig: Göschen, 1904

Links:

Archiv des Centrum Judaicum - Bestände

Honigmann, Peter: Gesamtarchiv der deutschen Juden. Veröffentlicht in: Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur. Band 2. S. 434–437

Klosterbibliothek Hünfeld

Stempel der Klosterbibliothek Hünfeld, Stempel der Berliner Stadtbibliothek und "Geschenk"-Zugangsnummer der Berliner Stadtbibliothek
Stempel der Klosterbibliothek Hünfeld, Stempel der Berliner Stadtbibliothek und "Geschenk"-Zugangsnummer der Berliner Stadtbibliothek

26.03.2012: ein weiteres Buch aus dem Bestand der Klosterbibliothek Hünfeld konnte an die Ordensgemeinschaft der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria restituiert werden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Heinemann, I. (Hrsg.) u. Philo: Die Werke Philos von Alexandria (5). Breslau: Marcus, 1929

Ludwig Ruschin

Autogramm von Ludwig Ruschin
Autogramm von Ludwig Ruschin

26.03.2012: ein Buch aus der Bibliothek von Ludwig Ruschin konnte zurückgegeben werden.

Ludwig Ruschin, geb. am 10.03.1898 in Żnin, entstammte einer Kantorenfamilie. Ruschin war Kantor und Lehrer an einer Berliner Synagoge. 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Idelsohn, A. B.: Liederbuch. Sammlung hebräischer und deutscher Lieder für Kindergarten, Volks- und höhere Schulen (Schulbücher des Hilfsvereins der deutschen Juden, Berlin, 1). Berlin [u.a.]: Hilfsverein der deutschen Juden, 1912

Literatur:

Tefillotyaacov : Halbjahreshefte für jüdisch-liturgischen Gesang, Heft 3, Juni 2009.

Klosterbibliothek Hünfeld

Bibliotheksstempel Kloster Hünfeld
Bibliotheksstempel Kloster Hünfeld

12.03.2012: ein weiteres Buch aus dem Bestand der Klosterbibliothek Hünfeld konnte an die Ordensgemeinschaft der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria restituiert werden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Blumenbach, Johann Friedrich (Hrsg.): Abbildungen naturhistorischer Gegenstände. Heft 7-10, Nr. 61-100. Göttingen: Dieterich, 1804-1810

Max Hirsch

Stempel "Dr. Max Hirsch - Arzt - Bad Salzschlirf"
Stempel "Dr. Max Hirsch - Arzt - Bad Salzschlirf"

07.03.2012: ein Buch aus der Bibliothek von Max Hirsch konnte zurückgegeben werden.

Dr. Max Hirsch, geb. am 28.04.1875 in Kalinow, war Badearzt in Bad Salzschlirf / Hessen und ab 1914 Truppenarzt im Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende war Max Hirsch Generalsekretär der Balneologischen und Rheumatologischen Gesellschaft in Berlin. Als Juden verfolgt flüchtete die Familie Hirsch 1933 aus Deutschland. 1941 wurden Max Hirsch, seine Ehefrau und ein Sohn im Konzentrationslager Riga ermordet.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Barczewski, Bernard: Hand- und Lehrbuch meiner Reflexmassage für den praktischen Arzt : ein neuer, praktischer Weg zur Diagnose, Therapie und Prophylaxe der Krankheiten. Berlin-Schöneberg: Goldschmidt, 1911

Links:

Max Hirsch bei Wikipedia

Literatur:

Wolfgang Keitel: Max Hirsch, Begründer der Rheumatologie in Deutschland - vertrieben und ermordet, in: Zeitschrift für Rheumatologie, 6-2014, S. 571-578

Wolfgang Keitel und Leif Olsson: Max Hirsch - Rheumatologe und Badearzt : Ein jüdisches Schicksal. Janos Stekovics, Wettin-Löbejün 2013.

Carl Neuberg

Foto: "Carl Neuberg im Labor", Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem
"Carl Neuberg im Labor", Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem

März 2012: acht Bücher aus der Bibliothek von Prof. Dr. Carl Neuberg konnten zurückgegeben werden.

Carl Neuberg, geb. am 29.07.1877 in Hannover, war Biochemiker und Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts in Berlin. Als Jude verfolgt emigrierte Neuberg schließlich ab 1939 über Amsterdam, Marseilles, Haifa, Jerusalem, Irak, Iran, Indien, Sri Lanka, Indonesien, Neu Guinea, Hawaii und Los Angeles nach New York, wo er weiterhin forschte und bis zu seinem Tod 1956 lebte.

Bislang ist nicht vollständig geklärt wie die Bücher in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek gelangten. Wahrscheinlich erscheint mittlerweile ein Zugang über die Bergungsstelle Nr. 15, ein Depot des Reichssicherheitshauptamtes.

Die Rückgabe erfolgte auf Wunsch der Erben an die Bibliothek des Leo Baeck Instituts in New York.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

[hebräisch] The Daniel Sieff Research Institute [arabisch] [darin: verschiedenen Aufsätze]

Comptes rendus des travaux du Laboratoire Carlsberg. Série chimique Vol. 22. Copenhague: Hagerup, 1938

Hägglund, Erik: Die Sulfitablauge und ihre Verarbeitung auf Alkohol. Braunschweig 1921

Kühne, W. und C. Voit: Zeitschrift für Biologie. Neue Folge 9. Bd. München [u.a.]: Oldenbourg, 1890

Ripa, Rudolf: Die Pektinstoffe. Braunschweig: Serger & Hempel, 1937

Rubner, Max: Die Ernährungsphysiologie der Hefezelle bei alkoholischer Gärung. Leipzig: Veit, 1913

Siegfried, M.: Über partielle Eiweißhydrolyse (Die Biochemie in Einzeldarstellungen, 3). Berlin: Borntraeger, 1913

Frank, Franz (Hrsg.): Über Derivate des Crotonaldehyds und den Methylglycerinaldehyd. Berlin: Ebering, 1902

Links:

Leo Baeck Institute: The book collection of Carl Neuberg

Carl Neuberg Papers - Nachlass von Carl Neuberg bei der American Philosophical Society

Wikipedia: Carl Neuberg

Institut für Sozialforschung

Stempel des Instututs für Sozialforschung in Frankfurt am Main
Stempel des Instututs für Sozialforschung in Frankfurt am Main

13.02.2012: ein Buch wurde an das Institut für Sozialforschung (IfS) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main zurückgegeben.

Das 1923 in Frankfurt am Main gegründete IfS erlangte seine Bedeutung insbesondere unter der Leitung von Max Horkheimer ab 1931 als Zentrum der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Am 13.07.1933 wurde das IfS von der Gestapo aufgrund des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens für beschlagnahmt erklärt und aufgelöst. Horkheimer hatte bereits zuvor eine teilweise Verlegung des Instituts in Außenstellen nach Genf und Paris und schließlich an die Columbia University in New York vorbereitet. 1951 kehrte das Institut nach Frankfurt am Main zurück.

Das zurückgegebene Buch gelangte nach Kriegsende über die Bergungsstelle Nr. 15, ein Depot des Reichssicherheitshauptamtes, in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Eccardus: Das Emporkommen von Bürger, Bauer und Arbeiter (Geschichte des Niederen Volkes in Deutschland, 2). Berlin: Spemann, [1907]

Links:

Webseite des IfS

Wikipedia: Institut für Sozialforschung

Bet Ha Midrasch, Wien

Stempel: "Bet-Ha-Midrasch Wien"
Stempel: "Bet-Ha-Midrasch Wien"

08.02.2012: ein Buch aus dem Bibliotheksbestand des jüdischen Bethausvereins "Bet Ha Midrasch" in Wien wurde an die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien, Rechtsnachfolgerin des Vereins, zurückgegeben.

Bislang konnte noch nicht abschließend geklärt werden, welchem Wiener Bethausverein Bet Ha Midrasch das Buch entzogen worden war, da es mindestens zwei gleichnahmige Einrichtungen gab. Zum einen den 1885 gegründeten Verein Bet Ha Midrasch Ohel Abrahm mit Sitz in der Grünen Torgasse 28 in Wien 9, dessen Bethaus im Zuge des Novemberpogroms 1938 zerstört worden war. Zum anderen den Bethausverein Bethamidrasch mit Sitz in der Stuwerstr. 40, Wien 2, dessen Bethauslokal bereits im März 1938 einem Brandanschlag zum Opfer fiel. Beide Vereine wurden 1940 bzw. 1939 vom Stillhaltekommissar Wien aufgelöst und nach 1945 nicht wieder errichtet. Die IKG Wien ist Rechtsnachfolgerin beider Institutionen.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Remer, Julius August: Handbuch der mitlern Geschichte. Braunschweig: Schulsbuchhandlung, 1798

Links:

Webseite der IKG Wien

Eintrag zu Bet Ha Midrasch, Wien im Provenienz-Wiki

Hermann und Rose Simon

Exlibris von Hermann und Rose Simon
Exlibris von Hermann und Rose Simon

06.01.2012: ein loses Exlibris von Hermann und Rose Simon konnte an den Erben, Dr. Hermann Simon, zurückgegeben werden. Dr. Simon überreichte es der ZLB als Dauerleihgabe.

Das Exlibris wurde von Erich Büttner gestaltet.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 42 - Hermann und Rose Simon

Loge Minerva Rhenana

Stempel "Eigenthum der Loge Minerva-Rhenana"
Stempel "Eigenthum der Loge Minerva-Rhenana"

Januar 2012: ein Buch aus der Bibliothek der Kölner Loge Minerva Rhenana wurde an die Rechtsnachfolgerin, die Freimaurerloge Zum Ewigen Dom, restituiert.

Es ist wahrscheinlich, dass das Buch sich zu Kriegsende in einem Depot des Reichssicherheitshauptamtes befand und dort von der "Bergungsstelle" abtransportiert und dann an die Berliner Stadtbibliothek weitergegeben wurde.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Schottischer Meister und Ritter des heiligen Andreas zur Distel (Ritualsammlung, 1). Rudolstadt: [s.n.], um 1805