Berlin-Studien

Der Spezialbereich Berlin-Studien kümmert sich um zentrale landesbibliothekarische Aufgaben der ZLB. Ob wissenschaftliche Arbeit, Zeitung, Reiseführer, Ausstellungskatalog, Roman, Stadtplan, Postkarte oder Online-Publikation: wir sammeln in möglichst großer Vollständigkeit Medien zum Thema “Berlin”. Gegenwärtig bieten wir über 350.000 Berlin-Medien aus dem In- und Ausland, die überwiegend vor Ort genutzt werden.

Schwieriges Erbe. Die Spuren der Kolonialzeit in Berlin

Workshop mit Stefan Zollhauser

Dienstag, den 12.03.2019
17:30-19:30 Uhr, KSS, Kolonialgeschichte

Die Kolonialismusdebatte ist aktuell in aller Munde. Egal, ob Straßennamen im „Afrikanischen Viertel“ oder außereuropäische Werke in Kunst- und Kulturinstitutionen – bis heute sind die Spuren der Kolonialzeit auch in Berlin präsent.
In dem partizipativ angelegten Workshop tauschen sich die Teilnehmer*innen über Rückwirkungen des deutschen Kolonialismus auf die Metropole Berlin aus. Zeitgenössische Bücher aus den Beständen der Berlin-Sammlungen der ZLB unterstützen dabei, Einblicke in das Alltagsleben von Kolonialmigrant*innen zu gewinnen, sich mit dem Themenkomplex „Geraubtes Kulturgut“ auseinanderzusetzen oder einen kritischen Blick auf die viel besuchten Gewerbeschauen der Jahrhundertwende zu werfen. 
Eingebettet in eine umfassende Quellenkritik thematisiert der Workshop die Berührungspunkte der Berliner*innen mit dem vermeintlich „Exotischen" und untersucht Fremd- und Selbstbilder.

Workshop in Kooperation von Berlin-Sammlungen und berliner-spurensuche.de / Stefan Zollhauser (Historiker).

Lesung

Christian Walther
Des Kaisers Nachmieter
Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss

Donnerstag, 14.03.2019, 19.00 Uhr
Berliner Stadtbibliothek, Berlin-Studien | Historische Sammlungen, Lesesaal, 2. OG

Hohenzollernresidenz war das Berliner Schloss nur bis zur Revolution am 9. November 1918. Karl Liebknecht erklärte es zu Volkseigentum, Preußen verstaatlichte es: Es war nun das Schloss der Republik. Die Zofen zogen aus, Kultur und Wissenschaft zogen ein. Und mit ihnen tauchte ein neuer Typus Frau auf: meist Akademikerinnen der ersten Generation, oft jüdisch, nicht selten aus dem Ausland. Neben Institutionen wie dem Kunstgewerbemuseum, dem DAA und der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft stehen jene Frauen im Mittelpunkt – von der Kernphysikerin Lise Meitner und der Reichstagsabgeordneten Marie Elisabeth Lüders bis zur Schlösserdirektorin Margarete Kühn. Es sind Bekanntere und Unbekanntere, deren Lebenswege dieses Schloss kreuzten und den fundamentalen Wandel seiner Funktion illustrieren.

Christian Walthers neues Buch wirft einen völlig neuen Blick auf Leben und Treiben im Schloss und zeigt, dass es zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde.

Gefördert durch den Berliner Autorenlesefonds und den Freundeskreis der ZLB e.V.