Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Zentral- und
Landesbibliothek Berlin

Restitutionen 2016

Klosterbibliothek Hünfeld

Titelblatt eines der geraubten Bücher mit dem Stempel des Hauptamtes Weltanschauliche Information.
Titelblatt eines der geraubten Bücher mit dem Stempel des Hauptamtes Weltanschauliche Information.

26.08.2015: weitere zehn Bücher aus dem Bestand der Klosterbibliothek Hünfeld konnten an die Ordensgemeinschaft der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria restituiert werden.

Mindestens neun der zehn Bücher wurden nach Kriegsende von der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken im Zuge der Bergungsaufträge Nr. 161 (Margarinebunker am Hohenzollerndamm) und Nr. 209 (Depot des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der Emser Str.) als „herrenlos“ geborgen und gelangten über Zuweisungen der Bergungsstelle in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek.

Zwei der Bücher tragen zudem einen Stempel des „Hauptamtes für Weltanschauliche Information“. Hierbei handelt es sich um eine Abteilung des Amtes Rosenberg (ARo), das von 1934-1937 „Archiv für kirchenpolitische Fragen“ und von 1942-1945 als „Hauptamt Überstaatliche Mächte“ hieß. Das ARo war sehr eng mit der Rauborganisation Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) verknüpft (zum ERR siehe Cultural Plunder by the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (errproject.org)), die Bücher stammen jedoch nach bisherigem Forschungsstand aus Beständen des RSHA.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Chateaubriand, François-René de: Génie Du Christianisme Ou Beautés De La Religion Chrétienne. Tom. III. Paris: Société Reproductive Des Bons Livres, 1838.

Dasypodius, Petrus: [Dictionarium Latino-Germanicum]. s.l.: s.n., um 1650.

Fichte, Johann Gottlieb [Hrsg.]: Philosophisches Journal einer Gesellschaft Teutscher Gelehrten. Jena und Leipzig: Gabler, 1797.

Gaßmann, Franz Josef [Hrsg.]: Solothurnerisches Wochenblatt vom Jahr 1792. Solothurn: Gaßmann, 1792.

Horatius Flaccus, Quintus: Q. Horatii Flacci Opera Omnia. T. 2. Lipsiae: Sumtibus Librariae Hahnianae, 1828.

Jacobs, Friedrich: Elementarbuch der griechischen Sprache für Anfänger und Geübtere : Erster Theil. Jena: Frommann, 1843.

Lauvergne, Hubert: Der Todeskampf und der Tod in allen Klassen der Gesellschaften aus dem Gesichtspunkte der Humanität, Physiologie und Religion betrachtet : Zugleich ein Beitrag für die Pastoral. Regensburg: Manz, 1845.

Shakespeare, William: W. Shakspeare's dramatische Werke (Shakespeare's sämmtliche Werke ; 13). Stuttgart: Scheible, Rieger & Sattler, 1842.

Vergilius Maro, Publius: Publii Virgilii Maronis Opera. Lutetiae Parisiorum: Coustelier, 1745.

Die Entwicklung des Norddeutschen Lloyd Bremen. Bremen: Hauschild, [1912].

Hedwig Hesse

Klebespuren - das Exlibris von Hedwig Hesse war herausgerissen worden.
Klebespuren - das Exlibris von Hedwig Hesse war herausgerissen worden.

22.08.2016: 18 weitere Bücher aus der Bibliothek von Hedwig Hesse konnten zurückgegeben werden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Goethe, Johann Wolfgang von: Theater von Goethe, Zweyter Theil. Tasso.  Mahomet. Tancred. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 2). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Theater von Goethe, sechster Theil : Der Großkophta. Der Triumph der Empfindsamkeit. Was wir bringen. Paleophron und Neoterpe. Espenor, Die Vögel. Künstlers Erdenwallen. Künstlers Apotheose. Bahrdt. Puppenspiel. Fastnachtsspiel. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 6). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Gedichte von Goethe, erster Theil : Lyrische Gedichte. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 7). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Romane von Goethe, erster Theil : Leiden des jungen Werthers. Briefe aus der Schweiz. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 9). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Romane von Goethe, zweyter Theil : Wilhelm Meisters Lehrjahre, Erster Band. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 10). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Romane von Goethe, dritter Theil : Wilhelm Meisters Lehrjahre, Zweyter Band. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 11). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Kleine prosaische Schriften von Goethe : Der römische Carneval. Ueber Italien, Fragmente eines Reisejournals. Des Joseph Balsamo, genannt Cagliostro, Stammbaum. Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 13). Wien: Strauß, 1810.

Goethe, Johann Wolfgang von: Leben des Benvenuto Cellini, Florentinischen Goldschmieds und Bildhauers, von ihm selbst geschrieben, II. Theil. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 15). Wien: Strauß, 1811.

Goethe, Johann Wolfgang von: Rameaus Neffe, ein Dialog von Diderot : Aus dem Manuskript übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Goethe. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 16). Wien: Strauß, 1811.

Goethe, Johann Wolfgang von: Winkelmann und sein Jahrhundert. Fortsetzung und Schluß : in Briefen und Aufsätzen herausgegeben von Göthe. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 17). Wien: Strauß, 1811.

Goethe, Johann Wolfgang von: Zur Farbenlehre : Erster Band, Ersten Bandes erste Abtheilung. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 20). Wien: Geistinger, 1812.

Goethe, Johann Wolfgang von: Zur Farbenlehre : Erster Band, Ersten Bandes zweyte Abtheilung. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 21). Wien: Geistinger, 1812.

Goethe, Johann Wolfgang von: Zur Farbenlehre : Zweyter Band, Zweyten Bandes erste Abtheilung. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 22). Wien: Geistinger, 1812.

Goethe, Johann Wolfgang von: Aus meinem Leben : Zweyter Theil. Dichtung und Wahrheit. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 24). Wien: Geistinger, 1813.

Goethe, Johann Wolfgang von: Aus meinem Leben : Dritter Theil. Dichtung und Wahrheit. (Sämmtliche Schriften ; Bd. 25). Wien: Geistinger, 1814.

Schiller, Friedrich von: Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung : Metrische Uebersetzungen : Prosaische Schriften der zweyten Periode : Geschichte des dreyßigjährigen Kriegs, erster Theil. (Friedrichs von Schiller sämmtliche Werke, 4-6). Stuttgart [u.a.]: Cotta, 1818.

Klosterbibliothek Schweiklberg

Stempel "Bibliothek. Missionskloster O.S.B. >Maria Hilf< Vilshofen Ndby"
Stempel "Bibliothek. Missionskloster O.S.B. >Maria Hilf< Vilshofen Ndby"

19.08.2016: ein weiteres Buch der Klosterbibliothek Schweiklberg, konkret aus der Bücherei des Missionsklosters Maria Hilf in Vilshofen, konnte an die Missionsbenediktinerabtei zurückgegeben werden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Denis, Michael: Einleitung in die Bücherkunde : Zweyter Theil. Literaturgeschicht. Wien: Trattnern, 1778.

Nelly Wolffheim

Stempel: "Nelly Wolffheim Berlin"
Stempel: "Nelly Wolffheim Berlin"

19.08.2016: drei weitere, zu einem Konvolut zusammengebundene Bücher aus der Bibliothek von Nelly Wollffheim wurden an die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin übergeben.

Das Konvolut stammt aus einer Lieferung der Bergungsstelle, Bergungsauftrag Nr. 105 (Herrenlose Bestände vom Bezirksamt Wedding)

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Schrader, Henriette: Der Volkskindergarten im Pestalozzi-Fröbel-Hause. Berlin: Simoni, 1890.

Schrader, Henriette: Häusliche Beschäftigungen und Gartenarbeit als Erziehungsmittel im Pestalozzi-Fröbel-Hause. Berlin: Rosenbaum & Hart, 1893.

Hamminck-Schepel, Annette: Ausführliche Bearbeitung der „Vier Monatsgegenstände“ im Pestalozzi-Fröbel-Hause. Berlin: Walther, 1893.

Max Alpern

Max Alpern im Sommer 1936 auf dem Grunewaldsportplatz (Foto: privat)
Max Alpern im Sommer 1936 auf dem Grunewaldsportplatz (Foto: privat)
Max (hinten, 4. v.l.) und Gerda Alpern (vorne, 1. v.l.) bei einer Abschiedsfeier für den in die USA emigrierenden Arthur Türkfeld, Berlin 1938 (Foto: privat)
Max (hinten, 4. v.l.) und Gerda Alpern (vorne, 1. v.l.) bei einer Abschiedsfeier für den in die USA emigrierenden Arthur Türkfeld, Berlin 1938 (Foto: privat)
David und Chaja Alpern im Sommer 1939 (Foto: privat)
David und Chaja Alpern im Sommer 1939 (Foto: privat)

09.08.2016: Ein Buch aus der ehemaligen Bibliothek von Max Alpern konnte zurückgegeben werden. Die Rückgabe erfolgte gemeinsam mit der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum, die ihrerseits jeweils ein Buch von Max Alperns Schwester Gerda und ihrem Vater David ermitteln konnte.

Max Alpern wurde am 06.06.1910 in Berlin geboren. Er studierte ab 1930 Jura an der Friedrich-Wilhelm Universität in Berlin bis er 1933 wie viele andere Studenten durch antisemitische Restriktionen von der Universität verdrängt wurde. Nach jahrelanger Verfolgung emigrierte Max Alpern schließlich 1939 nach Großbritannien wo er sich als Freiwilliger der Britischen Armee anschloss und 1943 seinen Namen in Michael Allenby änderte. Er begann nach Kriegsende eine Ausbildung als Lehrer. 1953 zog er mit seiner Familie nach Linksfield, Südafrika. Dort lehrte er bis zu seiner Pensionierung 1977 und arbeitete darüber hinaus bis zu seinem Tod 1993 in der Bibliothek sowie im Materiallager der Schule.

Max' Vater David Alpern wurde am 15.05.1884 in Wiznitz im Herzogtum Bukowina geboren. David war später Kaufmann in Berlin und betrieb ein Kaufhaus in der Nettelbeckstraße. Bereits 1938 wurde David Alpern zeitweise in Sachsenhausen inhaftiert. 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau Chaja ins Ghetto Riga deportiert, aus dem beide nicht zurückkehrten.

Gerda Alpern wurde am 30.01.1919 geboren. Sie emigrierte ebenfalls nach Großbritannien wo sie 1971 Abraham Kaljman heiratete und bis zu ihrem Tode 1990 lebte.

Das zurückgegebene Buch von Max Alpern wurde im Juni 1945 als "Geschenk" in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek aufgenommen. Die Bücher von David und Gerda Alpern enthalten bis auf Sicherungsstempel keine weiteren Einarbeitungsspuren. Vermutlich stammen alle drei Bücher aus dem 1943 erfolgten Ankauf von ~40.000 Büchern aus dem Besitz deportierter Berliner Juden.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Sachs, Michael [Übers.]: Festgebete der Israeliten. Breslau: Brandeis, o.J. (David Alpern)

Bamberger, Salomon [Übers.]: Seder zemirot le-leil shabbat : die häuslichen Gesänge für Freitag Abend. Frankfurt a. M.: Lehrberger, 1923. (Gerda Alpern)

Flaischen, Cäsar: Jost Seyfried. Berlin: Fleischel, 1921. (Max Alpern)

Link:

Jüdische Studierende 1933 bis 1938

Missionshaus St. Wendel

Exlibris des Missionshauses St. Wendel
Exlibris des Missionshauses St. Wendel

27.06.2016: zwei lose Exlibris des Missionshauses St. Wendel wurden an die Deutsche Provinz der Steyler Missionare zurückgegeben.

Die Exlibris gehören zur Bibliothek des 1898 gegründeten Missionshauses der Steyler Missionare in St. Wendel (Saarland). Das Missionshaus war im Nationalsozialismus 1937 enteignet worden. Die Bibliothek war vermutlich zum Zwecke des Aufbaus einer „Gegnerbibliothek“ nach Berlin in ein Depot des Reichssicherheitshauptamtes verbracht worden.

Die beiden Exlibris stammen aus der Exlibris-Sammlung der Berliner Stadtbibliothek. Vermutlich gelangten Bestände des Missionshauses über die Bergungsstelle nach Kriegsende in den deren Bestand.

Die restituierten Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 196 - Missionshaus Sankt Wendel

Links:

Webseite der Steyler Missionare

Loge Zu den Drei Schwertern und Asträa zur Grünenden Raute (Dresden)

Von der Berliner Stadtbibliothek als "ungültig" überstempelte Stempel der Bibliothek Schwerterheim und der Loge zu den drei Schwertern und Asträa zur Grünenden Raute
Von der Berliner Stadtbibliothek als "ungültig" überstempelte Stempel der Bibliothek Schwerterheim und der Loge zu den drei Schwertern und Asträa zur Grünenden Raute

04.05.2016: ein Buch aus der Bibliothek der Dresdner Freimaurerloge zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute und ein Buch aus der dieser zugehörigen Bibliothek der Genossenschaft Schwerterheim konnten an die Freimaurerstiftung Dresden zurückgegeben werden.

Der Zugangsweg der Bücher in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek ist unklar, da es sich um nie eingearbeiteten Depotbestand handelt.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Haeckel, Julius: Neues vom Jagdschloß Stern [und Beiträge zur Geschichte der Potsdamer Riesengrenadiere]. Potsdam: Hayn's Erben, 1912.

Meyer, Carl Heinrich Gottlieb: Beschreibung des großen Brandes in Hof am 4ten September 1823. Hof: Grau, 1824.

Links:

Webseite der Freimaurerstiftung Dresden

Webseite der Freimaurerloge zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute

Die Loge zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute im Freimaurer-Wiki

Johannisloge Zum Goldenen Apfel im Orient, Dresden

Stempel der Bibliothek der Loge zum goldenen Apfel in Dresden
Stempel der Bibliothek der Loge zum goldenen Apfel in Dresden

04.05.2016: drei Bücher aus der Bibliothek der Dresdner Johannisfreimaurerloge zum goldenen Apfel konnten an die Freimaurerstiftung Dresden zurückgegeben werden.

Auf welchem Weg die Bücher in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek kamen kann nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden. Als Lieferant ist in den Zugangsverzeichnissen jeweils nur das hausinterne Lager angegeben.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Gesänge für die Loge Amalia. Weimar: Landes-Industrie-Comptoir, 1851.

Gesänge für Maurer mit neuen Melodien. Dresden: s.n., 1782.

Kleine Auswahl theils veränderter, theils wenig bekannter, theils ganz neuer Lieder mit Melodien. s.l.: s.n., 5788 [1788].

Links:

Webseite der Johannisfreimaurerloge Zum Goldenen Apfel

Webseite der Freimaurerstiftung Dresden

Die Loge Zum Goldenen Apfel im Freimaurer-Wiki

Ella Boronow

Ex Libris von Joseph & Ella Boronow
Ex Libris von Joseph & Ella Boronow

29.04.2016: zwei Bücher und zwei lose Exlibris von Joseph und Ella Boronow konnten zurückgegeben werden.

Ella Rosina Glücksmann wurde am 20. April 1879 in Milowitz geboren. Sie wuchs in Breslau auf und heiratete dort 1902 den 1872 in Königshütte geborenen Zahnarzt Joseph Boronow. Das Ehepaar bekam fünf Kinder: die Töchter Toni, Katharina und Stephanie und die beiden Söhne Erich und Johannes. Joseph Boronow verstarb 1929 und drei Jahre später auch Katharina Boronow.

1934 zog Ella Boronow zu Toni und Erich nach Berlin. Stephanie Boronow war bereits 1933 mit ihrem Ehemann Wolfgang Perl nach Palästina emigriert, Johannes floh 1935 auf die Philippinen. Erich Boronow wurde im November 1938 aus politischen Gründen in Berlin verhaftet. Nach der Haft im Strafgefängnis Plötzensee wurde er über diverse Stationen ins KZ Sachsenhausen gebracht und dort am 28. Mai 1942 erschossen. Toni Boronow überlebt den Holocaust in der Illegalität. Ella Boronow wurde am 14. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Die beiden zurückgegebenen Bücher stammen nicht aus dem Bibliotheksbestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, sondern wurden von Herrn Jan Oeben zusammen mit den beiden in der ZLB gefundenen losen Exlibris zurückgegeben. Er hatte sie vor ca. 30 Jahren auf einem Flohmarkt in den Niederlanden gekauft und war über die kooperative Datenbank Looted Cultural Assets auf die gemeinsame Provenienz aufmerksam geworden.

Die restituierten Bücher und Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Goethe, Johann Wolfgang von: Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des West-östlichen Divans (Goethe's Werke : Vollständige Ausgabe letzter Hand, 6). Stuttgart und Tübingen: Cotta'sche Buchhandlung, 1829.

Goethe, Johann Wolfgang von:Aus meinem Leben : Dichtung und Wahrheit zweyter Teil (Goethe's Werke : Vollständige Ausgabe letzter Hand, 25). Stuttgart und Tübingen: Cotta'sche Buchhandlung, 1829.

Exlibris 171 - Joseph und Ella Boronow

Links:

Eintrag für Ella Boronow auf stolpersteine-berlin.de

Eintrag für Erich Boronow auf stolpersteine-berlin.de

Karl Rosenthal

Stempel: "Dr. Karl Rosenthal Prediger der jüd. Reform-Gemeinde Berlin N. W. 23, Altonaerstr. 33 Tel. Moabit 1522"
Stempel: "Dr. Karl Rosenthal Prediger der jüd. Reform-Gemeinde Berlin N. W. 23, Altonaerstr. 33 Tel. Moabit 1522"

22.03.2016: zwei Bücher aus dem Besitz von Karl Rosenthal konnten zurückgegeben werden.

Dr. Karl Rosenthal, geb. am 16.07.1889 in Lage/Lippe studierte in Berlin, Münster und Köln und arbeitete zunächst als Rabbiner in Dortmund, wo er seine spätere Frau Gertrude (Trudie) Schuster, geb. am 14.03.1891 in Dortmund, kennenlernte. Die beiden hatten zwei Söhne, Klaus Alfred und Siegfried Georg. Ab 1924 war Rosenthal Rabbiner der jüdischen Reformgemeinde in Berlin. Rosenthal war zudem Vorsitzender mehrerer B’nai Brith Logen sowie des Centralvereins Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens und Mitglied im Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten.

Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurde Karl Rosenthal verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Nach ca. 3 Monaten wurde er mit der Auflage, Deutschland sofort zu verlassen, entlassen und flüchtete nach Oxford. Klaus Rosenthal war bereits in die USA emigriert, Gertrude Rosenthal floh mit Siegfried Georg 1939 in die Niederlande. 1941 wurde Siegfried Georg Rosenthal in Amsterdam verhaftet, nach Mauthausen deportiert und dort ermordet. Gertrude Rosenthal wurde 1942 ebenfalls verhaftet und über Westerbork 1944 nach Bergen-Belsen deportiert. Sie überlebte den Holocaust mit Hilfe eines von Karl und anderen Freunden im Ausland organisierten südamerikanischen Passes, durch den sie im Januar 1945 in ein UNRAA-Camp in der Schweiz kam.

Die überlebende Familie Rosenthal lebte nach Kriegsende in den USA, Karl Rosenthal war Rabbiner in Fredericksburg, Virginia, Springfield, Illinois und in Wilmington, North Carolina, wo er 1952 starb. Bereits 1948 war Klaus Rosenthal im Alter von nur 33 Jahren verstorben. Gertrude Rosenthal lebte bis zu ihrem Tode 1976 ebenfalls in Wilmington.

Die in den Büchern enthaltenen Nummern beweisen, dass beide Bände nach Kriegsende 1945/46 von der Bergungsstelle geliefert wurden. Ein genauer Zeitpunkt kann nicht nachvollzogen werden, da die Bücher nie in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek aufgenommen worden waren. Forschungsergebnisse zum Bergungsauftrag 131 liegen noch nicht vor.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Niemeyer, August Hermann: Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts für Eltern, Hauslehrer und Schulmänner (Bd. 1-2). Halle: Waisenhaus-Buchhandlung, 1801.

Links:

Leo Baeck Institute: Guide to the Papers of Karl Rosenthal (1889-1952) 1915-1976

United States Holocaust Museum: Karl Rosenthal family papers

Franz und Clara Fürstenheim

Exlibris von Franz und Clara Fürstenheim
Exlibris von Franz und Clara Fürstenheim

22.03.2016: zwei weitere Exlibris von Franz und Clara Fürstenheim konnten zurückgegeben werden.

Die Rückgabe erfolgte gemeinsam mit der Bibliothek der Freien Universität Berlin, die ein Buch aus der Bibliothek der Fürstenheims restituieren konnte.

Die restituierten Exlibris und das Buch auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 482 - Franz und Clara Fürstenheim

Quintus Horatius Flaccus: Oden und Epoden (Klassiker des Altertums, Elfter Band). München und Leipzig: Georg Müller, 1913.

Fritz Ginsberg

Widmung: "Meinem lieben Bruder Fritz zum Geburtstag April 1920 Karl Ginsberg"
Widmung: "Meinem lieben Bruder Fritz zum Geburtstag April 1920 Karl Ginsberg"

22.03.2016: ein Buch aus der Bibliothek von Fritz Ginsberg konnte zurückgegeben werden.

Durch die Widmung konnte eindeutig Fritz Ginsberg, geboren am 04. Februar 1877 in Breslau, als vormaliger Eigentümer identifiziert werden. Fritz Ginsberg war Kaufmann in Berlin, im Berliner Adressbuch von 1921 findet sich folgender Eintrag:

Ginsberg, Salomon, Karl. u. Fritz, Kaufleute, NW 23, Siegmunds Hof 10 III s. I.&S. Ginsberg (Edelsteinbehandlung & Diamantenschleiferei)

Salomon Ginsberg (1848-1937) war der Vater von Karl und Fritz Ginsberg.

Fritz Ginsberg hatte von mindestens 1928 an bis Mai 1933 einen doppelten Wohnsitz in Berlin und Amsterdam, von 1933 bis 1937 in Berlin und Paris. 1937 emigrierte er vollständig nach Paris und von dort 1942 nach Havanna. Spätestens 1947 wanderte er von dort nach New York aus wo er bis zu seinem Tod lebte. Fritz Ginsberg war als Jude verfolgt.

Der Zugangsweg des Buches in den Bestand der ZLB ist unbekannt, das Buch stammt aus unbearbeiteten Depotbeständen und war zwischenzeitlich Teil der Ratsbibliothek, in deren Bestand es 1945 eingearbeitet worden war.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Kastan, J.: Berlin wie es war. Berlin: Mosse, [1919].

Curt, Erich, Felix und Ludwig Schwenk

Widmung: "Seinem lieben Bruder Erich, dem Gast der Wissenschaft geschenkt von seinem Curt. Berlin, den 12. August 1901."
Widmung: "Seinem lieben Bruder Erich, dem Gast der Wissenschaft geschenkt von seinem Curt. Berlin, den 12. August 1901."

07.03.2016: insgesamt acht Bücher aus den Bibliotheken der Brüder Curt, Felix, Erich und Ludwig Schwenk konnten zurückgegeben werden.

Dr. med. Curt Schwenk wurde am 04. Mai 1881 in Grottkau geboren. Er war Chirurg und Gynäkologe in Berlin, und verheiratet mit Bertha Schwenk geborene Levy. Bertha und Curt hatten zwei Kinder, Helmut und Walter. Beide konnten rechtzeitig aus Deutschland fliehen, Helmut nach Südafrika, Walter in die USA. Auch Bertha Schwenk konnte 1938 über die Niederlande in die USA emigrieren. Curt Schwenk floh ca. 1939 nach Prag. Er wurde am 30. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, von da am 15. Dezember 1943 nach Auschwitz und dort ermordet.

Dr. jur. Erich Schwenk wurde am 31. Mai 1884 in Grottkau geboren. Er war Landgerichtsdirektor in Görlitz. 1933 aus rassistischen Gründen entlassen lebte er ab diesem Jahr in Berlin. Erich war verheiratet mit Erna Schwenk geborene Sachs. Erna und Erich hatten keine Kinder. Beide wurden im Oktober 1941 von Berlin nach Lodz deportiert, im Mai 1942 ins Vernichtungslager Chelmno verschleppt und dort ermordet.

Dr. jur. Felix Schwenk wurde am 27. Oktober 1879 in Grottkau geboren. Er war Rechtsanwalt in Berlin, und verheiratet mit Emma Schwenk geborene Neumann. Emma und Felix hatten zwei Kinder, Alfons und Friedhelm Helmward. Alfons konnte rechtzeitig nach Brasilien emigrieren, Friedhelm wurde 1944 in Auschwitz ermordet. Auch Felix und Emma Schwenk konnten nicht fliehen, beide wurden am 25. Januar 1942 von Berlin nach Riga deportiert und dort ermordet.

Dr. jur. Ludwig Schwenk wurde am 21. Dezember 1876 in Grottkau geboren. Er war Rechtsanwalt und Notar in Breslau und verheiratet mit Flora Schwenk geborene Schrubski. Flora und Ludwig hatten zwei Kinder, Gerda und Asta. Gerda floh 1938 nach Australien, ihre Schwester Asta 1939 nach Argentinien. Ludwig und Flora Schwenk konnten nicht fliehen und wurden ermordet, Details zu Deportation, Todesdatum und Todesort sind nicht bekannt.

Mindestens eines der Bücher von Curt Schwenk erwarb die Berliner Stadtbibliothek (BStB) 1943 im Zuge des Ankaufs von ~40.000 Büchern der deportierten Berliner Juden. Der gleiche Zugangsweg ist für die anderen Bücher von Curt Schwenk anzunehmen. Wie und wann die Bücher von Erich, Felix und Ludwig Schwenk in den Bibliotheksbestand kamen ist nicht zu klären. Die Bücher waren entweder nie eingearbeitet worden oder als Lieferanteneintrag nur das Bücherlager der BStB erhalten.

Die restituierten Bücher auf lootedculturalassets.de:

Curt Schwenk:

Franck, Rudolf: Moderne Therapie in innerer Medizin und Allgemeinpraxis : ein Handbuch der medikamentösen, physikalischen und diätetischen Behandlungsweisen der letzten Jahre. Leipzig: Vogel, 1929.

Hertwig, Richard: Lehrbuch der Zoologie. Jena: Fischer, 1900.

Strasburger, Eduard: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Jena: Fischer, 1900.

Erich Schwenk:

Palleske, Emil: Schillers Leben und Werke : erster Band. Stuttgart: Krabbe, 1891.

Felix Schwenk:

Brunner, Heinrich: Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte. Leipzig: Duncker & Humblot, 1901.

Krueger, Paulus: Corpus Iuris Civilis. Berolini: Weidmann, 1899.

Sohm, Rudolph: Institutionen : ein Lehrbuch der Geschichte und des Systems des römischen Privatrechts. Leipzig: Duncker & Humblot, 1899

Ludwig Schwenk:

Stölzel, Adolf: Schulung für die civilistische Praxis. Berlin: Dahlen, 1900.

Nelly Wolffheim

Exlibris von Nelly Wolffheim
Exlibris von Nelly Wolffheim

03.03.2016: zwei Bücher und drei lose Exlibris von Nelly Wolffheim wurden an die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin übergeben.

Nelly Wolffheim wurde am 29. März 1879 in Berlin geboren. Sie war Pädagogin und hat von 1934 bis 1939 Lehrgänge für junge jüdische Kindergärtnerinnen mit Unterstützung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin durchgeführt. 1939 emigrierte sie nach England, wo sie bis zu ihrem Tod am 2. April 1965 lebte.

Es konnten keine Familienangehörige von Nelly Wolffheim ermittelt werden. Da Sie vor ihrer Emigration 5 Jahre mit Unterstützung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gearbeitet hat und die Jüdische Gemeinde zu Berlin auch Erwähnung in einem Stempel findet, wurden die Bücher und die Exlibris an die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin übergeben.

Der Zugangsweg in den Bestand der ZLB ist bei den Exlibris unbekannt, sie stammen aus der Exlibris-Sammlung der Berliner Stadtbibliothek (BStB). Ein Buch stammt aus der sog. Franz-Mehring-Bibliothek, einer nach 1945 zusammengestellten Sammlung der BStB, der vorherige Zugangsweg ist unklar. Das zweite Buch stammt aus einer Lieferung der Bergungsstelle, Bergungsauftrag Nr. 105 (Herrenlose Bestände vom Bezirksamt Wedding).

Die übergebenen Bücher und Exlibris bei lootedculturalassets.de:

Franzen-Hellersberg, Lisbeth: Die Jugendliche Arbeiterin ihre Arbeitsweise und Lebensform : Ein Versuch sozialpsychologischer Forschung zum Zweck der Umwertung proletarischer Tatbestände. Tübingen: Mohr, 1932.

Müller, Wilhelm: Amerikanisches Volksbildungswesen. Jena: Diederichs, 1910.

Exlibris 67 - Nelly Wolffheim

Exlibris 488 - Nelly Wolffheim

Links:

Nelly Wolffheim bei Wikipedia

Kerl-Wienecke, Astrid. "Nelly Wolffheim." Jewish Women: A Comprehensive Historical Encyclopedia. 1 March 2009. Jewish Women's Archive.

Kurt S. Szafranski

"Ex Libris Szafranski No. [4247]"
"Ex Libris Szafranski No. [4247]"

22.02.2016: ein loses Exlibris von Kurt S. Szafranski konnte zurückgegeben werden.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 484 - Kurt S. Szafranski

Arbeiterkammer Wien

Exlibris von Engelbert Pernerstorfer mit Signatur der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien
Exlibris von Engelbert Pernerstorfer mit Signatur der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien

22.02.2016: ein weiteres loses Exlibris der Bibliothek von Engelbert Pernersdorfer aus dem Bestand der Bibliothek der Arbeiterkammer Wien konnte an die AK Bibliothek Wien für Sozialwissenschaften zurückgegeben werden.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 485 - Engelbert Pernerstorfer [2418/30]

Hedwig Hesse

Exlibris von Hedwig Hesse
Exlibris von Hedwig Hesse

22.02.2016: zwei weitere lose Exlibris von Hedwig Hesse konnten zurückgegeben werden.

Die restituierten Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 486 - Hedwig Heese

Exlibris 487 - Hedwig Hesse

Alfred Peyser

"Ex Libris Doctoris Alfred Peyser"
"Ex Libris Doctoris Alfred Peyser"

22.02.2016: ein weiteres loses Exlibris von Alfred Peyser konnte zurückgegeben werden.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 483 - Alfred Peyser

Julius Arnfeld

Julius Arnfeld. Notiz auf der Rückseite: "Selbstaufnahme der Großvati vor seiner Evakuierung 1942". (Bild: Privat, dankenswertereweise zur Verfügung gestellt von Peter Blechschmidt)
Julius Arnfeld. Notiz auf der Rückseite: "Selbstaufnahme der Großvati vor seiner Evakuierung 1942". (Bild: Privat, dankenswertereweise zur Verfügung gestellt von Peter Blechschmidt)

12.02.2016: ein loses Exlibris von Julius Arnfeld konnte zurückgegeben werden.

Julius Arnfeld wurde am 25. April 1875 in Bad Polzin geboren. Er war Regisseur, Schauspieler und Fotograf und lebte und wirkte in Hannover, Breslau und Berlin. Am 13. August 1942 wurde Julius Arnfeld nach Theresienstadt deportiert. Er überlebte die Gefangenschaft und wurde im Mai 1945 von der Roten Armee befreit. Arnfeld verstarb am 26. November 1957 in Epsom, England.

Das restituierte Exlibris auf lootedculturalassets.de:

Exlibris 188: Julius Arnfeld

Links:

juliusarnfeld.de

haGalil.com: In Erinnerung an Julius Arnfeld

Arthur Segall

Autogramm von Arthur Segall mit der Anschrift Oranienstr. 83/84, wo er vor seiner Ehe bei seinem Vater Michael Adolph Segall wohnte.
Autogramm von Arthur Segall mit der Anschrift Oranienstr. 83/84, wo er vor seiner Ehe bei seinem Vater Michael Adolph Segall wohnte.

21.01.2016: ein Buch aus der Bibliothek von Arthur Segall konnte zurückgegeben werden.

Arthur Segall wurde am 03. März 1875 in Berlin geboren. Er war Architekt und verheiratet mit Luise Segall geb. Jacobson, geboren am 08. Juli 1887 in Berlin. Die beiden hatten im Jahr 1919 eine Tochter, Traute Segall. Arthur und Luise Segall nahmen sich angesichts ihrer bevorstehenden Deportation 1941/42 in Berlin das Leben. Traute Segall konnte nach Rio de Janeiro fliehen und überlebte so den Holocaust.

Das Buch fand sich in unbearbeiteten Depotbeständen der Berliner Stadtbibliothek. Auf welchem Weg es in den Bestand der ZLB gekommen ist, bleibt ungeklärt.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Silcher, Friedrich und Erk, Friedrich: Schauenburgs allgemeines Deutsches Kommersbuch. Lahr: Schauenburg, o.J.

Hedwig Hesse

Exlibris von Hedwig Hesse
Exlibris von Hedwig Hesse

18.01.2015: ein weiteres Buch aus der Bibliothek von Hedwig Hesse konnte zurückgegeben werden.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Goethe, Johann Wolfgang von: Sämtliche Werke (Bd. 1). Wien: Strauß, 1810.

Karl Kautsky

Stempel: "Karl Kautsky"
Stempel: "Karl Kautsky"

08.01.2016: ein Buch aus der Bibliothek von Karl Kautsky konnte zurückgegeben werden.

Der Politiker, Journalist und Philosoph Karl Kautsky (geb. am 16. Oktober 1854 in Prag; gest. am 17. Oktober 1938 in Amsterdam)  wurde im Nationalsozialismus sowohl aus politischen Gründen als auch als Jude verfolgt. Seine Frau Luise Kautsky-Ronsperger wurde 1944 über Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Karl und Luise Kautsky gaben ihren Nachlass mitsamt der Bibliothek noch 1938 an das International Institute of Social History (IISH) in Amsterdam. Das IISH verlagerte den Nachlass bald darauf, um ihm dem Zugriff der Deutschen zu entziehen. Die Archivalien wurden nach London, die Bibliothek nach Paris geschickt. Bereits kurz nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wurde die Bibliothek in Paris beschlagnahmt.

2015 erfolgte bereits eine Rückgabe eines Buches aus der Bibliothek von Karl Kautsky von der Freien Universität Berlin an das IISH.

Der Zugangsweg des Buches in den Bestand der ZLB ist unbekannt. Es ist anzunehmen, dass das Buch wie das in der FU gefundene Exemplar aus den Beständen der „Gegnerbibliothek“ des Reichssicherheitshauptamtes stammt.

Das restituierte Buch auf lootedculturalassets.de:

Bucher, Lothar: Die Londoner Industrie-Ausstellung von 1862. Berlin: Gerschel, 1863.

Links:

05.11.2015: Biblioblog - Das Blog der Bibliotheken der Freien Universität Berlin: Universitätsbibliothek gibt gestohlenes Buch zurück

Robbed book returned to IISH (socialhistory.org)