Schatz des Monats

Und dieses Mal ein Faltblatt mit Schauerballade

Welcher „schauderhaften“ Tat sich Henriette Meyer am 22. Mai 1834 schuldig gemacht hat, kann man in den Berlin-Sammlungen im Originaldruck nachlesen. Diesen knapp 200 Jahre alten „Flyer“ haben wir kürzlich antiquarisch erworben. Er kündet vom schockierenden Schicksal ihres Ehemannes, einem Viktualienhändler aus der Friedrichstraße und gibt Auskunft über das hohe Strafmaß für ihre Missetat. Ihr Todesurteil wurde richterlich gefällt, so sollte sie gerädert werden und dies auch besonders qualvoll „von unten heran“. Zum Richtplatz schleifte man sie schließlich am 2. März 1837 auf einem mit Kuhhaut bespannten Gestell und vollzog anschließend die letzte öffentliche Hinrichtung in Berlin. Bald darauf im Jahre 1840 riss man jenen Richtplatz am heutigen Gartenplatz in Wedding ab.

Witwe Meyers Tat und die an sie gerichtete Schauerballade, auch Moritat genannt, wird für immer in schwarzen Lettern auf diesem Blatt Hadernpapier gebannt sein.

Signatur: B 816/286

Wer es jetzt ganz genau wissen will, klickt hier, um sich das Digitalisat bei der Staatsbibliothek zu Berlin anzuschauen.