6. Für Alexander Witte
waren die Reste des zerstörten Schlosses, von dem noch Teile der Kellermauern westlich des Palastes existieren, Ausgangspunkt seines Entwurfes - wie auch im Projekt von Martin Schott. Diese Mauern sollen freigelegt und über einen künstlichen Innenhof unter Straßenniveau ausgegraben und zugänglich gemacht werden. Dieser Innenhof wird in das Gebäudekonzept integriert.
Von hier erfolgt der Zugang in die Bibliothek. In den alten Mauern sind neben einem Teil der Bibliothek andere öffentliche Nutzungen untergebracht (Zugang zur U-Bahn Berlin-Information, Buchhandlung, Restaurant, etc.). Hier soll einerseits ein belebter Platz entstehen, andererseits aber durch die Sichtbarkeit der alten Mauerreste und - durch die Tieferlegung - die Schaffung einer fühlbaren Leere im Stadtgefüge an das Schloß erinnern. Das neue Gebäude ist grundrißlich ein Band, das sich über die Schloßreste legt, sich erhebt und westlich des Palastes zu einem eigenen Gebäude wird.
Die Gebäudeabmessungen nehmen die Achsen der umgebenden Gebäude auf, zur Straße Unter den Linden öffnet sich der entstehende Platz, die Schloßfassade im Staatsratsgebäude, momentan der einzig sichtbare Teil des Schlosses, wird durch die Platzanlage betont. Innenräumlich ist der Grundriß frei und fließend, jede Ebene führt um das Atrium in den Lesesaal, der das Ende und den Hochpunkt des Gebäudes bildet. Hier in einem introvertierten Baukörper endet der Weg des Benutzers.
Das Dach ist begehbar. Es sind an diesem Platz viele Touristen zu erwarten, die das Gebäude begehen und die umgebende Stadtlandschaft entdecken sollen.