5. Matthias Maier, "Mauerscheiben"
"Es ist aber doch nichts schlimmes daran, auch ´mal ein Buch zu lesen."
Die Entscheidung der Zentral- und Landesbibliothek von Berlin (ZLB), im Rahmen des Zusammenschlusses der östlichen und westlichen Teilbibliotheken (Marstallkomplex bzw. Amerikagedenkbibliothek) gemeinsame Räumlichkeiten für eine Großbücherei mit über 25 000 qm großem Freihandbereich auf dem Schloßplatz einzufordern, scheint ihm als der sinnvollste der im Frühjahr 1998 angebotenen Vorschläge. Die Philosophie der Institution: "Unsere Bücher müssen raus" (Direktorin Dr. Lux) ist zusammen mit den erwarteten 10 000 Besuchern pro Tag das richtige Zeichen an diesem Ort und paßt nicht nur gut in die Nachbarschaft von Humboldtuniversität und den Museen der Insel, sondern steht auch der neuen hauptstädtischen Mitte gut zu Gesicht.
Das Grundstück wird von Mauern durchpflügt, es entsteht ein ausgebreitetes Feld, in dem der riesige Freihandbereich der ZLB seinen Platz findet. Er ist Treffpunkt für die Bürger, hier werden in vielschichtigster Weise Informationen verfügbar gemacht.
Die Organisation der Anlage erfolgt über ein ebenerdiges Netz von Erschließungswegen. Das Magazin, als Speicher von Aufklärung und Wissen, stellt sich selbstbewußt dem Dom gegenüber und markiert das Ende der Alle unter den Linden. Der Grundriß des Schlosses wird als Bodenstreifen abgebildet und ist nur aus der Vogelperspektive als solcher wahrnehmbar. Die Spreeterrassen des Palastes bleiben in ihrer ursprünglichen Form erhalten.