Berliner Stadtschloss (2)
Die Novemberrevolution von 1918 markierte das Ende des Schlosses als preußisches Machtzentrum und Residenz der Monarchie. Aufständische Matrosen stürmten und besetzten das Schloß bis zum 31. Dezember; Plünderungen fanden statt. Der deutsche Kaiser mußte abdanken. Am 9. November rief Karl Liebknecht vom Balkon des Schlosses die "Freie Sozialistische Republik" aus.

Soldaten im Eosanderhof nach dem 9. November 1918
In: (Petras, S. 33)
Und von da an, diente das Stadtschloss als Museum; 1921 eröffnete das Kunstgewerbemuseum und fünf Jahre später, am 4. April 1926, die "Historischen Wohnräume", erst 22 und später 24 Wohnräume des Kaiserpaars, die nun zum ersten Mal von der Bevölkerung besichtigt werden konnten.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges, im Februar 1945, brannte das Schloßmuseum aufgrund eines Bombeneinschlags aus, jedoch blieben wesentliche Teile der Fassade und der Innenhöfe erhalten.
Am 22. Juli 1950, auf dem 3. Parteitag der SED, erklärte Walter Ulbricht: "Das Zentrum unserer Hauptstadt, der Lustgarten und das Gebiet der jetzigen Schloßruine, müssen zu dem großen Demonstrationsplatz werden, auf dem der Kampfwille und Aufbauwille unseres Volkes Ausdruck finden können." (Schubert, S.35)
Und so wurde das Schloß in der Zeit vom 6. bis 30. September vollständig abgerissen. Einzig das Portal IV (mit dem Balkon, von dem aus Liebknecht gesprochen hatte) blieb aufgrund seiner symbolischen Bedeutung erhalten und wurde in den 60er Jahren in die Fassade des Staatsratsgebäudes integriert.