
"Das Königsstädtische Theater gab an drei Abenden [nach der Revolution in Berlin am 18./19. März 1848] Vorstellungen zum Besten der Hinterbliebenen der Bürger, welche für die Freiheit gefallen. Zum Beginn dieser Festvorstellungen wurde nachstehender Prolog gesprochen und nachstehendes Lied gesungen"
Die Gräber öffnen sich - nicht bleiche Leichen -
Ein junges Leben steigt zum Tag herauf!
Von allen Bergen flammt das Feuerzeichen:
Die deutsche Freiheit, sie stand wieder auf.
Und Jauchzen tönt und Vivatruf und Lieder -
Und a l l e Deutschen werden treue Brüder!
Heil Euch, die Ihr für uns im Kampf gefallen! -
Der Tod für Brüderwohl, wie schön, wie groß!
Ihr lebet fort in heil'gen Ruhmeshallen,
In Euren Gräbern wird die Nachwelt wallen,
Ihr Dankesruf zum Himmel laut erschallen!
Ein großer Frieden ist heraufgezogen,
Erhaben, wie ihn Deutschland nimmer sah.
Heil! Unsre Barden haben nicht gelogen:
Es gibt ein einig Land G e r m a n i a!
Wir wollen Alles andern Völkern gönnen,
Da wir uns dürfen d e u t s c h e B ü r g e r nennen!
Ja deutsche Bürger, E i n t r a c h t unser Zeichen,
Und Losungswort: Das d e u t s c h e V a t e r l a n d!
So stehen wir und werden nimmer weichen,
Die e i g n e W a f f e in der f r e i e n Hand!
So stehen wir in hellsten Lichtes Klarheit
Für L i e b e, F r e i h e i t, T u g e n d, R e c h t und W a
h r h e i t!
Quelle:
Julius Lasker und Friedrich Gerhard: Des deutschen Volkes Erhebung
im Jahre 1848, sein Kampf um freie Institutionen und sein Siegesjubel.
Ein Volks- und Erinnerungsbuch für die Mit- und Nachwelt. Danzig:
Friedrich Gerhard 1848, S. 562-563
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