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Bahnhof Friedrichstraße


"Der »neue« Bahnhof Friedrichstraße, aufgenommen von dem angesehenen Berliner Fotografen Waldemar Titzenthaler im Jahre 1928. Sicht auf die Südostseite der Fernbahnhalle an der Friedrichstraße"

Aus: zentrum, S. 45

Chronik des Bahnhofs Friedrichstraße (Stadtbahn)
7.2.1882Eröffnung für Stadtbahnverkehr; eine Halle, ein Mittelbahnsteig
15.5.1882Eröffnung auch für Fernverkehr, ein Mittelbahnsteig
1914/15Beginn der Arbeiten für eine Bahnhofserweiterung
1919/25Bau von zwei neuen Hallen, eine mit einem Mittelbahnsteig (C) für Stadtbahnverkehr, eine mit zwei Mittelbahnsteigen (A+B) für Fernverkehr
11.6.1928Elektrischer Betrieb
4/1945Stillegung
19.10.1945Wiedereröffnung S-Bahn (Bahnsteig C)
25.2.1953Fernbahnsteig B für S-Bahn Richtung Osten
13.8.1961Bahnsteig C: Endpunkt Ost-Bahn, Bahnsteig B: Endpunkt West-Bahn
2.7.1990Wieder durchgehender S-Bahn-Betrieb
17.10.1994Stadtbahn-Sanierung: S-Bahn nur noch vom Bahnsteig B
21.10.1996Wiederinbetriebnahme Bahnsteig C mit einem Gleis
1.9.1997S-Bahn nur noch vom Bahnsteig C
6.12.1998Wiederinbetriebnahme Bahnsteige A+B für Regionalzüge
Aus: s-bahn, S. 88



Wilhelm Hausenstein

Berliner Eindrücke

"Die Halle des Bahnhofs Friedrichstraße wölbt sich mit Glas und Eisen. Die Lichter sehen sich durch das Milchig-Opale der Scheiben weich an, rötlich-weich, wie umnebelt. Der Schatten des Zuges geht grau, unstofflich, geisterhaft durch den gläsernen Tunnel, ein Spielzeugschatten, ein Schattentheater, eine Japonaiserie; es ist schwer vorzustellen, daß der Zug aus Materie gemacht ist und Menschen führt. Es ist ein Märchenzug, und das quellende Barock seines weißen Rauches mit dem Abendrot aus den Lichtern der Mitternacht ist denen, die in der Hypnose stehn, das Gleichnis eines Wunders. Kein rasselndes Geräusch vom Bahnhof herab, der droben ist als eine Bühne; kein Lärm der Reibung; ja mit einem Male werden die Ohren taub, und dies Berlin ist still wie die schlafenden Schiffe, tonlos wie ein Kino, obwohl alles sich sputet und durch den Mechanismus dieses Augenblicks körperlich durchgetrieben wird - ein Transmissionsriemen über singenden Rädern."

Aus: schreibt, S. 293-294

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