![]() Georg Schöbel: Ein Dreier das Schäfchen Aus: Berliner Weihnachtstage: Scenen aus dem Markt- und Straßenleben in 25 Lichtdrucken nach Tuschzeichnungen / von Georg Schöbel. - Leipzig, Adalbert Fischer´ s Verlag, 1893. - Bl. 7 Sign.: B 390 Schö 1 a SM |
Kinder bestimmten das Bild des Weihnachtsmarktes sehr nachhaltig, und nicht nur das Bild, auch seine akustische Atmosphäre. Sie
fanden sich als Publikum ein, und sie waren als Händler anzutreffen. Die minderjährigen Verkäufer galten nach wie vor als Eigentümlichkeit
des Berliner Weihnachtsmarktes und wurden als "malerische Pose der Armut" beschrieben. [...] Der Handel der Kinder mit selbstgefertigtem Spielzeug war eine Form der Kinderarbeit, und diese war in den Augen der Bürger nichts Verwerfliches, zumal auch die als fortschrittlich geltende preußische Gewerbeordnung von 1869 die Kinderarbeit nicht untersagt, sondern lediglich das Mindesalter auf 12 Jahre heraufgesetzt hatte. [...] Jene Schäfchen bildeten die bescheidensten aller Waren: "von der Armut gefertigt und von der Armut verkauft". Eine Zeitschrift beschrieb sie gegen Ende des Jahrhunderts als "wahre Ungethüme, aus Holz und Watte zusammengekleistert". Sie wurden meist von kleinen Mädchen angeboten. Ihre Rufe "Een Dreier det Schäfken" erklangen auch noch nach 1871 im Gewoge des Weihnachtsmarktes, als gar nicht mehr nach Dreiern und Sechsern, sondern nach Pfennigen gerechnet wurde. [...]
Aus: Berliner Weihnachtsmarkt: Bilder und Geschichten aus 5 Jahrhunderten / Christa Lorenz. - Berlin :
Berlin-Information, 1987. - S. 89-90 Hätten Sie´s gewußt? Die Kinder auf unserem Bild links, sitzen auf den Stufen des Ribbeck-Hauses. Hier
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