Spätsommer 1848: Nante erreicht den Höhepunkt seiner politischen Karriere und wird Minister. Sein alter Freund Brenneke
steigt mit ihm zum Staatssekretär auf. Standesgemäß beginnt Nante seinen ersten Arbeitstag - Zigarre rauchend und von
Dienern umgeben.
Nante:
Nachdem wir also gefrühstückt haben, nehmen wir unsere Geschäfte wieder uf. Staatssekretär Brenneke, an Deinen Posten!
Brenneke:
Ick kann mir det Lachen nich ufhalten, wenn ick dran denke, des ick aussen Konstabler een Staatssekeltär gewor´n bin.
Nante (mit Würde):
Des Lachen in meiner Gegenwart muß ick Dir als unziemlich verweisen. Uebrigens is der Unterschied nich so groß, wie Du
denkst. -
Die hohen Herren Nante und Brenneke beginnen mit der Erledigung der Staatsgeschäfte. Mit Souveränität beantwortet der Minister auf eine Anfrage aus den preußischen Ostseeprovinzen, wann denn die Deutsche Bundesflotte einsatzbereit sei.
Nante:
Schreibe mal an die Fragesteller: daß der Saame bereits gelegt is, zu die Bööme, aus deren Holz die Flotte gezimmert
wer´n soll. Um jedoch die Seestädte nich ganz schutzlos zu lassen, werde ick, mit Genehmigung der
Paulskirche in
Frankfurt, een Regiment ausrüsten lassen, zum Wasserkrieg. Jeder Soldat von des Regiment kriegt Proppenstiebeln zum
Wassertreten, un eenen schweinsblasernen Anzug zum Schwemmen. Desgleichen sollen een Paar Batterien Kanonen mit Floßfedern
verseh´n wer´n, un vor den kommandirenden General issen Luftballon zu beschaffen.
Brenneke (in hoher Bewunderung):
Du hast doch eenen exzellenten Kopp, Exzellenz Nante! -
Nu freu Dir Dännemark! - Wenn ick mir noch eenen Vorschlag erlauben
dürfte vor de Kavallerie -
Nante (nickt gnädig):
Is erlaubt.
Brenneke:
Man könnte ja die Pferde Bretter unter die Beene nageln, wie des zum Beispiel bei die Bleisoldaten gemacht is.
Nante:
Da muß ick erst die Paulskirche in Frankfurt fragen. - Damit wären wir also fertig. - Jean! Een Glas Wasser! Die kirchlichen
Angelegenheiten kommen jetzt.
Diszipliniert arbeitet der Minister Nante mit seinem Staatssekretär weiter an der Lösung schwerwiegender politischer Fragen. Nach dem Empfang einer Delegation der Preußischen Nationalversammlung werden sie dann durch Lärm auf der Straße gestört - der Anfang vom Ende ihres kurzen politischen Höhenfluges.
Stimmen (von der Straße):
Abtreten! Abtreten! (Ein großer Stein fliegt in´s Zimmer.)
Nante (hebt den Stein auf und zeigt ihn Brenneken):
Du, es geht uns wie des vor´ge Ministerium: wir fallen durchen Stein.
Brenneke:
Wat steht denn da druf? - (Er liest:) "Das Ministerium Nante hat das Vertrauen des Volkes verloren. Der Präsident des
souveränen Lindenklubbs, Herr Müller, wird seine Stelle ersetzen." - Ooch gut! Ick wer´ wieder Konstabler.
Nante:
Ick zöge mir ganz zurück von det politische Metier, aber ick kann die drei Thaler däglich nich missen. - Ick werde wieder
Depentirter! - Erst laßt uns aber die Neegen ausdrinken. - Prost, Ex-Staatssekertär!
Brenneke:
Schön Dank!, Ex-Minister!
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