Frühjahr 1847: Nante und Brenneke treffen sich nach längerer Zeit wieder. Der Eckensteher hat seinen Freund vermißt, was
einen bestimmten Grund hat.
Nante:
Endlich, Bruder Brenneke, seh ick Dir also wieder? Wo hast Du´n so lange gestochen? Du warst wohl
heesch,
deß man dir gar
nich gehört hat?
Brenneke:
Ick habe acht Dage Schambergarnie gewohnt, uffen Alexanderplatz. Da hatt´ ick freie Miethe, freie Beköstigung un freie
Aussicht nachen Hof durch die Eisenstäbe. Ne scheene Jejend!
Nante:
Also in´n Ochsenkopp? Davor wohn ick lieber in´n Thiergarten un nähre mir von Raps un Quekenwurzeln. - Aber sage nur,
versammelter Bruder, wie bist Du denn dahin gekommen?
Brenneke:
Na, dieser Gegenstand will mit eeniger Zartheit behandelt sin: Bei dem Kartoffelspectakel hatte mir Eener eene Leberwurst in
die Tasche gestochen un die hatt´ ick in Gedanken uffgegessen; denn fiel mir , als ick beim Bäcker vorbei ging, een Viergroschenbrod, vierzig Loth schwer, uffen Kopp un damit des liebe Gut nich unter de Beene getreten werden sollte, nahm ick et mit mir. Unterwegs stolperte ick aus Versehen in´n Koofladen rin un als ick zu Hause komme, bemerke ick mit Erstaunen, daß sich ne Mandel Heringe in meine Rocktasche verbissen hat.
Nante:
Det arme Vieh wird woll durstig gewesen sind un hat in Deine Rocktasche die Pulle gesucht.
Die Gendarmen haben der wundersamen Geschichte von fliegenden Würsten, Broten und Heringen offensichtlich keinen großen Glauben geschenkt. Brenneke gelingt es aber, vom Vorwurf kommunistischer Umtriebe freigesprochen zu werden.
Brenneke:
Ick bin bloß in Untersuchung gewesen un heute freigesprochen worden. Beim Verhör wollte nämlich der Anwalt beweisen, daß ick
kommunistische Ideen nähre, da habe ick ihm aber bewiesen, daß ick mir selber nich nähren kann, viel weniger Ideen, un
dadruf bin ick vor nichtschuldig erklärt. Ick bitte dir aber, diese Debatte zu verlassen, sie könnte meinem Credit
gefährlich sein.
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