Ein Verzeichnis stimmberechtigter Urwähler des Stadtbezirks am Halleschen Tor vom 25. April 1848. In der Liste sind neben
Beamten und städtischen Angestellten viele Handwerksmeister, Gesellen und Gewerbetreibende vertreten.
21. April 1848: Die Wahl der Wahlmänner wird vorbereitet. Der Bezirksvorsteher Wittig ruft die Urwähler des
Münzstraßenbezirks auf, ein Wahlkomitee zu bilden. Das Gremium soll geeignete Kandidaten für das Amt des Wahlmannes
vorschlagen.
Die Kandidaten für die Parlamentssitze in Frankfurt und Berlin stellen den Wahlmännern ihr Programm als politisches
"Glaubensbekenntnis" vor - so auch der Landgerichtsassessor Georg Jung.
Der Titel des Flugblatts richtet sich interessanterweise an die "Wähler Berlins". Jung macht auch bei der
Vorstellung seiner politischen Positionen keinen Hehl daraus, daß er dem indirekten Wahlverfahren kritisch gegenübersteht
und eigentlich für direkte Volkswahlen plädiert. Konsequenterweise will er sich deshalb nicht nur den Wahlmännern
vorstellen. Als führender Vertreter der Demokraten wird Jung dann im Mai 1848 als Abgeordneter in die Preußische
Nationalversammlung gewählt.
26. April 1848: Der Magistrat der Stadt Berlin gibt die Modalitäten für die Urwahlen am 1. Mai 1848 bekannt.
Angesichts von insgesamt 140 Wahlbezirken ist es für den Magistrat schwierig, für die Durchführung der Urwahlen
genügend geeignete Wahllokale zu finden. Die meisten Wahlgänge finden in Kirchen und Versammlungsräumen statt, die
von den verschiedensten Vereinen und Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Auch im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt
und in der Aula der Universität wird gewählt. Die schon erwähnten Urwähler des Stadtbezirks vom Halleschen Tor geben ihre
Stimme in dem Gebäude des Anhalter Bahnhofs ab.
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