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Empfehlung des Monats Juli 2008

 
 
Buchumschlag - Simmenauer: Muss.jpg

Muss es sein?

Simmenauer, Sonia:
Muss es sein? Leben im Quartett.
Berlin: Berenberg, 2008
131 S.
ISBN 978-3-937834-24-5
Wissensgebiet: Musik

 
 

„Das Streichquartett findet im Leben statt, und mit jedem Tag, der vergeht, verändert sich auch das Leben jedes Einzelnen. Wohl oder übel muss die Gemeinschaft folgen, sich mit entwickeln, auch jede Veränderung im Leben des Einzelnen mittragen. Verliebtheit, Liebeskummer, Geburten, Tod eines Angehörigen und überhaupt starke Emotionen betreffen alle. In solchen Situationen kann das Zusammenspiel zu leiden beginnen. Allein gegenseitiger Respekt voreinander ermöglicht, dass jedem seine Seelenreisen zugestanden werden, ohne dass die Vereinigung im Spiel darunter leidet. Obwohl der Bezug der einzelnen Mitglieder aufeinander sehr intensiv und stets durch Konflikte gefährdet sein mag, verlangt das Quartett – im Gegensatz zur Ehe – weder emotional noch musikalisch Exklusivität, sondern lediglich Priorität.“ (S. 74-75)

„Nun hat sie [Sonia Simmenauer] über diese Lebensform ein wunderbares Buch geschrieben, leicht diskret und weise, den Werkstattbericht einer einfühlsamen Katastrophenmanagerin, der zugleich um das Geheimnis kreist, was die Persönlichkeit eines solchen Quartetts ausmacht. Wie schaffen es vier Musiker, nicht einfach vier Stimmen aufeinander zu legen wie gebügelte Hemden, sondern gemeinsam ins Innere einer Komposition zu schlüpfen und die Innenräume zwischen den verschiedenen Stimmen auszutasten?“ (aus der Rezension von Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung vom 04.06. 2008)

„Herausgekommen ist ein Agententhriller, ein durch und durch gefährliches Buch. Das Streichquartett erscheint in diesem Buch als exemplarische Lebensform, als Chiffre für Künstlertum mit höchstem Einsatz, für erfülltes Dasein schlechthin. So ein Streichquartett sei zwar keine Ehe zu viert, schreibt die Autorin, aber so etwas Ähnliches. Es sei eine Liebe zu viert der besonderen Art. Alle vier Musiker wissen, dass sie nur zu viert das darstellen, was sie darstellen. Keiner kann es sich leisten, sich um der anderen drei willen zu verstellen - will er die Reinheit seines künstlerischen Ausdrucks nicht gefährden. Andererseits kann jeder der vier nur so weit gehen, wie die anderen drei es zulassen, um ihrerseits noch den eigenen Ton finden zu können. So tut sich im Quartett eine Kampfarena auf, in der sich zeigt, dass die Zartesten die Härtesten sein können.“ (aus der Rezension von Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.03.2008)


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