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In ihrem Buch "Die Gärten des Bauhauses " widerlegt Dorothea Fischer-Leonhardt anhand eingehender Untersuchungen an beispielhaften Dessauer Bauten von Walter Gropius und seinem Schüler Carl Fieger die Behauptung, für die Architekten des Bauhauses sei der Außenraum am Gebäude kein Thema gewesen.
Die Begründung für die Annahme, dass der Garten, der urbane Freiraum wie auch die gestaltete Landschaft, beim propagierten Anspruch des Gartenkunstwerkes zu kurz gekommen seien, mag daher rühren, dass die bekannten und fortschrittlichen Gartenarchitekten der Zeit sich nicht mit gleicher Überzeugung an der Architekturmoderne und an den Bauhausideen beteiligten wie die Architekten.
In der Tat sind entsprechende Entwurfsbeispiele von Gartenarchitekten im Sinne des Bauhauses äußerst selten. Das führte dazu, dass lange Zeit kein Blick auf die Art und Weise geworfen worden ist, wie die Bauhausarchitekten selbst mit dem Freiraum umgingen.
Nach entsprechenden Untersuchungen der jüngeren Zeit durch die Autorin zu dieser Thematik an Frühwerken Mies van der Rohes zeigt diese nun am Beispiel des Bauhausgebäudes, der Meisterhaussiedlung und der Siedlung Törten - alle aus der Hand von Walter Gropius - sowie des Kornhauses an der Elbe von Carl Fieger sehr eindrucksvoll, mit welchen Mitteln der Bezug von Innen- und Außenraum, also zwischen Gebäude und umgebendem Freiraum, von Gropius/Fieger bedacht worden ist und wie demzufolge der Außenraum, soweit dies erforderlich schien, gestaltet wurde.
Walter Gropius - und auch Carl Fieger - hatte klare Vorstellungen zum Gebäude-Freiraum-Bezug. Der Freiraum sollte wie das Gebäude streng, einfach und funktional sein und wenn nötig entsprechend gebaut werden. Das "Bauen mit Vegetation" überließ Gropius wie an den Meisterhäusern, die in einem lichten Kiefernwald stehen, am liebsten der Natur. Das klappte natürlich nicht immer, wie besonders in der Siedlung Torten und am Kornhaus nachzuweisen ist.
In Törten musste der Gartenarchitekt Leberecht Migge helfen, am Kornhaus und auch am Bauhausgebäude wäre die Unterstützung durch einen Gartenarchitekten hilfreich gewesen.
Der besondere Wert der Untersuchung von Frau Fischer-Leonhardt liegt darin, dass die These einer kreativen Auseinandersetzung des weltberühmten Architekten Gropius mit dem Außenraum des Gebäudes zusätzlich durch gartenarchäologische Grabungen sowie zahlreiche neu erschlossene Quellen, vor allem in Form persönlicher Tagebücher der Frau des Architekten, Ise, eindeutig belegt wird.
Heinz W. Hallmann, Berlin, 2005
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