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So kommt man zum Erfolg
Sarah Flannery, die 1999 den EU Wettbewerb "Jugend forscht" gewann, erzählt, wie sie den Code knackte, der ihr anspruchsvolle und interessante Chancen in der Computerwissenschaft öffnete.
Sarah Flannery erschloss sich die Welt der Zahlen mit dem Frühstücksmüsli: "Mein Papa stellte mir Rechenaufgaben am Küchentisch", sagt sie. "Mathe wurde zur Alltagsbeschäftigung, die ich liebte." Flannery, eine 20jährige Kryptographin aus Blarney (Irland), wird ihren Zuhörern diese Woche erklären, wie Wissenschaft der europäischen Jugend besser zu vermitteln ist und wie dabei Langeweile vermieden werden kann. Wissenschaft ist nicht langweilig. Wenigstens nicht wenn Sie Algorithmen schreiben können, die Zahlen zum Singen bringen, und Codes, die Hochleistungscomputer vor Probleme stellen. Nicht wenn Ihre Arbeit in Kryptographie - Forschung zum Cayley-Purser-Algorithmus, um genau zu sein - Ihnen vor drei Jahren den ersten Preis im EU-Wettbewerb "Jugend forscht" eintrug. "Diese Auszeichnung bedeutete mir viel", sagt sie. "Sie brachte meine Karriere in Gang und verschaffte mir zahllose großartige Erfahrungen."
Glückssträhne Seit dem EU-Preis für junge Wissenschaftler hat Flannery Dutzende weiterer Preise gewonnen; sie hat im Privatsektor gearbeitet, kam auf die Titelseiten der Zeitungen und wohnte der Nobelpreisverleihung bei, wo sie "mit Günter Grass rumhing". Der Preis, den sie gewann, führte sogar zu einem populärwissenschaftlichen Bestseller: In Code: A Mathematical Journey. "Mein Leben geriet eine Zeitlang außer Kontrolle", sagt Flannery, die in Cambridge im Abschlussjahr in Computerwissenschaften steht. "Einmal habe ich an einem Tag 70 Journalisten-Anrufe erhalten... Jetzt ist es schön, mich einfach auf mein Studium zu konzentrieren."
Familiensache Flannery wuchs in einem von Wissenschaft geprägten Umfeld auf: Papa ist Mathematiker, Mama Mikrobiologin. Der Unterricht am Cork Institute of Technology (CIT) im Alter von 15 Jahren weckte ihr Interesse an Kryptographie. Die alten Ägypter waren Pioniere dieser Wissenschaft der Codierung von Information, bei der meistens mathematische Algorithmen benutzt werden. Zur Zukunft der Vermittlung von Wissenschaft an jüngere Leute bemerkt Flannery: "Ich weiß, dass ich ein Sonderfall bin, weil meine Eltern mich von jeher motiviert haben. Aber ich muss sagen, dass es entscheidend wichtig ist, Unterricht in wissenschaftlichen Fächern interessant zu gestalten. Nur so können mehr junge Europäerinnen und Europäer dazu gebracht werden, sich für wissenschaftliche Fächer und für Forschung zu interessieren." Der Kryptographie sagt sie eine glänzende Zukunft voraus, "weil die Menschen immer werden Geheimnisse wahren wollen". Leistungsstarke Computer werden die grundlegenden Methoden der Wissenschaft nicht ändern, "weil dieselben Maschinen, die zum Knacken der Codes verwendet werden, auch zu ihrer Niederschrift genutzt werden können". Aus: Der sechste Sinn. Zeitung der Konferenz Europäische Forschung 2002
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