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Empfehlung des Monats Januar 2005

 
 
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Der Zahlenteufel

Enzensberger, Hans Magnus
Der Zahlenteufel : ein Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor der Mathematik haben. Gestaltet und mit Bildern vers. von Rotraut Susanne Berner
München : Hanser, [20]03. 263 S. : zahlr. Ill.
[Nachdr.].ISBN 3-446-18900-9
aus:Der Zahlenteufel externer link 
Über Hans Magnus Enzensberger externer link 

 
 

Robert graut vor Mathematik. Bis er eines Nachts von einem Zahlenteufel träumt, der so spannend und unterhaltsam mit den Zahlen zu jonglieren versteht, dass Robert und den Lesern ein Licht nach dem anderen aufgeht. Nein, Mathematik braucht kein Albtraum zu sein. Das begreift jeder, der zusammen mit Robert und dem Zahlenteufel zwölf Nächte verbringt.



Was haben Gedichte gemeinsam mit dem Helium, den Heiligenscheinen und dem Ich? Daß sie leichter als Luft sind, behauptet Enzensberger; und in der Tat sind seine Verse nie durch bleierne Füße aufgefallen. Die mürrischen, die schrillen, die jammernden Töne gefallen ihm nicht.

Leichter als Luft heißt nicht, daß er auf der Flucht nach oben wäre, in die menschenleeren Sphären des Idealismus. Den Ballast der Gegenwart über Bord zu werfen – dazu war Enzensberger nie bereit.
Auch der Untertitel seines neuen Gedichtbandes gibt dies zu verstehen, der wie ein ironisches Echo aus dem 18. Jahrhundert klingt. Die Moral, von der hier die Rede ist, verzichtet auf philosophische Daumenschrauben. Sie hält sich ans Konkrete. Am Ende des Jahrhunderts ist das einzig Richtige nirgends in Sicht. Dem entspricht auch die Vielfalt und Gebrochenheit der poetischen Mittel. Neben die »reimlose Lyrik mit unregelmäßigen Rhythmen« treten Formen wie der Schlager und der Kalenderspruch, sind sogar Terzinen und Ghaselen erlaubt.
»Wer über Enzensberger spricht«, sagte Wolf Lepenies unlängst, »gerät unweigerlich in Versuchung, sich ein wenig von seiner Verstandesheiterkeit zu borgen. Er hat so viel davon. Doch zugleich durchzieht seine Schriften ein Ernst, der sich hinter allem Spaß nur mühsam verbirgt, durchzittert seine Sätze eine Unruhe, die nicht nur etwas mit dem Temperament des Schreibenden, sondern auch mit seinen Themen zu tun hat. Der Zorn altert, die Ironie ist unsterblich.« (Besprechung aus dem Goethe-Institut Helsinki)
(außerdem CD-ROM-Ausgabe unter der Signatur K 579/255:CD-ROM vorhanden!!)

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