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Empfehlung des Monats Dezember 2004

 
 
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Humanökologie

Humanökologie : Ursprünge - Trends - Zukünfte / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Wolfgang Serbser (Hrsg.). -
München : ökom-Verl., Ges. für Ökologische Kommunikation, 2004. - 345 S. : graph. Darst. ; 24 cm
ISBN 3-936581-48-7

 
 

Die Begründung der "human ecology" vor 80 Jahren durch die "Chicagoer Schule" der Soziologie um Robert E. Park sowie das 25-jährige Bestehen der "Deutschen Gesellschaft für Humanökologie" (www.dg-humanoekologie.de) boten Anlass, Bilanz zu ziehen und Perspektiven einer Disziplin zu erörtern, die sich der Wirkungszusammenhänge und Interaktionen zwischen Mensch, Umwelt und Gesellschaft annimmt. Der vorliegende Band wird diesem Anlass in dreifacher Weise gerecht. Der erste Teil skizziert Geschichte, Themen und Institutionen im internationalen Kontext (B. Gläser), erhellt die "unbekannte Geschichte der Humanökologie" (K. Bruckmeier) und geht der Bedeutung des Forschungsfeldes im Kontext der Soziologie nach (R. Mackensen, J. Friedrichs). Aktuelle Trends - sie sind Gegenstand des zweiten Abschnitts - setzen sich primär mit Aspekten ökologischen Alltagshandels auseinander. A. Franz-Belsen etwa sieht angesichts "unberechenbarer Verbraucher" und "globaler Machtspiele" einzig in der Eröffnung lokaler
Handlungsspielräume Chancen für nachhaltigen Konsum. Eine Ethik des Wirtschaftens, so die zentrale These von Wilhelm
Beermann, kann neben einer Steigerung der Ressourceeffizienz nur zukunftsweisend sein, wenn sie "Verweigerungsrechte" entwickelt. Die Verknüpfung normativer Leitbilder mit alltagsorientiertem Handeln wird in einem weitren Beitrag als Voraussetzung "gelingenden Lebens" eingefordert. Im abschließenden dritten Abschnitt zu "Zukünften der Humanökologie" wird einerseits dem Zusammenhang von Umwelt, Krankheit und Gesundheit nachgegangen. Felix Tretter verweist etwa darauf, dass ganzheitliche Ansätze in den letzten Jahren deutlich an Terrain eingebüßt haben. Der Geograf Peter Wichert erörtert die Komplexität naturwissenschaftlicher Paradigmenwechsel und sieht - vorsichtig optimistisch - in den Ansätzen der Humanökologie auch Anregungen für die Zukunft seines Fachs. Besondere Erwähnung verdient schließlich der von Marina Fischer-Kowalski präsentierte "Theorieversuch" zur "Gesellschaftlichen Kolonialisierung natürlicher Systeme". Angestrebt (und bereits in der Praxis erprobt) ist dabei ein umfassendes "Makromodell der Gesellschaft-Natur-Interaktionen", das - für die weitere Entwicklung des Nachhaltigkeitsdiskurses wohl entscheidend - auf die Verknüpfung natürlicher und kultureller Wirkungszusammenhänge abzielt. Walter Spielmann

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