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Empfehlung des Monats August 2004

 
 
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Der Agrar-Rebell

Holzer, Sepp und Konrad Liebchen
Der Agrar-Rebell
Graz : Stocker, 2002. 240 S. : zahlr. Ill.
5. Aufl.

ISBN 3-7020-0970-1
Über Sepp Holzer externer link 

 
 

Nicht nur Ökojüngern gilt der charismatische Bergbauer längst als neue Lichtgestalt des alternativen Landbaues. Auch Agrarforscher verblüfft der Bauer mit seiner Wunderwelt. ... Eine Art Crocodile Dundee der Alpen
(Der Spiegel)

Josef Holzer ist ein Dickschädel und Querdenker von großem Format. Ich halte ihn für ein "wirkliches Genie"
Prof. Dr. Bernd Lötsch, Biologe und Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien


Ein Buch, das in der heutigen Zeit binnen kurzem sechs Auflagen erlebt und - ohne dass ein gewaltiger Verlag mit riesigen Ressourcen dahinter steht - in Radio und Fernsehen begeistert aufgenommen wird, muss etwas Besonderes an sich haben. Inzwischen gibt es sogar schon CD´s und Videos über Sepp Holzer und das japanische Fernsehen hat ihn gleichfalls besucht.

Was tut nun dieser "Agrar-Rebell"? Ganz "einfach": Er zieht auf seinem Salzburger Bergbauernhof bis auf eine Höhe von 1.500 (!) Metern Kiwis, Kirschen und Kürbisse, er erntet mitten im Winter Radieschen und sein Getreide wächst nicht auf abgezirkelten monokulturellen und damit schädlingsanfälligen Feldern, sondern mitten im Wald. Ebenso züchtet er seltene Vögel, Schlangen und Enziane. Holzer ist kein "Studierter", sondern hat von Jugend auf die Natur genauestens beobachtet. So nützt er weithin unbekannte ökologische Beziehungen und Kreisläufe und erzielt mit kleinstem Arbeitsaufwand optimale Erträge. Die Umwelt belastet er gleichfalls nicht. Die so hoch gerühmte Nachhaltigkeit ist geradezu ein Markenzeichen der von ihm entwickelten Bodenbearbeitungs"kunst". Seine unkonventionellen Methoden, vor allem sein Früchteanbau im Wald, haben ihn jedoch in langjährige Rechtsstreitigkeiten mit den zuständigen Forstämtern verwickelt, denn Wälder sind bei uns strengsten Gesetzen und Auflagen unterworfen. Inzwischen aber hat Holzer obsiegt und fungiert als Berater bei Projekten in Kolumbien und Brasilien, wo er mit seiner "Permakultur" zerstörte Böden wieder in landwirtschaftliches Kulturland zurückverwandelt hat.

Zum Schluß noch eine Beobachtung von Sepp Holzer, die ich vor allem unseren Leserinnen an Herz lege, denn die sind offener für solche Fragen. Einmal warf er im Rahmen einer von ihm versuchten Luchszucht den Tieren sogenannte Batteriehühner vor. Ein Luchs aus dem Rudel tötete die Hühner sofort und verscharrte sie. Aber selbst nach längerer Fastenzeit weigerten sich die Wildtiere, sie auch zu fressen. Füchse und Marder nahmen die Hühner ebenso wenig an. Das kann wohl nur ein Hinweis darauf sein, dass das künstliche Leben dieser armen Geschöpfe in den engen Käfigen, den Geschmack oder "Gesundheitswert" so verändert hat, dass der natürliche Instinkt der Wildtiere trotz Hungers auf Nein schaltet.
(Gnostika, H.24,Jg 7,2003)

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